Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bodensee-Oberschwaben hat mit Unterstützung des Ewas-Insituts in Hannover eine Umfrage zur Standortzufriedenheit an die Betriebe gestellt. In Pfullendorf lag die Rücklaufquote bei 20 Prozent, die aus Sicht der IHK als ausgesprochen hohe Resonanz zu bewerten ist. Dabei wurde ersichtlich, dass 27 Prozent der Betriebe in den vergangenen drei Jahren flächenmäßig expandiert haben, 34 Prozent wollen dies in den kommenden drei Jahren tun – ein Trend, der klar über dem Schnitt (26 Prozent) auf Landkreisebene liegt.

Untersucht wurden 27 Standortfaktoren, die sich mit der Infrastruktur, dem Verkehr, den Fachkräften und der Bildung, der Standortattraktivität und den Kosten befassten. Höchste Bedeutung wird von den Betrieben die Breitbandversorgung, die Versorgungssicherheit mit Strom, die medizinische Versorgung, die allgemeine Sicherheit und den beruflichen Fachkräften beigemessen.

Bei der höchsten Zufriedenheit werden neben einigen oben genannten Faktoren auch die Sport- und Freizeitmöglichkeiten, die verfügbaren Gewerbeflächen und Parkplätze genannt. Geschätzt wird von den Firmen auch das Image dieser Region. Als Kritikpunkte nannten die Betriebe die schlechte Erreichbarkeit über die Schiene und die Straße, auch der Öffentliche Personennahverkehr ist für sie nicht hinreichend. Und es fehle an beruflich qualifizierten Fachkräften und Auszubildenden.

Pfullendorfs Wirtschaftsförderer Bernd Mathieu beurteilt auf SÜDKURIER-Anfrage die wirtschaftliche Entwicklung der Linzgaustadt als positiv. "Pfullendorf steht wirtschaftlich gut da. Alno hat uns zwar einen herben Schlag verpasst. Ich hoffe, dass mit der neuen Gesellschaft eine gute und dauerhaft tragfähige Lösung geschaffen wurde und die rund 400 verbleibenden Arbeitsplätze gesichert bleiben." Darüber hinaus würden ihn immer wieder Anfragen nach Gewerbeflächen erreichen. "Überwiegend handelt es sich dabei um Vorhaben mit einem Flächenbedarf von 2000 bis 10 000 Quadratmetern und einem Arbeitsplätzepotenzial zwischen 5 und 20 Mitarbeitern", erklärt Mathieu.