Inhaltliche Begründung fehlt noch

Die vier Landwirte, die in Hahnennest einen Stall für 1000 Kühe bauen wollen und vom Landratsamt Sigmaringen bekanntlich Ende Februar die Baugenehmigung erhalten hatten, müssen sich wohl weiter gedulden. Der BUND- Landesverband Baden-Württemberg hat fristgerecht Widerspruch gegen diese Entscheidung eingelegt. Ihr Anwalt hat am gestrigen Donnerstag via Fax das Landratsamt darüber informiert, dass er im Auftrag des BUND gegen die Genehmigung vom 26. Februar Widerspruch einlege und beantrage, den Vollzug auszusetzen. "Die Begründung erfolg mit gesondertem Schriftsatz", heißt es in dem Schreiben. Auf Anfrage des SÜDKURIER erklärte das Landratsamt, dass man das Schreiben bislang nicht erhalten habe.

"Befürchten höhere Nitratwerte im Boden"

In einer am Donnerstag verbreiteten Presseerklärung erläutert der BUND seine Bedenken gegen den Stall. Man befürchtet, "dass durch diesen landwirtschaftlichen Industriebetrieb die Stickstoffeinträge in das Grundwasser und die in der Nähe liegenden Schutzgebiete erhöht werden. Stall und ein Großteil der Flächen der Landwirte würden sich in Wasserschutzgebieten befinden, die bereits hohe Nitratgehalte im Grundwasser aufweisen."

Offene Fragen im Eilverfahren klären

Ulfried Miller, Regionalgeschäftsführer des BUND, bemängelt, dass für dieses Großprojekt keine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt wurde, ebenso wenig eine Vorprüfung und Verträglichkeitsprüfung über die Auswirkungen auf die in der Nähe liegenden Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiete „Taubenried“ und „Pfrunger-Burgweiler-Ried“. Damit wären die Umweltauswirkungen dieses Bauvorhabens nach seiner Einschätzung nicht transparent dargestellt. Auch das Brandschutzkonzept ist nach Auffassung der Naturschützer nicht ausreichend und damit nicht im Sinne des Tierwohls. Die offenen Sach- und Rechtsfragen sollen nun in einem Eilverfahren geklärt werden. Dem BUND geht es um eine schnelle Prüfung seiner Einwände, die im Genehmigungsverfahren nicht berücksichtigt wurden.

"Wollen schnelle Entscheidung"

"Natürlich wollen wir schnellstmöglich eine Entscheidung", machte Ulfried Miller im Gespräch mit dem SÜDKURIER deutlich. Auf die Frage, was der BUND unternimmt, wenn der Widerspruch scheitert, über dessen wesentlichen Sach- und Rechtsfragen wohl das Verwaltungsgericht entschieden wird, erklärt der Geschäftsführer, dass man sich die Argumente eines möglichen Ablehnungsbescheides genau anschauen werde. Dann werde über das weitere Vorgehen entscheiden, wobei man keinesfalls mit dem Kopf durch die Wand wolle, versichert Miller.