Das Ostracher Freilichttheaterspektakel "Wenn der Schwarze Vere kommt" ist ausverkauft. Alle 2500 Karten für das Freilichttheater gingen im Vorverkauf in Windeseile "über die Theke". Nun öffnet der Veranstalter, die Gemeinde Ostrach, zusätzlich noch die Generalprobe am Mittwoch, 6. Juni, um 19.30 Uhr für die Öffentlichkeit. Die Karten dafür sind ebenfalls nummeriert und bereits online zum Preis von 12 Euro verfügbar. Das Beiprogramm ist wie bei den regulären Aufführungen auch.

Bühne ist bereits aufgebaut

Jetzt wurde die Bühne am gesichtsträchtigen Aufführungsort aufgebaut, zwischen Amtshaus und der Zehntscheuer und die rund 100 Mitwirkenden probten das ganze Stück von Szene eins bis zum Ende. Nun galt es, die verschiedenen Ebenen des Bühnenaufbaus einzuarbeiten, die Laufwege anzupassen. Autor Ewald Reichle instruierte die Akteure, Regisseur und Co-Autor Michael Skuppin feilte an Ausdruck und Handlung, Organisator Martin Klawitter sorgte dafür, dass die musikalische Begleitung zum richtigen Zeitpunkt einsetzte.

Die Räuber Jörg Kusterer (links) und Wilhelm Skroch, der den "Condeer" spielt.
Die Räuber Jörg Kusterer (links) und Wilhelm Skroch, der den "Condeer" spielt. | Bild: Sandra Häusler

Mit Feuereifer dabei

Die Akteure waren mit Feuereifer bei der Sache, sodass beim vehementen Schlagen auf den Kochtopf auch mal ein hölzerner Kartoffelstampfer entzweibrach und quer über die Bühne flog. Die namenlosen Räuber hielten die Augen nach Diebesgut offen und so fand sich die Handtasche der Souffleuse plötzlich zu deren Erstaunen in der Bühnenhandlung wieder. Selbstverständlich schaute Bürgermeister Christoph Schulz bei der Gesamtdurchgangsprobe vorbei.

Konzentriert verfolgen Autor Ewald Reichle (links) und Bürgermeister Christoph Schulz, wie das Stück auf die Zuschauer wirkt.
Konzentriert verfolgen Autor Ewald Reichle (links) und Bürgermeister Christoph Schulz, wie das Stück auf die Zuschauer wirkt. | Bild: Sandra Häusler

Riesiger Zeitaufwand für Beteiligte

Das Theater ist ein Baustein in der Geschichte, um der Region klar zu machen, dass der Vere in der Region heimisch war, unterstrich Christoph Schulz. "Wenn ich das so sehe, muss Ostrach bei dieser Räuberbande gut aufpassen und Hab und Gut in Sicherheit bringen", sagt er schmunzelnd. "Man sieht, wie sie alle mitziehen und das mit einem riesigen Zeitaufwand von mittlerweile 75 Proben", beschreibt das Gemeindeoberhaupt mit gewissem Stolz in der Stimme. Das Ergebnis lasse sich jetzt schon sehen. Bis zur Premiere am 8. Juni haben die Mitwirkenden 99 Einzelszenen, Gesamt-und Massenproben hinter sich.

Oh, da hängt eine Handtasche, da bekommen die Räuber Armin Keller (links) und Jörg Kusterer große Augen und lange Finger.
Oh, da hängt eine Handtasche, da bekommen die Räuber Armin Keller (links) und Jörg Kusterer große Augen und lange Finger. | Bild: Sandra Häusler

Ostracher Blätter für 2 Euro

Bereits zwei Stunden vor den Vorstellungen, ab 17.30 Uhr, ist das benachbarte Heimatmuseum mit der am 6. Mai eröffneten Ausstellung "Der Schwarz Vere und seine Bande" geöffnet. Hier kann man sich zum geschichtlichen Hintergrund der bekannten Bande informieren, gibt Christel Fetscher in einer Pressemitteilung an. Im Museum, sowie im Theater gibt es die "Ostracher Blätter" für 2 Euro zu erwerben. In den "Ostracher Blättern" wird der geschichtliche Hintergrund der Räuberbande erklärt (nicht verklärt). Für diese Blätter recherchierte Museumsleiter Gerhard Fetscher in Gerichtsakten des Staatsarchives in Ludwigsburg. Alles ist belegt, die Blätter erzählen keine "Geschichtle". Die Ostracher Blätter können im Rathaus (Bürgerbüro), beim Theater, im Heimatmuseum sowie in der Apotheke Götz erworben werden.

Der württembergische Grenzsoldat (Wolfgang Strobel) eilt herbei. Von links: Elfriede Schöb, Wolfgang Strobel.
Der württembergische Grenzsoldat (Wolfgang Strobel) eilt herbei. Von links: Elfriede Schöb, Wolfgang Strobel. | Bild: Sandra Häusler

Spezielle Räuberkarte

Ein Bewirtungsteam aus vier örtlichen Vereinen, dem Turnverein Ostrach, dem Fußballclub Ostrach, Bauzemeckzunft und Gesangverein Ostrach, haben sich für diesen Anlass zusammengeschlossen. An allen Spieltagen inklusive Generalprobe bewirten sie die Gäste aus Nah und Fern ab 17.30 Uhr auf dem Festgelände. Vom heimischen Räuberbier bis hin zum Bodensee-Viertele vom Markgraf von Baden ist für das leibliche Wohl gesorgt. Eine spezielle Räuberkarte hat die Familie Johannes Ermler vom Landhotel "Gasthof zum Hirsch" aus Ostrach vorbereitet. In einer mobilen Küche wird wie gewohnt frisch und à la Minute gekocht. Die Räuberkarte wird in Kürze auf der Homepage www.schwarzervere.de abgebildet sein.

Kennt die Wahrsagerin das Schicksal des Schwarze Vere? Von links: Edeltraud Nusser, Stefan Schaut, Christine Steurer, Sabine Rothmund, Petra Huber, Dorothea Stephan und Hubert Guffart.
Kennt die Wahrsagerin das Schicksal des Schwarze Vere? Von links: Edeltraud Nusser, Stefan Schaut, Christine Steurer, Sabine Rothmund, Petra Huber, Dorothea Stephan und Hubert Guffart. | Bild: Martin Klawitter

Absage bei schlechtem Wetter

Bei schlechtem Wetter wird die Veranstaltung am Veranstaltungstag um 17 Uhr abgesagt. Für einen Ersatztermin ist jeweils gesorgt.

 

Verlosung

Die Vorstellungen für das Stück "Wenn der Schwarze Vere kommt" sind ausverkauft. Der SÜDKURIER verlost für die Aufführung am 10. und 13. Juni jeweils zwei Eintrittskarten in der dritten Reihe. Einfach bis zum Freitag, 1. Juni, unter Telefon 0 13 79/37 05 00 25 anrufen. Ein Anruf aus dem Festnetz der DTAG kostet 50 Cent. Name, Telefonnummer und als Stichwort "Schwarzvere" nennen. Die Gewinner werden telefonisch benachrichtigt und die Karten liegen am jeweiligen Abend zur Abholung bereit.