Die Ostracher Vereine und Bürger haben am Wochenende ihr Dorffest gefeiert. Vor einigen Jahren hatten rund ein Dutzend Vereine Organisation und Umsetzung des Fests von der Gemeinde übernommen. Auf und um den Herbert-Barth-Platz boten die Vereine an den Ständen alles, was das Herz begehrt. Das "Anschießen" der Ostracher Dragoner und der Fassanstich durch Bürgermeister Christoph Schulz gaben den Startschuss für das zweitägige Dorffest.

Der Fanfarenzug Einhart feierte sein 45-jähriges Bestehen mit 200 "Fanfarenzüglern". Die Mitgliedszüge des Rings Oberschwäbischer Fanfarenzüge (ROF) dirigierte Adalbert Skibak vom Fanfarenzug Vogt. Thomas Eichelmann, Dirigent des Fanfarenzugs Einhart, moderierte. Anschließend gaben befreundete Fanfarenzüge aus der Region ihr Können zum Besten. Raphael Scham, Vorsitzender des Fanfarenzugs Einhart, strahlte und sagte: "Uns freut es riesig, dass so viele befreundete Fanfarenzüge zu unserem Jubiläum gekommen sind."

Die Mitgliedsvereine des Rings Oberschwäbischer Fanfarenzüge (ROF) gratulierten dem Fanfarenzug Einhart musikalisch zum 45-jährigen Bestehen.
Die Mitgliedsvereine des Rings Oberschwäbischer Fanfarenzüge (ROF) gratulierten dem Fanfarenzug Einhart musikalisch zum 45-jährigen Bestehen. | Bild: Sandra Häusler

Nicht nur der Regenguss zog die Gäste in das Holzhaus der Dorfgemeinschaft Magenbuch-Ostrach, sondern vor allem der verführerische Duft von Bratkartoffeln mit Wurstsalat und mehr. Erstmals fand im Zuge des Ostracher Dorffests das Oldtimer-Festival der Bauzemeckzunft mit rund 100 Teilnehmern statt, die zur Oldtimer- und Klassiker-Parade mit Gleichmäßigkeitswertung antraten. "Das ist mal was anderes", lobte Bürgermeister Christoph Schulz. "Die Ostracher Meile ist eine tolle Bereicherung. Es ist wirklich ein Erlebnis, die Fahrzeuge aller Altersklassen in Echtbetrieb zu sehen."

Die Zuschauer genossen die besondere Streckenatmosphäre. Im Pacecar gab Vorsitzender Armin Wanschura die Geschwindigkeit vor. Drei Runden musste jeder Teilnehmer in möglichst exakt gleicher Zeit zurücklegen. So mancher Zuschauer an der Strecke war vom lautstarken Sound der Wagen erstaunt. Die Gleichmäßigkeitswertung moderierte Streckensprecher Andreas Hoffmann-Sinnhuber. Unter den Vorkriegsfahrzeugen waren viele "Kronjuwelen auf vier Rädern", wie der Streckensprecher den Veritas Meteor aus 1950 oder der "De Lage D8" nannte. "Jetzt wird's laut", warnte Hoffmann-Sinnhuber, als sich die Motorräder aufstellten. Die Busch-BMW Kneeler Baujahr 1974 fuhr Klaus de Monte aus Welschingen. "Er lässt's knacken", war Jutta Kemmer aus Ostrach beeindruckt und Sybille Reisch aus Alleshausen stellte sich die Frage, ob sein Beiwagenfahrer wohl angebunden sei. Dann gingen die Klassiker ab 1947 auf die Strecke, darunter ein Alfa Romeo Giulia Super, Baujahr 1974, und später die Rennfahrzeuge und Sonderklasse.

Die Vorkriegsfahrzeug-Rallye-Teilnehmer fachsimpelten beim Ostracher Oldtimer-Festival. Von links: Miro Geiger aus Krauchenwies, Joachim Joos aus Kempten, Karl Schober aus Altusried und Thomas Itte aus Remseck.
Die Vorkriegsfahrzeug-Rallye-Teilnehmer fachsimpelten beim Ostracher Oldtimer-Festival. Von links: Miro Geiger aus Krauchenwies, Joachim Joos aus Kempten, Karl Schober aus Altusried und Thomas Itte aus Remseck. | Bild: Sandra Häusler

"Auch wenn man nicht so motorsportinteressiert ist, ist es schön anzusehen", sagte Matthias Fischer aus Einhart. Im Fahrerlager bei der Firma Egler Landtechnik bewunderten die Besucher die Fahrzeuge eingehend aus der Nähe. Dort und unter dem großen Fallschirm am Zunftheim bewirtete die Bauzemeckzunft. Auf dem Herbert-Barth-Platz beeindruckte neben weiteren Künstlern das "Duo Blanche" (Moana Grabski und Benedikt Overhoff) aus Überlingen mit einer Akrobatik-Darbietung aus elegantem Ausdruckstanz und Artistik.

Auch für die Kinder war beim Ostracher Dorffest Einiges geboten. Der dreijährige Denis Fenko ließ sich stolz als Löwe schminken und Jan-Philipp aus Ostrach war mit seiner Treffsicherheit beim Armbrustschießen der Burreweible Zunft zufrieden. "Ich hab das alleine gebaut", sagte Julian Wurst und zeigte seinen Großeltern stolz sein Lichtschiffchen, das später am Samstagabend mit vielen weiteren individuell gestalteten Lichtschiffchen beim Benefizkonzert des Kinder-und Jugendchors Regenbogen zugunsten des Unicef-Kinderhilfswerkes in den Narrenbrunnen gesetzt wurde.

Der dreijährige Denis ließ sich als Löwe schminken und sitzt nun stolz auf dem Schoß von Papa Alex Fenko aus Ostrach.
Der dreijährige Denis ließ sich als Löwe schminken und sitzt nun stolz auf dem Schoß von Papa Alex Fenko aus Ostrach. | Bild: Sandra Häusler

Gleichmäßigkeitswertung

  • Vorkriegsmodelle: 1. Platz: Alexander Ibele (Wilhelmsdorf, American La France); 2. Charly Grimm (Riley Special); 3. Markus Krauser (Hotchkiss AM 80)
  • Klassiker: 1. Michael Reichmann (Porsche); 2. Patrick Seitz (Fiat 128); 3. Christian Rose(Skoda Oktavia)
  • Sonderklasse: 1. Franz Fürst (Ostrach, BMW Isetta); 2. Uli Hübschle (Ostrach, Deutz WK F 1M 414); 3. Franz Benz (Ostrach, Deutz F1M 414)
  • Motorräder: 1. Martin Jäkel (Benelli Tornado); 2. Hans Ströbele (BMW RSC); 3. Siegi King (Triumph T 140)
  • Rennfahrzeuge: 1. Tom Pfeifer (Opel Ascona A 19); 2. Roland Pfall (BMW 325i); 3. Dieter Riedmiller (Illmensee, Porsche 911 SC)
  • Gesamtsieger: 1. Platz: Michael Reichmann; 2. Platz: Patrick Seitz; 3. Platz: Tom Pfeifer
Das Duo Blanche beeindruckte die Zuschauer beim Ostracher Dorffest mit Tanz und Akrobatik.
Das Duo Blanche beeindruckte die Zuschauer beim Ostracher Dorffest mit Tanz und Akrobatik. | Bild: Sandra Häusler