Es ist ein Ostracher Geniestreich – das große Freilichttheater "Wenn der Schwarze Vere kommt". Alle 2600 Karten für die fünf Aufführungen und die Chorserenade sind ausverkauft. So öffnete die Gemeinde als Veranstalter die Generalprobe für die Öffentlichkeit. Vor ausverkauften Rängen erlebten die Besucher dort am Mittwoch ein Feuerwerk an spritzigen Dialogen, unvorhersehbaren Ereignissen, mitreißender Spielfreude und Ausdruckskraft von mehr als 100 Mitwirkenden. Jedes Rädchen griff geschmeidig in das andere.

Bevor sich der Vorhang zur öffentlichen Generalprobe öffnen konnte, ging ein Hagelunwetter über Ostrach nieder.
Bevor sich der Vorhang zur öffentlichen Generalprobe öffnen konnte, ging ein Hagelunwetter über Ostrach nieder. | Bild: Sandra Häusler

Doch zuvor hatten die Ostracher noch alle Hände voll zu tun. Gegen 17.45 Uhr war ein Hagelunwetter über Ostrach niedergegangen. Doch auch hier packten alle mit an, holten die Schneeschaufeln aus dem "Sommerschlaf" und schippten mit Unterstützung eines Radladers die Hagelkörner beiseite. Viele fleißige Hände kehrten Blätter zusammen und trockneten die rund 500 Sitzplätze auf der Tribüne.

Mit einem "Knaller" startete das Freilichttheater-Spektakels "Wenn der Schwarze Vere kommt" in Ostrach. Die Zuschauer waren begeistert. Sämtliche Aufführungen sowie die öffentliche Generalprobe sind ausverkauft.
Mit einem "Knaller" startete das Freilichttheater-Spektakels "Wenn der Schwarze Vere kommt" in Ostrach. Die Zuschauer waren begeistert. Sämtliche Aufführungen sowie die öffentliche Generalprobe sind ausverkauft. | Bild: Sandra Häusler

Ein Knall aus der Kanone der Dragoner eröffnete das turbulente Bühnengeschehen. Das Stück aus der Feder von Ewald Reichle erzählt anhand der Geschichte des Räubers Schwarze Vere, alias Xaver Hohenleiter, eine humorvolle Räuber- und Liebesgeschichte aus dem Ostrachtal. Michael Skuppin führt Regie und schulte die Darsteller, Martin Klawitter übernahm die Organisation.

Fette Beute für den Schwarze Vere und seine Räuberbande. Von links: Armin Keller, Petra Huber, Jörg Kusterer, Alexander Zimmermann, Stefan Schaut und Sabine Rothmund.
Fette Beute für den Schwarze Vere und seine Räuberbande. Von links: Armin Keller, Petra Huber, Jörg Kusterer, Alexander Zimmermann, Stefan Schaut und Sabine Rothmund. | Bild: Sandra Häusler

In der dreistündigen Bühnenhandlung verwoben sich Gegenwart und Vergangenheit. Die Zuschauer erlebten eine Zeitreise von 1819 bis ins Jahr 2018 und machten Bekanntschaft mit dem Räubervolk. Sie fieberten bei romantischen Momenten mit und genossen die Turbulenzen im Burgweiler Pfarrhaus und beim Härlebauern in Laubbach. Der "Mädchenchor" gestaltete die Messe. Das Schwaaz-Vere-Trio spielte zum Geburtstag des Räubers auf, die Kapelle Weithart begleitete den Hochzeitszug. Die Grenzbeamten erhielten bei der Suche nach der Räuberbande Unterstützung von den Dragonern und erlebten so manche Überraschung.