Im Falkenweg in Ochsenbach, einem Teilort von Burgweiler, gibt es mehrere schöne Gärten zu sehen, wie man im Vorbeifahren feststellen kann. Ein echtes Juwel ist der Bauerngarten von Erika und Anton Reichle. Bis 2003 betrieben die Reichles eine Landwirtschaft. Der frühere Misthaufen ist mittlerweile einem üppigen Blumenbeet gewichen, im ehemaligen Kuhstall überwintern frostempfindliche Kübelpflanzen wie beispielsweise Oleander oder Mandevilla.

Hobbygärtnerin Erika Reichle liebt Hortensien.
Hobbygärtnerin Erika Reichle liebt Hortensien. | Bild: Kirsten Johanson

Erika Reichle gärtnert ausgesprochen gern. Sie informiert sich in Gartenzeitschriften und verfolgt im Radio die Tipps von Volker Kugel, dem SWR4-Gartenexperten und Direktor des Blühenden Barocks in Ludwigsburg. Schon der Vorgarten gibt eine perfekte Visitenkarte der Hobbygärtnerin ab. Die Geranien und Petunien in den Blumenkästen vor den Fenstern blühen reich. Dass hier jemand regelmäßig ausputzt und das Verblühte entfernt, ist offensichtlich. Im Sommer gehört tägliches Gießen und wöchentliches Düngen zum Pflichtprogramm. Sämtliche Geranien sind übrigens aus Stecklingen selber gezogen. "Stecklinge sollten kühl und hell überwintern. Ich gieße ein, zwei Mal die Woche und gebe ihnen ab Februar Dünger. Sind die Eisheiligen vorbei, kommen sie ins Freie", erklärt Erika Reichle.

Phlox gehört zu den Klassikern im Bauerngarten.
Phlox gehört zu den Klassikern im Bauerngarten. | Bild: Kirsten Johanson

Neben der ehemaligen Miste gibt es einen Teilbereich, den die Reichles professionell anlegen ließen. Gartengestalter Markus Bronner aus Habsthal installierte einen Quellstein, pflanzte Kiefer, Lärche und Fächerahorn. Eine Etage tiefer erfreuen Gräser und Purpurglöckchen, Echinacea, Katzenminze, Lavendel, Rosen und Rudbeckien das Auge. Seitlich am Haus geht es gerade so weiter. Violett, weiß und rosa blüht der Phlox, der wie Buchs klassischerweise zu jedem Bauerngarten gehört. Farbe bringen auch Sommeranemonen, Fetthennen, Gelbe Schafgarben, Schleierkraut, Eisenhut, Bauernhortensien und ein violetter Hibiskus ins Spiel. Eine als Hochstamm gezogene Harlekinweide hatte sich Erika Reichle schon längere Zeit gewünscht, 2017 wurde der Baum gepflanzt. Das Laub der Zierweide ist wirklich ein Hingucker: die Blätter sind weiß-grün panaschiert mit Austrieben in weiß und rosa.

Beeindruckend sind die Blütenbälle dieser Hortensie.
Beeindruckend sind die Blütenbälle dieser Hortensie. | Bild: Kirsten Johanson

Der Nutzgartenanteil ist nach wie vor groß. Als die Schüler der ersten Klasse in der Grundschule in Denkingen aufgefordert waren, Zutaten für ein gesundes Frühstück mitzubringen, hatte sich Enkel Torben zu Wort gemeldet: "Meine Oma hat alles in ihrem Garten – auch Tomaten. Da kann ich welche mitbringen." Die besagten Tomaten sind aus Samen selber gezogen. Sie gedeihen im Gewächshaus beziehungsweise im Freiland unter einem schützenden Dach. Neben jeder Pflanze haben die Reichles einen Plastikblumentopf ins Erdreich versenkt, quasi als Einfüllstutzen für das Gießwasser. Zu den Tomaten gesellen sich unter anderem Gurken, Kartoffeln, Endivien, Bohnen, Zucchini, Broccoli, Lauch und Blumenkohl. Die Kohlpflanzen sind mit einem feinmaschigen Netz abgedeckt, um die Kohlfliege fernzuhalten.

Anton Reichle hat seiner Frau zwei Hochbeete zum Kultivieren von Gemüse gebaut. Das erleichtert die Bewirtschaftung.
Anton Reichle hat seiner Frau zwei Hochbeete zum Kultivieren von Gemüse gebaut. Das erleichtert die Bewirtschaftung. | Bild: Kirsten Johanson

In zwei großen, langen Hochbeeten gedeihen Schnittlauch, Petersilie, Zwiebeln, Karotten und Rote Bete. "Nach meiner Hüft-OP hat mein Mann die Hochbeete gebaut, sie sind super und lassen sich gut bewirtschaften!" Auch wenn es darum geht, Staudenstützen oder Spaliere für Kletterpflanzen zu bauen, ist Anton Reichle zur Stelle. Beeren zum Naschen sind reichlich vorhanden, darunter Trauben, Heidelbeeren und Himbeeren. Aus den Beeren macht Erika Reichle Saft, Marmelade und Kuchen. Davon profitieren auch Söhne, Schwiegertöchter und Enkelkinder.

Vor den Fenstern hängen üppige Blumenkästen mit selbst gezogenen Geranien und Petunien.
Vor den Fenstern hängen üppige Blumenkästen mit selbst gezogenen Geranien und Petunien. | Bild: Kirsten Johanson

Eine bunte Bienenweide flankiert den Gemüsegarten. Wie riesige Wächter wirken die rund drei Meter hohen Sonnenblumen. Überhaupt wirkt alles üppig und strotzend. Verwenden die Reichles einen Super-Dünger? "Wir geben alten Hühnermist auf die Beete." Rasen gibt es nur hinterm Haus um die Hochbeete herum und auf einer umzäunten Fläche, die von Luna genutzt wird. Hier steht die Hundehütte der blonden Labradorhündin.

Die Kaktusdahlie fällt durch ihre eingerollten Blütenblätter auf.
Die Kaktusdahlie fällt durch ihre eingerollten Blütenblätter auf. | Bild: Kirsten Johanson

Arbeit macht der Garten jede Menge, doch Erika Reichle sieht es gelassen. Dass sie demnächst zwei Stunden beschäftigt sein wird, die verblühten Bodendeckerrosen abzuschneiden, schockt sie nicht. Wenn sie mal im Gartenstuhl entspannt, kann es gut sein, dass sie schon bald wieder aufspringt. "Dann seh ich hier ein Gräsle zum Zupfen oder hole die Schere, um die verwelkten Rosenblüten abzuknipsen."

Gartensteckbrief

Die Gartenarbeit ist Erika Reichles Hobby

  1. Meine Lieblingsblume: "Hortensien und Rosen fallen mir als Erstes ein, aber eigentlich mag ich sie alle."
  2. Mein Tipp gegen Unkraut: "Rindenmulch im Staudenbeet hält die Gräser in Zaum."
  3. Mein Tipp für schöne Blumenkästen: "Regelmäßig ausputzen, täglich gießen und einmal pr Woche düngen."