Der „närrische Nachmittag“, den die Burgnarren seit vielen Jahren zu ihrer Hausfasnet veranstalteten, war einst ein gemütliches Beisammensein mit Kaffee und Kuchen. Den gibt es nach wie vor. Doch seit vier Jahren gestalten die Gastgeber ein Bühnenprogramm dazu. Fazit: Die Riedhalle war am Freitagnachmittag brechend voll. Kräftig jubelten die Gäste mit, applaudierten und feuerten die Darsteller auf der Bühne an. Sie waren begeistert, das Programm ließ keine Wünsche offen.

Mit „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“ fetzte die Fasnetsmusik des Musikvereins Burgweiler gleich los. Damit wurde musikalisch zum Ausdruck gebracht, welches Motto die Veranstaltung hatte: die Burgnarren zogen nach Chinatown. Moderator und Präsident Martin Moßmann hatte seine Chinesisch-Kenntnisse aufgebessert und leistete in seiner neuen Rolle als „China-Man“ mit gelber Haut und dünnem Lippenoberbart ganze Arbeit. Während seiner Vorbereitung stieß er auf die Sprachentwicklung der Welt. „Und diese ging in Afrika los“. Dabei führte er die verschiedenen Etappen vor und hatte die Lacher auf seiner Seite. Geschickt bezog er das Publikum mit ein, tanzte auf der Bühne, riss alle mit. Mitwirkende fanden sich in jedem Alter unter den Entertainern. Jugendliche im Alter zwischen 12 und 15 Jahren trugen einen Sketch vor und tanzten als „Fight Girls“.

Regina und Berthold Sauter erlaubten Einblicke ins Schlafzimmer mit der Bitte „Schatzi, dues no oi mol“. Petra Huber und Rebecca Rothmund philosophierten über die Männer, die gerade mit der Feuerwehr einen Ausflug auf Mallorca machten. „Dia ui und dia ander“ tauschten sich rege aus. Die eine gestand: „Heute Nacht träumte ich von George Clooney, der holte mich ab. Wir fuhren auf eine Anhöhe und dann fiel er über mich her.“ Die andere fragte, ob sie sich denn nicht gewehrt hätte. „Noi, ähm, der Nagellack war noch nicht trocken“, antwortete sie ertappt. Bei der „Frage nach dem Weg“ hatte Hubert Rothmund alle Hände voll zu tun, norddeutschen Touristen, dargestellt von Carina Müller und Ralf Brodmann, im breiten Schwäbisch weiterzuhelfen. „Welches Dialekt sprecht ihr“, fragte er nach. „Lupenreines Hochdeutsch“, antworteten die Fremden. „I hans mer halber denkt, a paar Brocka han i sogar verstanda“. Kopfschüttelnd zog er Resümee: „Wenn i mi mit meina Mitmenschen so schlecht verständigen däd, ging i ohne Blindenhund gar nicht mehr aus dem Haus!“ Gerne sang das Publikum beim Auftritt des Singkreises mit und amüsierte sich beim „Bauhof-Ballett“ der Schnellergilde. Danach zeigten die Jungs von der Feuerwehr viel Haut. Zuerst stürmten sie als „Kungfu-Fighters“ durch den Saal, dann ließen sie die restlichen Hüllen fallen. Der Ball wurde von der Gruppe „Stern“ musikalisch begleitet. Glücklich durfte sich Hans Kienle schätzen, er wurde als Gewinner des Narrenbaums gezogen.