Zu einer absoluten Erfolgsgeschichte hat sich das interkommunale Gewerbegebiet "Königsegg" entwickelt, das von Ostrach, Riedhausen und Königseggwald gemeinsam auf den Weg gebracht wurde. Alle 13 Plätze der rund 5,3 Hektar große Fläche an der Altshauser Straße am Ortsausgang von Ostrach wurden binnen eines Jahres verkauft oder sind reserviert. "Wir hatten Areale zwischen 1500 und 7000 Quadratmetern", berichtet Wirtschaftsförderer Manfred Essl, dass auch er von dieser Nachfrage überrascht wurde. Die ersten zwei Gebäude stehen schon und ein Unternehmer plant schon einen weiteren Anbau. In diesem Jahr werden vermutlich weitere sechs Bauherren starten, wobei von den 13 Firmen neun aus Ostrach kommen, die an ihren bisherigen Standorten keine Erweiterungsmöglichkeiten hatten. Stolz ist man bei Verwaltung und Gemeinderat, dass man so vielen Ostracher die Chance auf eine Expansion geben konnte. Bewusst hatte man bezüglich der Flächenvergabe Kriterien festgelegt, um vornehmlich Handwerksbetriebe zu fördern, die Arbeitsplätze und Ausbildungsmöglichkeiten bieten. "Von den Anfragen her, hätten wir die dreifache Fläche verkaufen können", berichtet Essl, dass man beispielsweise Offerten von Speditionen ablehnte, die viel Platzbedarf haben, aber wenige Arbeitsplätze bieten. Auch die Anfrage, auf dem Gelände einen Waschplatz für Lastwagen zu errichten, wurde abschlägig beschieden. Das größte Areal mit 7000 Quadratmetern sicherte sich ein heimischer Handwerksbetrieb, aus dessen Werkstatt die weltgrößte Sauna stammt. Nach Angaben von Essl hat der Firmengründer große Pläne, so dass die Beschäftigtenzahl von aktuell 20 sich sicher erhöhen werde. Auf 150 schätzt der emsige Wirtschaftsförderer die Zahl der Arbeitsplätze, die im Gewerbegebiet entstehen, wenn alle Firmen ihre Bauvorhaben verwirklicht haben. Endlich expandieren kann beispielsweise der Betreiber einer Autowerkstatt, der sich aktuell bei einem anderen Unternehmen eingemietet hat.

Die ersten beiden Bauten in "Königsegg", wurden nach Angaben von Essl mit Mitteln aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) gefördert. "Es lohnt sich also, dass das Land den Ländlichen Raum finanziell fördert", ergänzt der Experte, dass der Zuschuss zehn Prozent der Investitionssumme beträgt. Selbstverständlich profitieren die beteiligten Kommunen in Form von Gewerbesteuer. Nachdem bei der Erschließung Ostrach, Riedhausen und Königseggwald einen Kostenschlüssel von 80:10:10 vereinbart hatten, fließen auch die Gewerbesteuereinnahmen entsprechend diesem Proproz in die drei Gemeindekassen. Dass die drei Kommunen gemeinsam agieren ist kein Zufall, da man auch in anderen Bereichen zusammenarbeitet und das Land die Ausweisung von interkommunalen Gewerbegebieten fördert, auch um den Flächenverbrauch und die Zersplitterung der Landschaft einzudämmen. Da Riedhausen und Königseggwald im Prinzip über keine eigenen ausgewiesenen Gewerbeflächen verfügen, wird bei mögliche Anfragen, beispielsweise aus dem Raum Ravensburg, auf das interkommunale Gebiet verwiesen und Wirtschaftsförderer Manfred Essl übernimmt die Betreuung.

Rund um das "Gewerbegebiet Königsegg" wurden schon weitere 15 Hektar Erweiterungsfläche skizziert. Mit der Erschließung dieses Areals will man erst starten, wenn es eine konkrete Anfrage nach einer großen Fläche gibt. Klar ist übrigens, dass sich mit den Firmenansiedlungen auch die Nachfrage nach Arbeitskräften erhöht, wobei den Unternehmen in Ostrach schon jetzt 130 Fachkräfte fehlen. Mit innovativen Konzepten, wie einer Ausbildungskooperation mehrerer Unternehmen, soll die Attraktivität Betriebe für den Nachwuchs erhöht werden. Dank dieser Zusammenarbeit können Auszubildende bei den Kooperationspartnern verschiedene Kenntnisse erwerben, die sie im Ausbildungsbetrieb ansonsten nicht vermittelt bekommen würden.