Bei Temperaturen gegen 30 Grad und unter praller Sonne eröffnete am Freitag das Southside-Festival offiziell seine Pforten: Kurz nach 14.30 Uhr strömten die Menschenmassen von den Zeltplätzen auf das Konzertgelände. Zweimal – 2020 und 2021 – musste das Festival in Nehausen ob Eck wegen Corona abgesagt werden. Der Veranstalter FKP Scorpio rechnet dieses Jahr mit bis zu 65.000 Besuchern bei den rund 70 Konzerten bis Sonntagabend. Der Großteil der Gäste habe die Tickets schon in den Vorjahren gekauft.

Viele Festivalbesucher reisten schon früher zum Southside

So auch Romy Fischer, die mit Freunden aus Hohentengen nach Neuhausen ob Eck gereist ist. „Es ist mein allererstes Festival, ich habe zwei Jahre darauf gewartet. Es ist mega“, sagte die 18-Jährige mit breitem Lächeln im Gesicht.

Rund 50.000 Besucher hatten ein Vier-Tage-Ticket gekauft und waren bereits einen Tag vor der offiziellen Eröffnung angereist, wie Jonas Rohde, Pressesprecher des Festivalveranstalters FKP Scorpio, am Freitag berichtete.

Gut besucht bei Temperaturen von bis zu 30 Grad: die Waschbecken auf den Zeltplätzen.
Gut besucht bei Temperaturen von bis zu 30 Grad: die Waschbecken auf den Zeltplätzen. | Bild: Nico Talenta

Dass so viele Menschen bereits am Donnerstag anreisten, zeigte sich auch auf den Straßen rund um Tuttlingen: Die Polizei twitterte am Donnerstagvormittag, alle Anfahrtstrecken zum Festivalgelände auf einem ehemaligen Flugplatz bei Neuhausen ob Eck seien wegen des sehr hohen Verkehrsaufkommens überlastet. Gegen 16.30 Uhr hieß es, die Verkehrslage entspanne sich allmählich, SÜDKURIER-Mitarbeiter vor Ort bestätigten, dass um diese Zeit die Zufahrtsstraßen bis Neuhausen frei waren.

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Lediglich im Ort selbst gab es einen Rückstau vom Festivalgelände bis zum Kreisel.

Zusätzliche Shuttlebusse pendeln zum Southside-Gelände

Gegen 18 Uhr gab die Polizei dann endgültig Entwarnung. Wegen Bauarbeiten unter anderem auf der Gäubahn-Strecke zwischen Singen und Immendingen wurden zudem zusätzliche Shuttlebusse eingesetzt, nicht wie sonst nur ab Tuttlingen, sondern auch ab Singen und Rottweil.

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Einige Festivalgänger, die der SÜDKURIER am Freitag auf den Zeltplätzen traf, sprachen von chaotischen Zuständen am Vortag. So berichteten Sebastian Kapfelsperger und Lisa Altmann aus Straubing, dass Sanitäranlagen geschlossen gewesen seien und nur Dixie-Klos zur Verfügung gestanden hätten.

Andere Festivalgänger sagten, dass am Donnerstag beim Haupteingang Absperrungen durchbrochen wurden und die Sicherheitskräfte überfordert gewesen seien. Auch hätte die Aufwärm-Party am Donnerstagabend erst mit Verspätung begonnen.

Immer wieder sind auf dem Festival Menschen mit Regenbogenfahnen zu sehen, auf denen zu Frieden und gegen Krieg aufgerufen wird.
Immer wieder sind auf dem Festival Menschen mit Regenbogenfahnen zu sehen, auf denen zu Frieden und gegen Krieg aufgerufen wird. | Bild: Marcel Jud

Auf Nachfrage erklärt Jonas Rohde vom Veranstalter FKP Skorpio, dass es aufgrund des Feiertags zu „einer geballten Anreise“ gekommen sei. „Aber die Situation war zu jeder Zeit unter Kontrolle. Wir hatten uns darauf eingestellt.“

Vorübergehend habe wegen des Ansturms der Einlass zur Bühne für die Aufwärmparty gestoppt werden müssen. Die Besucher seien aufgefordert worden, auf ihre Zeltplätze zurückzukehren. Mit einer rund halbstündigen Verspätung sei das Programm gestartet. Von geschlossenen Sanitäranlagen wusste Rohde am Freitagnachmittag nichts.