„Aber er“, gemeint ist Jesus, „hat doch gar nichts Schlimmes getan, das Urteil ist doch ungerecht“, empören sich die Worndorfer Kommunionkinder. Diesen schweren Weg, den Jesus entlang der Via Dolorosa in Jerusalem gequält wurde, verstehen Kinder noch viel schwerer als Erwachsene. Christina Schiele und Heike Möll aus Worndorf, beide Mütter von Kommunionkindern, begleiten sieben Dritt- und Viertklässler bei der Vorbereitung zur Heiligen Kommunion, die sie am Samstag, 30. April in Worndorf feiern. „Wir lassen die Kinder selbst mitgestalten, setzen die Ideen um und haben den Kreuzweg miteinander aufgebaut“, erklärt Heike Möll.

Kindgerechte Stationen

Und so sind vor der St.-Mauritius-Kirche zwölf Stationen kindgerecht und liebevoll entstanden. Sie wurden von den Kommunionkindern aufgebaut. Erklärtafeln, Gebete und insbesondere ideenreiche Attribute der einzelnen Stationen laden zum Staunen ein. Die persönliche Last eines jeden Besuchers dieses bunten Kreuzweges wird durch das Mitnehmen eines kleinen Steins am Eingang des Kreuzweges symbolisiert. Diese Last darf am Ende des Rundweges in einem von Tobias Ruggaber gezimmerten Kreuz abgelegt werden.

„Früher waren die Leute ja voll doof“, erklären sich die Kommunionkinder empört: „Am Palmsonntag schreien sie Hosianna und am Karfreitag schreien dieselben Menschen ,Kreuzigt ihn‘“. Christina Schiele erklärt: „Wir haben dann immer für die Kinder eine Brücke geschlagen ins heutige Leben, wo ebenso Reaktionen und Stunden des Kreuzweges zu erleben sind.“

Große Freude herrschte bei den Kindern über die bunte, helle Darstellung der Auferstehung, sogar ein Engel ist erkennbar. Der Kreuzweg in Worndorf lädt nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene und Familien zum Verweilen und Staunen ein.

Kreuzweg ist bis Ostermontag aufgebaut

Sehenswert ist wie der Esel am Palmsonntag, das letzte Abendmahl, der dreimal krähende Hahn, das Würfeln um die Kleider, die drei Kreuze und das offene Grab dargestellt sind. Es ist ein besonderer Kreuzweg, der nicht nur die ideenreiche Leichtigkeit eines Kindes spiegelt, sondern auch die Tatsache, dass die Entscheidungen und Reaktionen der Menschen, die zum schweren Gang der Via Dolorosa bis zum Kreuz geführt haben, bis zum heutigen Tag lebendig sind. Der Kreuzweg ist bis einschließlich Ostermontag aufgebaut.