Ostern ohne bunte Eier? Das geht gar nicht. Das Färben von Brisilleneiern an Ostern gehört in der Regel alljährlich zum Saisonauftakt des Freilichtmuseums Neuhausen. In diesem Jahr verschiebt sich die Saisioneröffnung aufgrund der Corona-Pandemie nach hinten und das beliebte Brisilleneier-Färben, das immer an Ostern stattfand, muss ausfallen. Wer jedoch bereits einmal diese alte Färbetechnik bei der Trachtengruppe Trossingen gelernt hat, kann diese auch selbst einfach zuhause umsetzen.

Wer sich am aufgedruckten Herkunftsnachweis auf den Eiern stört, kann diesen mit einem feuchten Schmutzradierer oder einem mit Essig getränkten Tuch entfernen.
Wer sich am aufgedruckten Herkunftsnachweis auf den Eiern stört, kann diesen mit einem feuchten Schmutzradierer oder einem mit Essig getränkten Tuch entfernen. | Bild: Sandra Häusler

In der Natur finden sich interessante Formen

Bei einem Gang durch den heimischen Garten, über die Wiese oder bei einem Waldspaziergang, lassen sich viele Blüten und Blätter mit interessanten Blattformen und -strukturen pflücken, wie Löwenzahn, Giersch, Schaumkräuter, Gänseblümchenblüten, Buschwindröschen, Milzkraut und Frauenmantel. Auch Karottengrün und Dill eignen sich hervorragend.

Damit die individuellen Muster auf den Brisilleneiern entstehen, werden Pflanzenblätter mit interessanten Formen und Strukturen, sowie Blüten gesammelt. Frauenmantel, Giersch, Blätter von Winterling, Ehrenpreis, Karottengrün und Dillstengel, Gänseblümchenblüten, Löwenzahnblätter, Forsythienblüten.
Damit die individuellen Muster auf den Brisilleneiern entstehen, werden Pflanzenblätter mit interessanten Formen und Strukturen, sowie Blüten gesammelt. Frauenmantel, Giersch, Blätter von Winterling, Ehrenpreis, Karottengrün und Dillstengel, Gänseblümchenblüten, Löwenzahnblätter, Forsythienblüten. | Bild: Sandra Häusler

Zum Färben der Brisilleneier wird traditionell Blauholz verwendet. Blauholz ist jedoch nicht lebensmittelecht. Deshalb sollten die damit gefärbten Eier nicht verzehrt werden.

Farben aus der Natur sind angesagt

Viele Menschen gehen dazu über, Ostereier nicht mit chemischen, sondern natürlichen Farben aus Naturmaterialien, Gemüse und Pflanzen zu färben. Dazu eignen sich unter anderem Rote Bete, Rotkraut, Brennnessel, Schalen von Speisezwiebeln oder Kurkumagewürz.
Viele Menschen gehen dazu über, Ostereier nicht mit chemischen, sondern natürlichen Farben aus Naturmaterialien, Gemüse und Pflanzen zu färben. Dazu eignen sich unter anderem Rote Bete, Rotkraut, Brennnessel, Schalen von Speisezwiebeln oder Kurkumagewürz. | Bild: Sandra Häusler

Im Zuge des Nachhaltigkeitsgedankens gehen heute deshalb viele dazu über, natürliche Farben aus Kräutern und Gemüse selbst herzustellen. Das ist gar nicht so schwer. Für eine rote Farbe sorgen rote Speisezwiebeln oder Rote Bete.

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Die Blätter und Blüten werden rings um das angefeuchtete rohe Brisillenei gelegt. Bei den Gänseblümchen zeigt die Blüte zum Ei. Werden zusätzlich noch braune Zwiebelschalen verwendet, gibt es an dieser Stelle eine Orange- bis Braunfärbung.
Die Blätter und Blüten werden rings um das angefeuchtete rohe Brisillenei gelegt. Bei den Gänseblümchen zeigt die Blüte zum Ei. Werden zusätzlich noch braune Zwiebelschalen verwendet, gibt es an dieser Stelle eine Orange- bis Braunfärbung. | Bild: Sandra Häusler

Kurkuma und Kamilleblüten schaffen ein sonniges Gelb. Eine grüne Farbe erzeugt ein Sud aus Brennnesseln oder Spinat. Brauntöne entstehen mit Kaffee, Schwarzem Tee oder Zwiebelschalen. Heidelbeeren und Rotkohlblätter geben Lila-Töne.

Das belegte Brisillenei wird straff in eine halbe Zeitungsseite eingeschlagen. Die Zeitung wird ringsherum mit einem Wollfaden fixiert.
Das belegte Brisillenei wird straff in eine halbe Zeitungsseite eingeschlagen. Die Zeitung wird ringsherum mit einem Wollfaden fixiert. | Bild: Sandra Häusler

Am besten eignet sich zur Herstellung des Natursuds ein alter, größerer Emaille-Topf. Auf einen Liter Wasser kommen in der Regel zwei bis drei Tassen Naturmaterial, außer bei Kurkumapulver. Wie die Sude je nach Inhalt hergestellt werden, dazu gibt es viele Anleitungen im Internet.

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Das Brisillenei wird nun 20 Minuten im traditionellen Blauholzsud gekocht. Blauholz ist nicht lebensmittelecht, deshalb sollten die Eier nicht verzehrt werden. Mit natürliche Farben aus Kräutern und Gemüse werden die gekochten Eier in den Sud eingelegt.
Das Brisillenei wird nun 20 Minuten im traditionellen Blauholzsud gekocht. Blauholz ist nicht lebensmittelecht, deshalb sollten die Eier nicht verzehrt werden. Mit natürliche Farben aus Kräutern und Gemüse werden die gekochten Eier in den Sud eingelegt. | Bild: Sandra Häusler

Rotkohl (Rotkraut) wird dafür in feine Streifen geschnitten und etwa 45 Minuten in einem großen Topf gekocht. Dann werden die hartgekochten, nicht abgeschreckten Eier im kalten Pflanzensud ohne Material gefärbt. Je länger sich die Eier darin befinden, desto intensiver wird die Farbe.

Nach dem Kochen werden die Brisilleneier mit einer Schaumkelle entnommen. Unter fließendem Wasser wird die Zeitungshülle von den Eiern entfernt. Praktischerweise sollten dazu Handschuhe getragen werden, um eine Färbung der Hände zu vermeiden. Das Muster der Blüten und Blätter hat sich auf dem Ei abgezeichnet.
Nach dem Kochen werden die Brisilleneier mit einer Schaumkelle entnommen. Unter fließendem Wasser wird die Zeitungshülle von den Eiern entfernt. Praktischerweise sollten dazu Handschuhe getragen werden, um eine Färbung der Hände zu vermeiden. Das Muster der Blüten und Blätter hat sich auf dem Ei abgezeichnet. | Bild: Sandra Häusler

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