Die Tuttlinger Wohnbau GmbH wird sich auch in Zukunft um ihren Standort in Neuhausen kümmern. Wie Geschäftsführer Horst Riess bei der Bilanzpressekonferenz seines Unternehmens in Tuttlingen weiter erklärte, plant das Wohnbauunternehmen in Neuhausen allerdings keine Neubauten. Die Wohnbau wolle sich um ihren Schwerpunkt in der Kreisstadt Tuttlingen und ihren Stadtteilen bemühen, so Riess.

Optimierung von Wohnungen

Das bedeutet aber keineswegs, dass sich das Kreisstadt-Unternehmen aus Neuhausen zurückziehen werde. Allein in den vergangenen drei Jahren hat die Wohnbau für ihre rund 100 Wohnungen in Neuhausen insgesamt rund 700 000 Euro für die Modernisierung der Wohnungen und der Gebäude sowie für die Neugestaltung des Wohnumfeldes investiert. Riess betonte: "Gegenwärtig sind die Arbeiten für die Optimierung unserer 40 Wohnungen in der Schwandorfer Straße im Gange." Diese Arbeiten sollen bis spätestens 2019 abgeschlossen sein.

Schadhafte Fassaden

Die Sanierungsarbeiten waren notwendig geworden, weil besonders bei den viergeschossigen Gebäuden die Fassaden schadhaft geworden waren. Die inzwischen erreichten Verbesserungen wertet der Geschäftsführer als deutliche Aufwertung der Wohnqualität in der Tuttlinger Nachbargemeinde.

Wohnbau GmbH will bezahlbare Mieten ermöglichen

Für Neuhausen und Tuttlingen gilt die von der Wohnbau GmbH selbst formulierte Aufgabe, bezahlbare Mieten zu ermöglichen. Das gilt besonders in der Kreisstadt. Dort stellt das Unternehmen mit seinen Mietwohnungen einen großen Anteil des Wohnungsangebots und beeinflusst über den Mietspiegel das Mietpreisniveau in Tuttlingen.

Preisniveau im Detail

Der Geschäftsbericht weist aus, dass in 60 Prozent der Wohnbau-Wohneinheiten zwischen 5 und 5,99 Euro pro Quadratmeter als Kaltmiete berechnet werden. Riess: "In 17,6 Prozent der Wohnungen liegt die Kaltmiete zwischen 4 und 5 Euro. Lediglich in 1,58 Prozent der Wohnungen müssen die Mieter zwischen 7 und 9 Euro bezahlen." Zur Erklärung für dieses Mietniveau erläutert der Tuttlingen Wohnbau-Chef: "Zum einen renovieren wir unseren Wohnbestand alle drei bis vier Jahre und erhöhen deshalb den Mietzins in diesen Intervallen nur geringfügig."

Wie werden Sanierungen finanziert?

Bei anderen Wohnbauunternehmen sei es üblich, die Wohnungen in längeren Zeitabständen zu modernisieren und dann gleich eine entsprechend hohe Mietpreissteigerung vorzunehmen. Dazu kommt bei der Wohnbau noch ein anderer Aspekt, den Riess so beschreibt: "Wir schöpfen die uns gesetzlich zustehenden Möglichkeiten, Modernisierungsmaßnahmen auf die Mieter umzulegen, nicht in vollem Umfang aus." Das Unternehmen sei in der Lage, diese nicht auf die Mieter umgelegten Kosten aus den laufenden Mitteln zu finanzieren.

Kostensteigerungen bei Neubauten

Allerdings müssen sich die Tuttlinger in zweifacher Hinsicht den Marktgesetzen beugen. Da ist zum einen die Notwendigkeiten, finanziellen Gewinn zu erzielen. Außerdem betont Riess, dass es bei Neubauwohnungen angesichts der gestiegenen Handwerkerkosten nicht möglich sei, einen Mietpreis von sechs Euro zu berechnen. An diesen Kostensteigerungen sieht Horst Riess nicht nur die Handwerker beteiligt. Er wirft auch dem Gesetzgeber vor, durch nicht nachvollziehbare Vorschriften und Normen beispielsweise bei der Wärmedämmung einen hohen Anteil an der Kostensteigerung zu verursachen.

Bauplätze sind sofort weg

Die Tuttlinger Wohnbau vermietet nicht nur Wohnungen. Sie baut Häuser und Wohnungen und bietet die Objekte zum Kauf an. Gerade im Hausbau sieht Riess eine Spanne, die die Wohnbau GmbH und andere Bauherren überwinden müssen. Gerade in Tuttlingen gibt es sehr gut verdienende Fachkräfte, die den Wunsch nach einem Einfamilienhaus haben. Riess: "Wenn ich heute 20 Bauplätze für Einfamilienhäuser habe, sind die morgen verkauft." Allerdings könne mit Einfamilienhäusern dem Wohnungsmangel nicht entgegengewirkt werden.