Erst in Neuhausen, dann in Oberschwandorf traten die elektrischen Straßenlaternen in Streik. Betroffen waren die Lichtspender in der Neuhauser Stockacher Straße und der gesamte Ortsteil Oberschwandorf. Zahlreiche Bürger beschwerten sich bei der Gemeinde oder der Ortsverwaltung über die ungewohnte Dunkelheit.

Reaktionen reichten von Humor bis Empörung

Ortsvorsteher Günter Binder erklärt: „Manche machten es mit Humor, andere waren sehr empört und eine dritte Gruppe zeigte Verständnis.“ Zu den lustigen Anrufern gehörten die Fragesteller, die sich erkundigten, ob die Gemeinde die Stromrechnung nicht bezahlt habe. Andere beschwerten sich, weil das Laternenlicht nicht mehr als Notbeleuchtung für den nächtlichen Toilettengang zur Verfügung stand. Über die wütenden Anrufer hüllt der Ortsvorsteher hingegen den Mantel des Schweigens.

Inzwischen funktioniert die Straßenbeleuchtung wieder – wie hier in Schwandorf.
Inzwischen funktioniert die Straßenbeleuchtung wieder – wie hier in Schwandorf. | Bild: Hermann-Peter Steinmüller

Zunächst fielen die Straßenlaternen in der Stockacher Straße aus. Kämmerer Artur Muschalek berichtet: „Es dauerte fünf Wochen, bis die schadhafte Stelle gefunden war, zum Schluss musste sogar ein Messwagen der EnBW angemietet werden, um die genaue Schadstelle zu orten.“ Jetzt würden die Leuchten ihrer Bestimmung gemäß wieder funktionieren. Den Kämmerer ärgert besonders, dass jetzt noch einige tausend Euro für die Schadenssuche und die Reparatur ausgegeben werden mussten, obwohl im kommenden Jahr der Straßenzug komplett erneuert werden soll.

Erst der Kernort, dann Oberschwandorf

Fast gleichzeitig mit dem Ende des Lampenstreiks im Kernort versagten die Leuchten in ganz Oberschwandorf ihren Dienst. Hier allerdings wurde der Fehler bereits nach rund eineinhalb Wochen gefunden. Mit der Fehlersuche war der örtliche Elektriker beauftragt worden. Er schildert seine Arbeit so: „Es ist wie bei der Suche nach einem Wasserrohrbruch. Allerdings hören die Arbeiter von unten ein Geräusch, das auf die schadhafte Stelle im Leitungsnetz hinweist.“ Bei der Suche nach einer schadhaften Stelle im elektrischen Leitungsnetz bliebe dagegen alles stumm.

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In der Stockacher Straße war die Suche deshalb so zeitaufwendig, weil immer wieder neue Sicherungen ausprobiert werden mussten. Der Handwerker erklärt: „Erst als nach umfangreichen Messungen der ungefähre Schadensort feststand, konnten wir die Schadstelle mithilfe des Messwagens genau feststellen.“ In Oberschwandorf habe die Suche schneller zum Erfolg geführt, weil bereits die ersten Versuche zur defekten Stelle führten.

Muschalek: „So etwas habe ich noch nicht erlebt!“

Als mögliche Ursache für die Stromausfälle geht der Handwerksmeister vom Alter der Leitungen aus. Zusätzlich, so mutmaßt er, könnten auch die Belastungen durch den Verkehr und besonders durch den Schwerlastverkehr zu den Leitungsschäden geführt haben. Auch bei der Rathausverwaltung gibt es keine genaue Erklärung, wieso fast zur selben Zeit an zwei Straßenzügen die elektrischen Leitungen schadhaft waren. Kämmerer Muschalek sagt: „So etwas habe ich noch nicht erlebt!“