Die Gemeinde Neuhausen ob Eck trauert um ihren Altbürgermeister Walter Renner. Er verstarb am Montag nach langer Krankheit im Alter von 79 Jahren. Viele Bürger waren von der Todesnachricht tief betroffen. So wie es ihm seine Krankheit erlaubte, war Walter Renner bis zuletzt bei offiziellen Anlässen immer anwesend. Er liebte die Geselligkeit und den Umgang mit den Mitmenschen. Der Verstorbene hinterlässt seine Ehefrau und zwei Kinder mit ihren Familien.

32 Jahre Bürgermeister

Walter Renner wurde am 1. Juni 1939 in Holzach geboren. Nach der Schulzeit erlernte er zunächst das Schneiderhandwerk. Auf dem zweiten Bildungsweg stieg er später in die Kommunalpolitik ein. Am 24. September 1972 wurde er zum Bürgermeister von Neuhausen ob Eck gewählt. Damals war er 33 Jahre alt. Von 1973 bis 2004 war er vier Amtsperioden lang Bürgermeister der Gesamtgemeinde Neuhausen ob Eck. Genauso lange war er Mitglied des Kreistags der CDU-Fraktion. Zehn Jahre lang war er zudem Fraktionssprecher und zuletzt Fraktionsvorsitzender. In seiner 32-jährigen Amtszeit als Bürgermeister war er außerdem Vorsitzender des Zweckverbands der Heuberg-Wasserversorgung und von 1994 bis 2004 Vorsitzender des Zweckverbandes Gewerbepark Neuhausen/Tuttlingen.

Vor 30 Jahren legte Walter Renner den Grundstein für das bäuerliche Freilichtmuseum und wurde vom ehemaligen Landrat und heutigem Justizminister Guido Wolf zum "Museumsschultes auf Lebenszeit" ernannt.

Bis zuletzt war Walter Renner Museumsschultes im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck. Vor 30 Jahren hatte er den Grundstein für das Museum gelegt.
Bis zuletzt war Walter Renner Museumsschultes im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck. Vor 30 Jahren hatte er den Grundstein für das Museum gelegt. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Sein Wirken in der Gemeinde bleibt unvergessen

Der neugewählte Bürgermeister hatte am 7. Dezember 1972 die Eingemeindungsverträge zwischen den drei Gemeinden Neuhausen ob Eck, Schwandorf und Worndorf unterzeichnet. 32 Jahre lang war Walter Renner dann Bürgermeister der Gesamtgemeinde. Während seiner Amtszeit hat er viele Herausforderungen gemeistert. Er verstand es, mit seiner Überzeugungskraft die württembergische Gemeinde Neuhausen ob Eck mit den beiden badischen Gemeinden Schwandorf und Worndorf zu vereinen und kontinuierlich zu einer lebenswerten Gesamtgemeinde zu entwickeln. Homburghalle, Homburgschule, Gemeinschaftseinrichtungen, Kläranlagen und die Erschließung von Neubaugebieten in den drei Teilorten sind bleibende Werke.

Eine der großen Hürden während seiner Amtszeit war die Auflösung des Bundeswehrstandorts im Jahr 1994. Aus dem großen Areal des Heeresflugplatzes entstand unter Walter Renners Federführung in Zusammenarbeit mit der Stadt Tuttlingen der Gewerbepark "take-off".

Walter Renner war ein herausragender Bürgermeister seiner Gemeinde, ein Partner und Freund für Bürger und Vereine. Das Wirken in seiner Heimatgemeinde wird unvergessen bleiben. Der Verstorbene findet heute auf dem Friedhof in Neuhausen ob Eck seine letzte Ruhestätte. Das Requiem beginnt um 13.15 Uhr in der katholischen Kirche St. Michael.