Das zum Abbau geeignete Steinmaterial im Mönchswald zwischen Neuhausen und Fridingen liegt sowohl auf Neuhauser, als auch auf Fridinger Gemarkung. Der Neuhauser Anteil ist nun nahezu abgebaut. Deswegen beantragt die Firma Storz jetzt, auch das Material auf dem Fridinger Bereich abbauen zu dürfen. Das hat für Neuhausen nun zwei Folgen, die Osswald so beschreibt: "Die Zahlungen für den Abbau gehen nun nicht mehr an uns, sondern an die Stadt Fridingen. Der gesamte Lkw-Verkehr wird aber wie bisher über Neuhausen abgewickelt." Die Erweiterung des Steinbruchs werde, so betont Osswald, seit Jahren diskutiert und sei auch bereits seit 2010 in der Regionalplanfortschreibung als Vorrangfläche zur Rohstoffgewinnung vorgesehen.

Diese Feststellung ist aus Sicht Osswalds deswegen besonders wichtig, weil derzeit ein Projekt eine Rolle spielt, das zufällig mit dieser Erweiterung zusammentreffe. Damit meint der Bürgermeister den Bau der Daimler-Teststrecke in Immendingen. Für diesen Bau hat der Autokonzern Steinmaterial bei der Firma Storz geordert. Dieses Material wird derzeit im Mönchswald gewonnen. Osswald: "Derzeit ist die Anzahl der Fahrten bedeutend höher, weil die Firma Storz des Daimler-Auftrags wegen die Abbaukapazität erhöht hat." Unter anderem werde im Zwei-Schicht-Betrieb abgebaut. Das bringt für die Anlieger auf der Transportstrecke über die Mühlheimer und die Stockacher Straße eine deutliche Mehrbelastung. Im Zwei-Schicht-Betrieb werde von kurz vor 6 Uhr morgens bis gegen 22 Uhr abgebaut und abgefahren. Osswald: "Derzeit wird zwischen 50 und 100 Prozent mehr Kalkstein abgebaut als in den Jahren zuvor."

Manche Bürger argwöhnten, so gibt der Rathauschef wieder, die Erweiterung des Steinbruchs habe direkt mit dem Daimler-Auftrag an Storz zu tun. Sie befürchteten, dass die Erweiterung noch mehr Verkehr mit sich bringe. Diese Sorge ist aus Sicht des Verwaltungschefs unbegründet. Sobald der Daimler-Auftrag erfüllt ist, rechnet Hans-Jürgen Osswald mit einem Rückgang des Transportverkehrs auf die bislang üblichen 12.000 bis 15.000 Fahrten pro Jahr.

Im Rat wandte sich niemand gegen die Feststellung, dass durch die Erweiterung des Steinbruchs die Immissionsbelästigungen nicht zunehmen werden. Vielmehr wurde über Möglichkeiten diskutiert, das Tempo im Bereich der Ortsdurchfahrt zu drosseln. Osswald bezeichnete Forderungen als realistisch, am Beginn der Ortsdurchfahrt beim Friedhof einen Verkehrsteiler zu installieren. Um das Tempo sowohl der Lastwagen als auch der übrigen Verkehrsteilnehmer zu überwachen, sprachen sich der Bürgermeister und mehrere Räte für einen Blitzer in der Mühlheimer Straße aus. Osswald verwies darauf, dass seit Inbetriebnahme der Geschwindigkeitsüberwachungsanlage in der Stockacher Straße deutlich langsamer gefahren werde.

Erweiterungspläne

Der Steinbruch soll um rund 11,4 Hektar auf Fridinger Gebiet erweitert werden. Das, so Hans-Jürgen Osswald, entspräche einem Lagerstätteninhalt von 4,9 Millionen Kubikmetern. Die Betreiberfirma Storz rechnet damit, dass dieses Vorkommen 20 Jahre lang ausreichen werde. Das Tuttlinger Unternehmen gehe, so Osswald, von einem Jahresabbau von 150.000 bis 200.000 Tonnen aus.