Bär schlüsselte weiter auf: "Das bedeutet gegenüber den 83 908 Besuchern von 2016 eine Zunahme von 12 Prozent." Einziger Wermutstropfen in der Jahresstatistik ist ein Rückgang der Schüler im Rahmen des Programms "Schüler im Museum" (Sim). Deren Zahl sank um sechs Prozent auf 8000. Als Grund nannte der Landrat einen personellen Wechsel bei den eingesetzten Betreuungskräften. Bär zeigte sich überzeugt, dass sich in diesem Jahr die Zahl der Sim-Teilnehmer wieder erhöhen wird.

Zu den Besonderheiten im 30. Jahr des Bestehens gehört die Sonderausstellung "Schätze aus dem Freilichtmuseum". Almut Grüner: "Dabei zeigen wir an verschiedenen Stellen auf dem Museumsgelände 30 Exponate aus unserem Fundus, die ansonsten nicht zu sehen sind." Die Spannweite dieser Gegenstände reiche von einem Nachttopf bis hin zu einer einfachen Flechtmaschine. Ein besonderer Höhepunkt soll am 17. Juni aus Anlass des 30-jährigen Bestehens der Umzug der Neuhauser Vereine, der Kindergärten und der Schule vom Ortskern zum Freilichtmuseum werden.

Stefan Bär und Almut Grüner stellen die Stallscheune aus Haberstenweiler als "Haus des Jahres 2018" im Freilichtmuseum vor.
Stefan Bär und Almut Grüner stellen die Stallscheune aus Haberstenweiler als "Haus des Jahres 2018" im Freilichtmuseum vor. | Bild: Hermann-Peter Steinmüller

Zum zweiten Mal nach 2017 wird in diesem Jahr eines der Museumsgebäude als "Haus des Jahres" im Mittelpunkt einer Sonderaktion stehen. Die Museumsmacher entschieden sich für die 222 Jahre alte Stallscheune aus Haberstenweiler bei Salem. Sie stellt ein Stück dörflicher Sozialgeschichte dar. Von besonderem Interesse ist dabei die Knechtskammer. Almut Grüner: "Sie zeigt, wie bescheiden früher die Knechte untergebracht waren." Die Besucher sollen sich aber nicht nur einen optischen Eindruck verschaffen, sondern auch fühlen, wie es vor 100 Jahren in einer Knechtskammer war. Dazu wurde hinter der Kammer ein spezieller "Mitmachraum" eingerichtet. "Da kann sich jeder Besucher in ein Knechtsbett legen und den Unterschied zwischen diesem Nachtlager und dem eigenen Bett zu Hause fühlen", sagt die Museumsleiterin. Außerdem gibt es einen Kleiderschrank mit der üblichen Bekleidung eines Knechts. Auch diese Textilien können anprobiert werden. Dieser Mitmachraum, so Grüner, sei sowohl für Kinder als auch für Erwachsene bestimmt. Gegenwärtig bemüht sich die Museumsleitung noch, Details aus der Geschichte der Stallscheune in Erfahrung zu bringen.

Kirbe am 7. Oktober

Natürlich stehen auch wieder die Klassiker unter den Veranstaltungen auf dem Programm, dazu gehören der Fuhrmannstag am 8. Juli und die Kirbe am 7. Oktober. Die Kirbe war mit fast 10 000 Besuchern die am stärksten besuchte Veranstaltung des vergangenen Jahres. Stefan Bär betonte, dass damit fast die Aufnahmekapazität des Museums erschöpft gewesen sei.

Zum ersten Mal bricht die Museumsleitung mit einer bisher eisernen Regel, nach der das Museum während der Winterpause in seinem Dornröschenschlaf nicht geweckt wird. Für den Nikolaus wird die Winterpause am 1. Dezember für einige Stunden unterbrochen. Zur finanziellen Seite des Betriebs sagte der Landrat, dass der Kreis pro Jahr ein durchschnittliches Defizit von rund 800 0000 Euro trage. Zur Finanzierung der Jugendarbeit habe das Museum aus Mitteln des Bundes-Wissenschaftsministeriums in den vergangenen vier Jahren 145 0000 Euro erhalten.

 

Öffnungszeiten

Die Saison im Freilichtmuseum Neuhausen beginnt am 31. März und endet am 28. Oktober. Das Museum ist Dienstag bis Sonntag zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet. Am Oster- und am Pfingstmontag gelten die gleichen Öffnungszeiten. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre haben freien Eintritt. Erwachsene zahlen 6,50 Euro, Behinderte 4 Euro, Erwachsenen-Gruppe ab 15 Mitgliedern pro Person 5,50 Euro, Schüler und Studenten ab 17 Jahren 4 Euro, Schulklassen (ohne Programm, je Schüler) 3 Euro, Jahreskarten 20 Euro. Weitere Infos: www.freilichtmuseum-neuhausen.de.