Für 71 000 Euro muss die Scheibentauchkörperanlage in der Worndorfer Kläranlage ausgetauscht werden. Das sind 31 000 Euro mehr als ursprünglich im Haushaltsplan vorgesehen. Der Gemeinderat billigte in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause diese Mehrausgaben. Die überplanmäßige Ausgabensumme soll im Rahmen des Gesamtdeckungsprinzips im Vermögenshaushalt ausgeglichen werden.

Die Scheibentauchkörperanlage ist das Herzstück der biologischen Reinigungsstufe einer Kläranlage. Auf den rotierenden Scheiben bilden sich die für die Reinigung notwendigen Bakterien. Während des Auftauchens aus dem Abwasser nehmen die Kleinstlebewesen den notwendigen Sauerstoff auf. Bürgermeister Hans-Jürgen Osswald beschrieb den derzeitigen Zustand dieser wichtigen Klärkomponente so: "Die Scheibentauchkörperanlage in Worndorf besteht aus einem alten und einem neuen Teil." Der neue Teil der Anlage musste 2016 und 2017 für insgesamt 29 000 Euro repariert werden.

Nun, so stellte Osswald fest, ist der alte Teil der Anlage verschlissen. Die Styroporscheiben lösten sich bereits auf. Darauf, dass dieser alte Teil der Scheibentauchkörperanlage nicht mehr richtig funktioniert, war der Gemeinderat bereits im Rahmen der Haushaltsvorberatungen 2016 hingewiesen worden. Damals hatte sich das Gremium darauf geeinigt, die Anlage noch so lange weiter zu betreiben, solange die vorgeschriebenen Reinigungswerte eingehalten werden können. Zur Vorsicht waren damals aber bereits 40 000 Euro für den Austausch eingeplant worden. Osswald: "Nun ist der Austausch der Anlage unumgänglich geworden."

Die Firma Stengelin aus Rietheim-Weilheim bot lediglich die Lieferung des Materials zur Baustelle zum Preis von rund 50 000 Euro an. Dazu kämen noch die Montagekosten. Für die Demontage der alten Anlage haben die Rietheim-Weilheimer überhaupt kein Angebot unterbreitet. Anders die Firma Bioclean aus Friedrichshafen: Sie bietet neben der Anlage für 49 000 Euro den Ein- und Ausbau für knapp 22 000 Euro pauschal an und erhielt deshalb den Zuschlag.