Darf das der Bürgermeister und darf das das Landratsamt überhaupt genehmigen? Diese Fragen treiben derzeit den Worndorfer Manfred Vogler um. Vogler nahm Kontakt zum SÜDKURIER auf, der in der Angelegenheit recherchierte. Es geht um die inzwischen geschlossene Erddeponie Tränketal auf der Gemarkung Worndorf. Dort hat die Gemeindeverwaltung mit Genehmigung des Landratsamtes und nach Unterrichtung des Gemeinde- und des Ortschaftsrates Erdmaterial abgeladen, das leicht mit Schwermetallen belastet ist.

Manfred Vogler fragt sich nun, warum die Gemeinde dort Material deponieren darf, obwohl die Anlage für gewöhnliche Bürger bereits geschlossen ist. Außerdem meldet der Worndorfer Bedenken an, ob das belastete Erdreich wirklich unbedenklich ist.

Illegale Ablagerungen in der Vergangenheit

In den vergangenen Jahren kam es mehrfach vor, dass auf der Erddeponie verbotenerweise asbesthaltiger Bauschutt abgeladen wurde. Die Gemeinde musste mit Steuergeldern die fachgerechte Entsorgung bezahlen. Das war 2013. 2016 waren erneut asbesthaltige Stoffe auf der Erddeponie entdeckt worden. Der oder die Verursacher konnten nicht ermittelt werden. Ein ursprünglich als Müllsünder Verurteilter wurde in der Berufungsverhandlung freigesprochen.

Bürgermeister bestätigt Pläne für Fotovoltaikanlage

Die Erddeponie liegt sehr abgelegen an einem nur Ortskundigen bekannten Weg, der Worndorf mit der Nachbargemeinde Boll verbindet. Auch wegen dieser Vorfälle entschloss sich der Gemeinderat zur Schließung der Anlage. Über die Zukunft des Geländes ist bereits entschieden. Wie Bürgermeister Hans-Jürgen Osswald bestätigt, plant die Gemeinde zusammen mit einem Unternehmen aus Lichtenau, auf dem früheren Deponiegelände eine Fotovoltaikanlage zu bauen.

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Landratsamt genehmigt Ablagerung von gering belastetem Material

Gegenwärtig entsteht in der Kerngemeinde Neuhausen ein großes Regenrückhaltebecken zum Schutz der Gemeinde vor Hochwasser. Dabei fiel laut Osswald mit Schwermetallen belastetes Aushubmaterial an. Die Umweltbehörde im Landratsamt Tuttlingen nahm mehrere Bodenproben.

Am 8. Mai teilte die Behörde dem Bürgermeister schriftlich mit: „Die gemessenen Schwermetallkonzentrationen zeigen bei Arsen, Chrom und Thalium vereinzelt gegenüber den Zuordnungswerten für lehmig/schluffigen Boden erhöhte Konzentrationen.“ Diese Konzentrationen an Schwermetallen seien deutlich unterhalb der erlaubten Höchstmengen. Sie stammen, so das Kreisumweltamt, aus natürlichen, geogenen Prozessen. Das Material dürfe deswegen auf der Erddeponie gelagert werden. Der Deponiebereich liege laut der geologischen Karte auf einer mit Alblehm gefüllten Talmulde.

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Anlieferung muss strikt überwacht werden

Zusammenfassend erklärt die Behörde: „Unter Berücksichtigung der Untersuchungsergebnisse und der Absicht der Gemeinde, die Erddeponie Tränketal mit einer geeigneten Profilierung in nächster Zeit zum Abschluss zu bringen, würden wir dieses Aushubmaterial zur Verbringung auf die Erddeponie Tränketal für geeignet ansehen.“ Als einzige Auflage forderte das Kreisumweltamt eine strikte Aufsicht während der Zeit der Anlieferung. Die Gemeinde müsse sicherstellen, „dass ausschließlich Aushubmaterial von der Tiefbaumaßnahme für das Regenüberlaufbecken angeliefert wird und die Deponie ansonsten geschlossen ist“.

Ebene Fläche soll geschaffen werden

Um für die Fotovoltaik-Anlage die baulichen Voraussetzungen zu schaffen, muss das Rathaus für eine ebene Fläche sorgen, erklärt Hans-Jürgen Osswald: „Deshalb brauchen wir das Material.“ Im Augenblick habe die Erddeponie noch die deutliche Form eines Tals. Dieses Tal gelte es mit dem Material von der Baustelle in der Kerngemeinde aufzufüllen.

Fotovoltaikanlage soll bis zu 200 Vier-Personen-Haushalte mit Strom versorgen

Die geplante Sonnenkraft wird, so beschreibt der Verwaltungschef, über eine installierte Leistung von 750 Kilowatt verfügen: „750 Kilowatt installierter Leistung lassen 750 000 Kilowattstunden Strom erwarten.“ Das entspräche dem Verbrauch von 200 Vier-Personen-Haushalten.