Zu 80 Prozent sind wir vom Garten her Selbstversorger", sagt Irmgard Schmid. Beim Gartenrundgang mit dem SÜDKURIER erntet sie nebenbei Karotten und Zucchini für das Mittagessen. Rote Beete, Karotten, Zwiebeln, Kopfsalat, Bohnen, ein Beet mit Hokkaidokürbissen für Kürbissuppe im Herbst, zwei stattliche Zucchinipflanzen, Bohnen, Kartoffeln, Kohlköpfe, Lauch, Erdbeeren, Schnittlauch – kaum ein Gemüse, das hier nicht zu finden ist.

Blumen säumen den Gemüsegarten von Irmgard Schmid auf dem Hofgut Tannenbrunn in Worndorf.
Blumen säumen den Gemüsegarten von Irmgard Schmid auf dem Hofgut Tannenbrunn in Worndorf. | Bild: Sandra Häusler

Vor 20 Jahren von der Schwiegermutter übernommen

Vor knapp 20 Jahren übernahm die 57-Jährige den Garten von ihrer Schwiegermutter. Der Gemüsegarten ist 360 Quadratmeter groß. Rings um die Gemüsebeete pflanzte sie Blumen. "Mir war die Kombination von Gemüse- und Blumengarten ein Anliegen, weil ich eine absolute Blumenfreundin bin", beschreibt Irmgard Schmid. Mit den Frauen im Dorf tauscht sich Irmgard Schmid nicht nur verbal aus: Gegenseitig tauscht man auch Ableger oder Wurzeln, wie den Dahlien, die am Rand des Gemüsebeetes für einen farbkräftigen Blickfang sorgen, berichtet die aktive Chorsängerin.

Die kräftigen Zucchinipflanzen versprechen eine reiche Ernte.
Die kräftigen Zucchinipflanzen versprechen eine reiche Ernte. | Bild: Sandra Häusler

Familie seit 100 Jahren hier zu Hause

Seit 100 Jahren ist die Familie Schmid auf dem Hof. Aktuell leben hier drei Generationen. An verschiedenen Ecken des landwirtschaftlichen Betriebes mit Milchviehhaltung fallen die Blumen ins Auge. Vor dem Stall blühen Hortensien, Echinacea, Algier-Malve, weiße Margeriten, Zierdistel und rote Schafgarbe. "Bei der Arbeit auf dem Hof muss sich auch der Mensch wohlfühlen. Es gibt nicht nur ein Tierwohl, sondern auch ein Menschenwohl", sagt sie.

Die weiß-lila Algier-Malve bezaubert durch ihre Blüten.
Die weiß-lila Algier-Malve bezaubert durch ihre Blüten. | Bild: Sandra Häusler

Sohn bekommt Bäume zum Technikerabschluss

Vor zwei Jahren legte Irmgard Schmid ein Beet mit Rosen, Funkien, Bergenien, Storchschnabel und einer cremefarbenen Duftrose an. Von einer Eierkundin habe sie eine Pfingstrose bekommen mit inneren Blütenblättern in Dunkelrosé und außen Hellrosé. "Jedes Jahr, wenn die Pfingstrosen blühen, denke ich an diese Frau", sagt Irmgard Schmid. Neben dem Gemüsegarten stehen drei junge Bäume, zwei Apfelbäume und ein Zwetschgenbaum. Sohn Andreas hatte diese Bäume zum Technikerabschluss erhalten. Unter den Bäumen blüht eine Märchenrose. Ihre beiden Töchter lässt sie an ihrem Wissen teilhaben: "Es war mir wichtig, das Gartenwissen und die Herkunft der Lebensmittel an unsere Kinder weiterzugeben und sie in die Arbeiten zu integrieren."

Beim Gartenrundgang mit dem SÜDKURIER erntet Irmgard Schmid Karotten fürs Mittagessen.
Beim Gartenrundgang mit dem SÜDKURIER erntet Irmgard Schmid Karotten fürs Mittagessen. | Bild: Sandra Häusler

Im alten Hausgarten wachsen jetzt Beeren

Den alten Hausgarten funktionierte Irmgard Schmid zum Beerengarten mit Johannisbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren um. Vor der Terrasse blüht im Frühjahr ein Steingarten mit Storchschnabel, Edelweiß, Immergrün, Küchenschelle und Bodendeckern. "Es ist dann ein Blütenmeer aus bunten, kräftigen Farben", schwärmt sie. Die Fetthenne öffnet im Spätsommer ihre Blüten und lockt die Insekten an.

Abends plätschert hier das Wasser aus dem kugelförmigen Quellstein.
Abends plätschert hier das Wasser aus dem kugelförmigen Quellstein. | Bild: Sandra Häusler

Runder Platz mit Quellstein

Mitten im Hof haben Irmgard und Andreas Schmid erst in diesem Frühjahr unter dem großen Walnussbaum einen runden Platz mit einem kugelförmigen Quellstein, solarbetriebener Pumpe und Solarlicht, weißem Carrara-Kies und verschiedenen Gräsern wie Blauschlingel, Chinaschilf und Hirse angelegt. Abends plätschert dort das Wasser.

Die rote Schafgarbe sorgt für einen kräftigen Farbtupfen im Staudenbeet und ist eine Bienenpflanze. Schon der griechische Held Achilles soll die Pflanze genutzt haben. Der Name Garbe leitet sich von "Garwe" ab, was so viel wie "gesundmachen" heißt.
Die rote Schafgarbe sorgt für einen kräftigen Farbtupfen im Staudenbeet und ist eine Bienenpflanze. Schon der griechische Held Achilles soll die Pflanze genutzt haben. Der Name Garbe leitet sich von "Garwe" ab, was so viel wie "gesundmachen" heißt. | Bild: Sandra Häusler

Liebe zu Hortensien wächst

Die Hobbygärtnerin ist froh, dass Andreas Schmid trotz der vielen Arbeit auf dem Hof ein offenes Ohr für ihre Gartenprojekte hat und diese unterstützt. Von der Sitzecke am Hauseingang, an dem sie abends den SÜDKURIER liest, genießt die Hobbygärtnerin die schöne Abendstimmung beim Plätschern des Wassers. "Die letzten zwei Jahre habe ich eine richtige Liebe für Hortensien entwickelt, weil sie lange Blühfreude schenken", sagt Irmgard Schmid. Sie brauchen viel Wasser. "Das, was der Regen vermag, kann das Gießen gar nicht ersetzen." Gerade erst hat sie das ausgediente Spielhaus der Kinder im Schwedenhausstil gestrichen. Die Hühner davor vermitteln Landidylle.

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Gartensteckbrief

Irmgard Schmids, Hofgut Tannenbrunn

  1. -Auf was ich nicht verzichten kann: Der Nutzgarten muss ein. Aber es muss auch immer etwas blühen. Der rund 360 Quadratmeter große Gemüsegarten ist deshalb mit Blumen eingefasst. An diversen Stellen auf dem Hofgelände sind Blühflächen angelegt. Sie erfreuen bei der täglichen Hof-und Gartenarbeit.
  2. -Was ich am liebsten ernte: Im Beerengarten Himbeeren, Stachelbeeren und Johannisbeeren pflücken, die wachsen direkt am Haus.
  3. -Was ich gegen Blattläuse anwende: Ein Drittel Wasser und zwei Drittel Milch in eine Sprühflasche oder Rückenspritze füllen und damit die befallenen Pflanzen besprühen.