Die Erfolgsgeschichte der Neuhauser Firma Asanus erfährt einen vorläufigen Höhepunkt: Geschäftsführer Armin Schorer erhielt den Preis der Landesregierung als einer der Sieger des Wettbewerbs "100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg" vergangene Woche aus den Händen von Staatssekretärin Katrin Schütz. Armin Schorer hat das Medizintechnik-Unternehmen zusammen mit seiner Frau Heike gegründet, die beiden leiten die Firma auch gemeinsam.

"Die Preisverleihung war feierlich", berichtet Schorer, der gemeinsam mit Ehefrau Heike an der Feierstunde im Marmorsaal des Stuttgarter Schlosses teilnahm. Sie hatten sich beworben und seien "völlig überraschend" ausgewählt worden, sagt der Geschäftsführer. Den Preis erhielten sie für ihre BarCon-Software. Sie hilft, das Material für eine Operation zusammenzustellen und sorgt somit für größtmögliche Sicherheit für Operateur und Patient. Das Vorbildprojekt haben sie mit der Charité in Berlin, der größten Universitäts-Klinik Deutschlands, umgesetzt.

Die Digitalisierung im Medizinwesen, hochwertige Medikalprodukte mit intelligenter Logistik und eine Technologie zur Rückverfolgung von Einzelprodukten sind Stärken von Asanus. Dazu kommt eine fachlich hoch spezialisierte Beratung in den Prozessen der eigenen Geschäftsfelder als Basis des Erfolgskonzeptes.

Jahrelang war das Credo der Firma "Wir können gut Instrumente!". Rund 3500 hat Schorer neu- oder weiterentwickelt, für das komplette Programm von 18 000 hat er technische Zeichnungen angefertigt, eigene Modelle verfeinert und hohe Standards gesetzt.

Bereits im Jahr 2000 kam Asanus in den Gewerbepark Neuhausen. "Ich war einer der ersten hier", erinnert sich Armin Schorer und erzählt von den Anfangsjahren, als gerade erst die Bundeswehr den Flugplatz verlassen hatte. Er verkaufte Instrumente, aber "ich habe die Firma nie nur als Handelsunternehmen gesehen". Schon früh stattete er auch ganze Krankenhäuser aus und arbeitete weiter an seinem Traum, seiner Vision. "Heute spricht man ja viel von Industrie 4.0, ich habe die ersten Ansätze damals bereits gehabt."

Die Instrumente und die dazu passenden Schränke sind seine Leidenschaft, aber etwas anderes trieb und treibt Schorer an: Die Prozesse in den Krankenhäusern will er optimieren und damit bessere Arbeitsvoraussetzungen und höhere Sicherheitsstandards für alle setzen. "Früher gab es einen überfluteten Markt an Produkten im Medizinwesen", erläutert er. "Wir hatten eine große Lagerhaltung mit viel Ware und am Ende des Jahres hat jeder noch mal schnell sein Budget ausgeschöpft und die Lager weiter gefüllt." Schorer war aber fest davon überzeugt, dass das nicht optimal ist. Seine Software zur digitalen Ver- und Entsorgung hat er parallel zum Instrumentenverkauf weiterentwickelt, 17 Jahre lang getüftelt, Barcodes auf den Instrumenten angebracht, einen Chip, der es ermöglicht, den Inhalt ganzer Instrumentenbehälter komplett auszulesen.

Ein Programm zum Erfassen der Daten – transparent und in Echtzeit – eine durchgängige Dokumentation mit Schnittstellen zu anderen Programmen. Viel Aufwand eben, der aber bessere Kennzahlen liefert und den Kosten- und Nutzengrad besser messbar macht.

 

Die Firma

Die Firma Asanus Medizintechnik GmbH mit Sitz in Neuhausen ob Eck agiert weltweit. In Durban (Südafrika) ist eine Vertriebsgesellschaft beheimatet, dazu gibt es zahlreiche Vertriebspartner auf fast allen Kontinenten. Am Firmenhauptsitz in Neuhausen ob Eck bei Tuttlingen sind mittlerweile über 50 Mitarbeiter, in der Asanus-Firmengruppe weltweit insgesamt über 120 Mitarbeiter beschäftigt. Geschäftsführer ist Gründer Armin Schorer zusammen mit seiner Frau Heike, die Prokura hat und für das Personal verantwortlich zeichnet.