Unter 1101 vergleichbaren Gemeinden in Baden-Württemberg nimmt Neuhausen mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 424 Euro den 600. Platz ein. Diese Zahlen nannte Bürgermeister Hans-Jürgen Osswald in dieser Woche vor dem Gemeinderat. Konkret ging es bei dem Tagesordnungspunkt um den Haushaltszwischenbericht für das erste Halbjahr 2017. Nach Einschätzung der Verwaltung läuft alles nach Plan. Die für das Jahresende geplanten Einnahmen werden in den meisten Fällen erreicht oder sogar überschritten. Insgesamt rechnet Kämmerer Artur Muschalek aus heutiger Sicht mit überplanmäßigen Mehreinnahmen von 228 000 Euro.

Ein Beispiel für das Hoch auf der Einnahmenseite ist die Gewerbesteuer. Das Rathaus erwartete am Jahresbeginn 2,4 Millionen Euro. Gegenwärtig sind bereits über 3 Millionen Euro eingegangen. Die endgültige Höhe wird aber erst am Jahresende feststehen. Dennoch glauben Muschalek und Osswald, dass das festgelegte Einnahmeziel zumindest erreicht werden kann. Selbst die Hundebesitzer leisten einen Beitrag. Statt der erwarteten 23 500 Euro haben sie bereits über 24 000 Euro auf das Gemeindekonto überwiesen.

Die Arbeiten am Neuhauser Kreisverkehr sollen bis Oktober komplett beendet sein.
Die Arbeiten am Neuhauser Kreisverkehr sollen bis Oktober komplett beendet sein. | Bild: Hermann-Peter Steinmüller

Der Kämmerer stellte fest: "Auf der Einnahmenseite sind leichte Verbesserungen und auf der Ausgabenseite sind deutliche Reduzierungen zu verzeichnen." Das liege zum einen an der Verschiebung der Kanalsanierungsmaßnahmen, zum anderen am späten Beginn der Erschließungsarbeiten für das Baugebiet "Filz-Erweiterung". Für die Gemeinde ergibt sich vor diesem Hintergrund die Möglichkeit, dass auch in diesem Jahr auf Kreditaufnahmen verzichtet werden kann.

Die großen Bauvorhaben der Gemeinde laufen derzeit auf Hochtouren. Das ist neben dem mit 2,7 Millionen Euro teuren Projekt der Erschließung für das Gewerbegebiet "Filz-Erweiterung" besonders der 1,42 Millionen Euro teure Kreisverkehr in der Ortsmitte und die damit verbundene Neugestaltung des Dorfplatzes. Hans-Jürgen Osswald zeigte sich über die Fortschritte auf dieser Baustelle zufrieden. Der vom Bürgermeister vorgestellte Zeitplan sieht vor, dass bereits Mitte August drei der vier Arme der Kreisverkehrsanlage befahrbar sein werden. Verbunden mit der Platzgestaltung im Bereich Apotheke und Bank wird die Durchfahrt auf der Tuttlinger Straße noch einige Wochen lang nicht möglich sein. Der Rathauschef zeigte sich zuversichtlich: "Wir können den Kreisverkehr komplett im Oktober für den Verkehr freigeben!"