Zum ersten Mal seit Jahren war das Southside vor Festivalbeginn nicht ausverkauft. Aber: Einen Tag nach dem offiziellen Start fanden am Samstag doch noch die letzten der 60.000 Tickets ihren Abnehmer, wie Veranstaltungsleiter Benjamin Hetzer von FKP-Scorpio am Sonntag berichtete

Die Zuschauer: Die Besucher konnten sich von Freitagnachmittag bis Sonntagnacht  zwischen 65 Konzerten auf vier Bühnen entscheiden. „Am meisten war am Freitagabend bei Kraftklub los“, sagte Benjamin Hetzer. An die 56.000 Fans besuchten das Konzert der Chemnitzer Rockband. Das WM-Spiel Deutschland gegen Schweden lockte 10.000 Zuschauer vor die Großleinwand auf dem Zeltplatz.

Benjamin Hetzer, Veranstaltungsleiter von FKP Scorpio, erklärt bei der Pressekonferenz, dass das festival in zukunft größer werden soll.
Benjamin Hetzer, Veranstaltungsleiter von FKP Scorpio, erklärt bei der Pressekonferenz, dass das festival in zukunft größer werden soll. | Bild: Lukas Reinhardt

Das Wetter: Aus Sicht der Veranstalter herrschten perfekte Bedingungen - abgesehen von den niedrigen Temperaturen in der Nacht von Freitag auf Samstag. „Hier haben wir Tiefstwerte von 4,9 Grad gemessen“, sagte Hetzer. Körperlichen Schaden hätte niemand davon getragen. Umgekehrt sorgten die vergleichsweise niedrigen Temperaturen dafür, dass die Rettungsdienste keine Hitze-Notfälle behandeln mussten.

Die Verletzten: Die 500 Rettungskräfte der Johanniter und des Technischen Hilfswerks mussten sich 2000 Mal um Festivalbesucher kümmern. Das ist ein Drittel weniger als im vergangenen Jahr. „Und die Hälfte dieser Fälle wäre wohl reibungslos zwischen den Besuchern abgelaufen, wenn nicht zufällig ein Sanitäter in der Nähe gewesen wäre“, vermutet Daniel Ganther, der Einsatzleiter der Johanniter. „Es ging zum Beispiel darum, eine Zecke zu entfernen oder ein Pflästerchen zu reichen.“ Tatsächlich behandelt wurden in den meisten Fällen Verletzungen der Extremitäten, zum Beispiel Knöchelverletzungen. Positiv überrascht war Ganther von der geringen Zahl stark alkoholisierter Besucher. Ekhard Stegmann vom Deutschen Roten Kreuz berichtete von insgesamt 94 Besuchern, die ins Krankenhaus Tuttlingen abtransportiert werden mussten. Johanniter und DRK  zogen eine positive Bilanz der Einsatztage.

Die Sicherheit: Jürgen Rommelfanger vom Polizeipräsidium Tuttlingen zeigte sich erfreut über ein friedliches Festival. Die Polizei vermeldete 80 Straftaten. „In den meisten Fällen hat es sich um Diebstähle gehandelt oder um Personen, die sich unrechtmäßig Zutritt zum Gelände verschaffen wollten.“ Weiterhin berichtete Rommelfanger von vier Körperverletzungen und zwei Fällen, in denen Besucher Polizisten körperlich angriffen.

Die Zukunft: Der Termin für das Southside 2019 steht fest. Im nächsten Jahr wird das Festival zwischen dem 21. und  23. Juni statt. Wie der  Veranstalter mitteilte, startet der Vorverkauf bereits am kommenden Montag um 18 Uhr. Möglicherweise werden dann sogar 65.000 Tickets verfügbar sein. Ein entsprechender Genehmigungsantrag zur Vergrößerung des Southsides wurde bereits vor dem Festival genehmigt. "Wir wollen das künftig ausnutzen", sagte Hetzer. Bis 2020 wird das Festival definitiv in Neuhausen ob Eck stattfinden. Ob das Southside danach am Ort bleibt, ist ungewiss. In zwei Jahren endet der aktuelle Vertrag zwischen FKP-Scorpio und dem ansässigen Gewerbepark.