Bereits zum dritten Mal gibt es im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck ein „Haus des Jahres“: In diesem Jahr ist es nach einer Mitteilung des Museums der Haldenhof aus Schonach im Schwarzwald, der in den Mittelpunkt rückt. Die Mitarbeiter des Museums beschäftigten sich mit der Geschichte der Hausbewohner. Im September wird die Ausstellung im Haus des Jahres eröffnet und erzählt die Geschichte der Familie Hock aus dem Jahr 1847.

Bäuerin stirbt am „Lungenleiden“

Für die Familie ist 1847 kein einfaches Jahr. Vielerorts sind in Baden die Ernten schlecht ausgefallen, dann wird im Sommer die Bäuerin krank. „Lungenleiden“ ist die Diagnose, ein Leiden, dem sie am 27. Juni 1847 erliegt. Was passiert auf einem Schwarzwaldhof, wenn die Bäuerin stirbt? Das fragten sich die Ausstellungsmacher und machten die Antwort darauf zum zentralen Thema.

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Sieben Bewohner des Hauses erzählen über sich

Sieben Bewohner des Hauses erzählen ab September, wie sie auf dem Haldenhof gemeinsam leben und was der Tod der Bäuerin für sie bedeutet. Schauspieler werden in mehreren kurzen Filmen das Leben in der Vergangenheit so darstellen, als lebten sie selbst im Haldenhof.

Gebäude wurde in den 80er Jahren ins Museum versetzt

Erste Hinweise darauf, wer dort Mitte des 19. Jahrhunderts lebte, gaben die Unterlagen der Versetzung des Gebäudes ins Freilichtmuseum in den 1980er Jahren. „Der Haldenhof war unter den ersten Häusern, die an ihrem Originalstandort ab- und im Freilichtmuseum wiederaufgebaut wurden“, erläutert Museumsleiterin Almut Grüner. Allerdings konnten die Unterlagen viele Fragen nicht beantworten. „

Museumsmacher suchten in Archiven wie Familien- und Kirchdokumenten

Unsere Vorgänger hatten schon herausgefunden, wer zu welcher Zeit den Haldenhof besaß. Vom Gesinde – Mägden, Knechten, Hütekindern – hatten wir keine Nachweise. Wenn man im 20. Jahrhundert recherchiert, gibt es Menschen, die ihre Erinnerungen erzählen können. Im 19. Jahrhundert haben wir kaum eine Chance, etwas über das Leben von einzelnen Personen herauszufinden – in diesem Fall über die Familie Hock, aus der die letzten Besitzer des Haldenhofs stammten“, sagt Grüner. Akribisch wurden daher Archivdokumente wie Familien- oder Kirchenbücher nach Hinweisen auf Hochzeiten oder Todesfälle der Familie Hock untersucht. Aber auch Informationen zum alltäglichen Leben damals wurden zusammengetragen.

Eröffnung der Ausstellung musste verschoben werden

Aus den vielen einzelnen historischen Informationen entsteht nun bis zur Eröffnung am 12. September die Ausstellung im Haldenhof. Ursprünglich sollte bereits im Juni eröffnet werden, doch Recherche und technische Herausforderungen haben nach den Angaben des Museums zu einer Verschiebung des Eröffnungstermins geführt.

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