Es gibt noch Tickets für das Southside Festival. Und das, obwohl das größte Festival in unserer Region bereits gestartet ist. Das hat es in den vergangenen Jahren nicht gegeben. Bereits einige Wochen vor Beginn waren die Tickets meist restlos ausverkauft. "Der Vorverkauf war weniger dynamisch als in den Vorjahren", gibt Jonas Rohde, PR-Manager des Veranstalters FKP Scorpio zu. "Das ist eine Entwicklung, die branchenweit spürbar ist."

In diesem Jahr, zum 20. Geburtstag, könnte es beim Southside Festival erstmals Restkarten geben. Wer sich kurzfristig für einen Southside-Besuch entscheidet, kann diese Tickets derzeit noch online kaufen, wie der Veranstalter mitteilte. Das stand in den vergangenen Jahren nie zur Debatte.

Der Veranstalter hingegen glaubt weiterhin an gute Nachrichten: "Das Southside steht unmittelbar vor dem Ausverkauf", sagt Rohde. Einen genauen Wert zum Ticketkontingent nannte er aber nicht. "Es ist nur ein Restkontingent verfügbar, das bald vergriffen sein sollte", so Rohde. Fakt ist: Wie in den vergangenen Jahren wurden 60.000 Tickets zum Verkauf angeboten. 

Steigende Kosten

Als einen Grund für den schleppenden Vorverkauf nennt Rohde die steigenden Ticketpreise. 219 Euro kosten die Tickets für das Southside Festival in der letzten Preisstufe vor Beginn des Festivals. Wer es luxuriöser haben will, zahlt drauf: Für 359 Euro gibt es Club-Tickets mit VIP-Camping und Zugang zur Club Lounge. Für das Festivalerlebnis im Resort werden über 500 Euro fällig. Dafür gibt es Internet, Strom, Matratzen und Beleuchtung im Zelt.

Die Verteuerung der Tickets sei vor allem auf die erhöhten Künstlergagen zurückzuführen. Diese hätten sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt, auch die gestiegenen Produktionskosten seien ein Grund dafür. "Das hat zu einer Verteuerung geführt, die alle Veranstalter an die Besucher weitergeben mussten", sagt Rohde.  

Sicher ist sich Rohde hingegen dabei, dass das Line-Up für den zögerlichen Vorverkauf keine Rolle spiele. "Mit Arctic Monkeys, Arcade Fire, The Prodigy und Billy Talent haben wir äußerst zugkräftige Bands auf unseren Bühnen", erläutert Rohde. Dass der Veranstalter positiv in die Zukunft zu blicken scheint, zeigt ein Blick auf das Sicherheitskonzept der Polizei Tuttlingen. 

Möglicherweise bald mehr Besucher

Die Polizei Tuttlingen teilte auf Anfrage mit, dass ein Genehmigungsantrag des Veranstalters für eine Besucherzahl von 65.000 Personen gestellt worden sei. Der Antrag wurde genehmigt. "Deswegen musste die Polizei ihr Sicherheitskonzept anpassen", sagt Pressesprecher Thomas Kalmbach.

Der Genehmigungsantrag bedeutet aber nicht zwingend, dass künftig auch 65.000 Tickets verkauft werden. "Was an Besuchern letztlich da sein wird, können wir nicht beurteilen", so Kalmbach weiter.  Er vermutet, der Veranstalter habe mit dem Antrag in die Zukunft denken wollen.  Dennoch bedeutete das Handlungsbedarf für die Polizei. "Wir sind für 65.000 Besucher gewappnet", sagt Kalmbach. Und das obwohl in diesem Jahr aller Voraussicht nach nicht mal 60.000 Besucher den Weg nach Neuhausen ob Eck auf sich nehmen werden.