Die Verleihung der Bürgermedaille an Alfred Steppacher und das klare Plädoyer für ein starkes Europa von Festredner Rezzo Schlauch (Grüne) waren am Wochenende die Höhepunkte des Neujahrsempfangs der Gemeinde. Außerdem kündigte Bürgermeister Hans-Jürgen Osswald seinen Rückzug aus der Gemeindepolitik an. Er werde sich, so kündigte er an, bei der regulären Bürgermeisterwahl im September nicht mehr um das Amt des Neuhauser Rathauschefs bemühen. Über seine Beweggründe machte Osswald keine weiteren Angaben.

Rund 200 Gäste waren der Einladung der Gemeinde Neuhausen ob Eck zum Neujahrsempfang im Rathaus gefolgt. Im Rahmen des Empfangs wurde Alfred Steppacher mit der Bürgermedaille der Gemeinde ausgezeichnt.
Rund 200 Gäste waren der Einladung der Gemeinde Neuhausen ob Eck zum Neujahrsempfang im Rathaus gefolgt. Im Rahmen des Empfangs wurde Alfred Steppacher mit der Bürgermedaille der Gemeinde ausgezeichnet. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Eingeladen waren zum Empfang besonders Bürger, die sich im Rahmen der Kommunalpolitik, der Feuerwehr, des Roten Kreuzes, der Kirchen und der Vereine ehrenamtlich betätigen. Außerdem hatten wieder zahlreiche Neubürger eine Einladung erhalten. Der Platz im Ratssaal reichte für die schätzungsweise rund 200 Besucher des Empfangs kaum aus. Immer wieder mussten weitere Stühle herbeigeschafft werden.

Mit Alfred Steppacher erhielt, so formulierte es der Bürgermeister, ein Mann die Bürgermedaille, der sich seit seiner Teenagerzeit für die Interessen der Allgemeinheit eingesetzt habe. Osswald unterstrich: „Alfred Steppacher ist ein Vorbild für unsere örtliche Gemeinschaft, ein Vorbild für seine Mitmenschen.“ Darunter sei die kommunalpolitische Arbeit im Gemeinderat nur ein Aspekt. Weil sein Wirken so breit gefächert war und ist, erhält er die Bürgermedaille, obwohl sie eigentlich an amtierende Gemeinderatsmitglieder nicht vergeben werden sollte. Mit der Bürgermedaille werden die Verdienste Steppachers beim Aufbau der DRK-Ortsgruppe in Schwandorf und sein Engagement innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr gewürdigt, wie der Laudator betonte. Im SÜDKURIER-Gespräch betonte der neue Träger der Bürgermedaille, er habe das alles nur dank der Hilfe seiner Familie bewältigen können.

Rezzo Schlauch formulierte als Festredner ein leidenschaftliches Plädoyer für die EU und warnte vor dem chinesischen Streben nach weltweiter Vorherrschaft.
Rezzo Schlauch formulierte als Festredner ein leidenschaftliches Plädoyer für die EU und warnte vor dem chinesischen Streben nach weltweiter Vorherrschaft. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Zuvor hatte Rezzo Schlauch den Blick seiner Zuhörer auf die weltweiten Entwicklungen und Probleme gelenkt. Der Mitbegründer der grünen Partei nutzte die Gelegenheit, sich ausdrücklich für ein starkes und geeintes Europa auszusprechen. Ein starkes Europa ist aus Sicht des 72-Jährigen notwendig, um die Wirtschaft, den Lebensstandard und die politischen Freiheiten in den EU-Mitgliedsstaaten zu verteidigen. Denn sowohl die USA als auch Russland und die Volksrepublik China seien an einem schwachen Europa interessiert.

Die Renationalisierungskräfte arbeiteten diesem Ziel der drei Mächte in die Hände. Zu deren weltweiter Rückkehr meinte Schlauch: „Die Wirtschaft arbeitet längst global, während die Politik in wichtigen Staaten wieder auf den Nationalismus setzt.“ Besonders kritisch setzte sich der Redner mit der Rolle Chinas auseinander. Westlichen Politikern und Wirtschaftsvertretern warf der Grüne vor, im Umgang mit der Volksrepublik zu blauäugig zu sein. Während die Chinesen daran arbeiteten, ihren Staat zur führenden Weltmacht zu entwickeln, würden wichtige Wirtschaftsvertreter nur an augenblickliche Gewinne denken. Wie groß die Macht der Chinesen schon sei, machte Schlauch an einem Beispiel deutlich – der VW-Konzern sei gezwungen worden, ein Montagewerk an einem wirtschaftlich eigentlich uninteressanten Standort zu errichten. Um das Werk herum entstünden Lager für Zwangsarbeiter, sagte Schlauch.

Die musikalische Gestaltung des Neujahrsempfangs der Gemeinde Neuhausen ob Eck hatten Volker Nagel und Peter Pfau übernommen.

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