Der Tag fängt für die Kinder im Waldkindergarten Wurzelzwerge so an, wie in vielen Kindergärten: mit einem Morgenkreis. Anders, als in anderen Kindergärten ist aber, dass fast alle Aktivitäten, die im Waldkindergarten stattfinden, draußen stattfinden. Und deshalb treffen sich die Jungen und Mädchen mit den Erzieherinnen auch zum Morgenkreis an der frischen Luft. Das ist nicht nur in Zeiten von Corona ein großer Vorteil, aber während der Pandemie spüren es die Kinder und Erwachsenen besonders, dass sie einen erheblichen Vorteil davon haben, dass ihr Kindergarten keine festen Wände hat.

Hygiene wird streng eingehalten

„Auch bei uns merkt man die Corona-Vorschriften“, sagt Kindergartenleiterin Gabi Wäscher. Alles muss regelmäßig desinfiziert werden und die Kinder waschen öfter die Hände, natürlich mit Seife. Mit Sprüchen und Liedern beim Händewaschen achten die Erzieherinnen darauf, dass Zeit und Dauer des Händewaschens eingehalten werden. „Das machen die Kinder sehr gut“, loben die Erzieherinnen.

Hier findet fast alles draußen statt. Auch das gemeinsame Frühstück am Morgen ist an der frischen Luft.
Hier findet fast alles draußen statt. Auch das gemeinsame Frühstück am Morgen ist an der frischen Luft. | Bild: Christl Eberlein

Das Wasser kommt aus Kanistern

Da es für den Waldkindergarten auf dem Gelände des ehemaligen Waldschwimmbades aber kein fließendes Wasser gibt, bringen Eltern täglich volle Kanister mit in den Kindergarten. Wenn das einmal nicht ausreicht, wird das Wasser aus einer Quelle geholt, die sich in der Nähe befindet. Als Nachteil empfindet das die Kindergartenleiterin aber nicht. „Wir haben gerade jetzt, in Zeiten von Corona, einige Vorteile im Waldkindergarten, weil wir uns nicht drinnen aufhalten.“

Vor Aerosolen hat keiner Angst

Spielen, singen, basteln, alles ist bedenkenlos möglich. Der Container, der auf dem Gelände steht und Schutz bietet, wenn das Wetter doch einmal nicht mitmacht, wird zurzeit noch weniger genutzt, als zu normalen Zeiten. Vor Aerosolen fürchtet sich im Waldkindergarten daher niemand.

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Kinder toben sich im Wald aus

Für die Kinder, die im Waldkindergarten Wurzelzwerge einen Betreuungsplatz haben, ist daher fast alles so, wie sie es gewohnt sind. An vier Vormittagen in der Woche gehen sie mit den zwei Vollzeiterzieherinnen und zwei weiteren Betreuungskräften in den Wald, erkunden die Natur und toben sich dort aus. Einen Vormittag verbringt die Gruppe auf dem umzäunten Gelände am Waldrand. Dort gibt es unter anderem mehrere Spielgeräte, eine Werkstattecke, Sitzmöglichkeiten, eine kleine überdachte Bühne und den beheizten Container, der in erster Linie nur im Winter zum Einsatz kommt.

Gabi Wäscher leitet den Waldkindergarten Wurzelzwerge in Meßkirch. Aus Naturmaterialien werden bei den Wurzelzwergen gerne Spielsachen hergestellt.
Gabi Wäscher leitet den Waldkindergarten Wurzelzwerge in Meßkirch. Aus Naturmaterialien werden bei den Wurzelzwergen gerne Spielsachen hergestellt. | Bild: Christl Eberlein

Stadt stellt Gebäude und Grundstück zur Verfügung

Gerne würde der Verein das Angebot erweitern, doch im Moment hapert es noch an der Umsetzung. „Vom ehemaligen Vorstand war ein Neubau auf dem Gelände geplant“, erklärt die Vorsitzende Anja Jäger. „Ökologischer, kostengünstiger und nachhaltiger erschien uns als neuem Vorstand aber die Nutzung des bestehenden Gebäudes.“ Dieses sei im aktuellen Zustand für den Waldkindergarten jedoch nicht nutzbar. „Das Gebäude und das Grundstück stellt uns die Stadt Meßkirch zur Verfügung. Die Sanierung bezuschusst die Stadt mit 75 Prozent der Kosten“, sagt die Vorsitzende.

Dem Verein fehlt das Geld für eine Sanierung

25 Prozent muss der Verein selbst aufbringen. Nach einer ersten Schätzung der Kosten wären das etwa 15 000 Euro. Die stehen dem Verein jedoch nicht zur Verfügung. „Unsere Elternschaft ist sehr engagiert, erledigt Reparaturen, mäht die Wiese und vieles mehr“, sagt Anja Jäger, aber die Arbeit für eine Sanierung und auch die Kosten möchte der Verein den Eltern nicht aufbürden. „Daher haben wir uns vorerst entschieden, die Sanierung zu verschieben“, ergänzt sie. Und so muss die Erweiterung warten, auch wenn die Nachfrage groß ist und daher alle Plätze belegt sind. Es habe sogar schon Anmeldungen vor der Geburt gegeben, sagt die Kindergartenleiterin.

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