Wo habe ich bloß wieder meinen Schlüssel hingelegt? Ich suche mal wieder. An den üblichen Orten ist er nicht: nicht im Körbchen, nicht auf dem Küchentisch, nicht in der Jacke. Ohne ihn kann ich nicht aus dem Haus und schaffe meinen Termin nicht. Endlich finde ich ihn im Schlafzimmer, dort hatte ich ihn beim Umziehen liegen lassen. Ich bin erleichtert und freue mich!

Jesus nutz oft Alltagserfahrungen

Bestimmt ist ihnen das so oder ähnlich auch schon passiert. Etwas Wichtiges ist weg und das muss jetzt erst einmal gesucht werden. Alles andere ist nebensächlich. In den biblischen Geschichten nutzt Jesus oft solche Alltagserfahrungen, um verständlich von Gott zu reden. So erzählt Jesus von einer Frau, die eine von zehn Münzen verloren hat und das ganze Haus auf den Kopf stellt um diese eine wieder zu finden. Als sie die Münze gefunden hat feiert sie mit der ganzen Nachbarschaft (Lukas 15, 8-10).

Durch die Einleitung zu dieser Geschichte wird deutlich: Jesus redet hier von Gott, der keinen Menschen verloren gibt. Bei Gott wird kein Mensch abgeschrieben, weil er aus der Norm fällt oder Regeln übertreten hat.

Gott ist weder Mann noch Frau

Jesus redet hier von Gott als Frau. Das ist in der Bibel leider selten. Gott lässt sich sicher keinem Geschlecht zuordnen. Gott ist weder Mann noch Frau. Das wäre zu sehr vom Menschen hergedacht. Die Sprache, die wir benutzen, prägt aber doch unsere Vorstellungen. „Herr“, „er“ oder „Vater“ unsere Sprache von Gott ist männlich. Indem ich diese Worte benutze, zeichne ich selbst an diesem Bild mit, ohne es zu wollen.

Gott als „er“ und „Vater“?

Im Konfirmandenunterricht haben wir verschiedenen Sätze zum Thema „Was Christen glauben“ diskutiert. Einer dieser Sätze war: „Christen glauben, dass Gott ein Mann ist. Ja oder nein.“ Für mich ein klares „Nein“. So klar war das aber nicht, weil die Jugendlichen ja auch hören, dass von Gott als „er“ und „Vater“ gesprochen wird.

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Umso wichtiger sind diese Bibelstellen, die von Gott als Frau sprechen. Gott lässt sich nicht in unsere Kategorien von männlich oder weiblich pressen. Er oder Sie ist da größer und unfassbarer als unser Denken. Das betrifft Gott selbst genauso wie das Handeln. Wie diese Frau so sucht auch Gott nach uns Menschen, wenn wir uns entfernen. Gott gibt nicht auf. Keine und keinen von uns.

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Immer wieder höre ich von Menschen: „Gott spielt in meinem Leben keine Rolle.“ Das finde ich schade. Ich selbst kann mir das nicht vorstellen. Gott ist für mich Begleiter, Trösterin und Mutmacher. Wie ist das bei Ihnen? Lassen Sie sich finden?