Das obere Donautal lockt mit seiner facettenreichen Natur und Landschaft nicht nur zahlreiche Touristen an, sondern dient auch Dichtern, Denkern und Künstlern als Inspiration. Einer, der sich von den Schönheiten des oberen Donautals inspirieren lässt, ist der Philosoph und Fotograf Andreas Stefan Geiger aus Fridingen. „Philosophische Anthropologie an der Oberen Donau“ heißt die Sonderausstellung im Schloss Meßkirch, in dem ein kleiner Teil seiner Arbeit seit Sonntag zu sehen sind. Im kleinen Rahmen und mit einer begrenzten Anzahl angemeldeter Gäste fand am Abend die Vernissage statt.

Zwölf ausgewählte Themen

Mit einem Einführungsvortrag nahm Andres Stefan Geiger die Anwesenden mit auf einen Rundgang „durch den Garten des Philosophen im oberen Donautal“. Mit seiner Arbeit will er eine Verbindung schaffen zwischen philosophischen Ansätzen und der Fotografie, zwischen dem Menschen und der Landschaft. Dabei hat er, sich an den sieben Chakren der indischen Lehre und damit den Hauptenergiezentren des Menschen orientierend, zwölf Themenbereiche gewählt, die er jeweils mit einer Landschaftsaufnahme, einem philosophischen Ansatz und mehreren Impulsfragen verknüpft hat. Die zwölf ausgewählten Themen sind: Heimat, Sicherheit, Lust, Körper, Arbeit, Einheit allen Seins, Authentizität, Intuition, Ganzheit, Selbsterkenntnis, Traum, Kosmos. Die von Geiger zugeordneten Bilder zeigen unter anderem den Einfluss des Menschen durch diverse Gebäude im oberen Donautal, darunter der Blick auf das Kloster Beuron, auf die Burg Wildenstein oder die Kirchenruine Maria Hilf. Detailaufnahmen aus der Natur bringen dem Betrachter die Schönheiten im Kleinen vor das Auge und Landschaftsaufnahmen auf den Flusslauf verdeutlichen den Zusammenhang des großen Ganzen. Die zitierten Texte stammen von bekannten Philosophen und Denkern, wie Aristoteles, Martin Heidegger und Carl Gustav Jung oder aus religiösen Zusammenhängen.

Der Philosoph und Fotograf Andreas Stefan Geiger hielt bei der Vernissage seiner Ausstellung den Einführungsvortrag.
Der Philosoph und Fotograf Andreas Stefan Geiger hielt bei der Vernissage seiner Ausstellung den Einführungsvortrag. | Bild: Christl Eberlein

„Wo ist meine Heimat?“, „Was gibt mir Sicherheit?“, „Wie gehe ich mit meinen Ängsten um?“, „Erfüllt mich meine Arbeit?“, „Wie drücke ich mich aus?“, das sind die Impulsfragen, mit denen der Philosoph Geiger die Betrachter seiner Bilder und Leser der Texte zu Nachdenken anregen möchte. „So können Philosophie und Fotografie eine Einheit bilden: Die Fotografie kann Menschen zum Staunen anregen und so den philosophischen Dialog initiieren“, sagt der Fotograf und Philosoph. In einem Kalender, den er eigens im Jahr 2020 herausgebracht hat, hatte er das Ergebnis seiner Arbeit noch einmal zusammengefasst.

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Die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt, Insa Bix, zeigte sich bei der Vernissage erfreut darüber, dass nach der, durch die Corona-Pandemie bedingten, längeren Kulturpause, endlich wieder Veranstaltungen und kulturelle Angebote stattfinden können. Aber nicht nur deshalb sei die Ausstellung von Andreas Stefan Geiger „eine besondere Herbstausstellung“. Die Arbeiten von Geiger ermöglichten dem Betrachter das Erkennen der Schönheit in der Natur, so die stellvertretende Bürgermeisterin. Unter anderem im Blick auf das Kleine könne man deutlich die Großartigkeit einer Landschaft sehen.

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