Dicht aneinandergekuschelt liegen die Storchenküken in ihrem Nest, bewacht von einem Elternteil. Als sich ein Drehleiterkorb dem Nest auf dem Strommast nähert, fliegt der Elternstorch davon, umkreist sein Nest jedoch aufmerksam und lässt seinen Nachwuchs keinen Augenblick aus den Augen. Im Drehleiterkorb fährt Ute Reinhard, Weißstorchbeauftragte des Regierungspräsidiums Tübingen, Abteilung 56 Naturschutz und Landschaftspflege, für das Beringen und Schnabelputzen der Küken nach oben.

Dicht aneinandergekuschelt liegen die drei Storchenküken im Horst.
Dicht aneinandergekuschelt liegen die drei Storchenküken im Horst. | Bild: Sandra Häusler

Schnäbel können verkleben und verbiegen

Auch wenn Patrick Meier von der Freiwilligen Feuerwehr in Meßkirch sie im Korb an den Rand des Horstes fährt, muss sie sich zum Beringen der Storchenküken etwas über das Geländer beugen und ist deshalb zusätzlich mit einem Gurt gesichert. Die Storchenexpertin legt zunächst zur Beruhigung ein Tuch über die Storchenküken. Dann nimmt sie die Küken nacheinander an sich, beringt und wiegt sie. Das Schnabelputzen gehört zum Service der Storchenbeauftragten. „Wenn die Schnäbel mit Gras und Lehm durch die Fütterung mit Regenwürmern verkleben, können sich die Schnäbel verbiegen. Der Schnabel ist das Greifinstrument der Störche. Ist er verbogen, behindert das die Nahrungsaufnahme. Das ist ein Service dafür, dass die Küken durch das Beringen belästigt werden“, erläutert Ute Reinhard. Mit einem herkömmlichen Holzmundspatel räumt sie die Schnäbel der Storchenküken.

Ein Elternteil sitzt auf dem Horst und bewacht seine Küken.
Ein Elternteil sitzt auf dem Horst und bewacht seine Küken. | Bild: Sandra Häusler

Ballenschnüre im Nest können gefährlich sein

Ein wehrhaftes Küken in dem Horst in der Gremlichstraße versucht die Storchenexpertin dabei zu beißen. Das sei bestimmt ein Mädchen, mutmaßt Reinhard aufgrund des etwas geringeren Gewichts. Abschließend sucht die Storchenexpertin den Horst nach Müll und Ballenschnüren aus der Landwirtschaft ab. Liegen Schnüre im Nest können sich die Storchenküken damit Hals oder Beine abschnüren. In dem Horst in den Höfwiesen in Menningen, beringt sie vier Storchenküken, bevor die Beringungsaktion fortgesetzt wird. 2018 sei ein gutes Brutjahr gewesen, die zweijährigen Weißstörche brüten erstmals. Ute Reinhard zählte in ihrem Bezirk dieses Jahr zu den bestehenden Horsten 40 neue Storchennester.

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