Die Ostergottesdienste in der Seelsorgeeinheit Meßkirch-Sauldorf können stattfinden. Das sagt Dekan Stefan Schmid gestern im Gespräch mit dieser Zeitung. Die neue Verordnung des Landkreises Sigmaringen schreibt vor, dass im Landkreis Sigmaringen pro zehn Quadratmeter nur ein Gottesdienstbesucher erlaubt ist. Die Inzidenz im Landkreis Sigmaringen ist mit über 246 besonders hoch. „Man muss dabei auf jede Gemeinde und die individuellen Gegebenheiten schauen“, erklärt der Dekan.

Absagen in Illmensee, Aftholderberg und Sentenhart

In Illmensee seien die Gottesdienste beispielsweise abgesagt worden, weil die Inzidenz in der Gemeinde extrem hoch sei. Aufgrund der engen und geringen Platzverhältnisse müssen in Aftholderberg, St. Eulogius, und in Sentenhart, St. Remigius, die Gottesdienste bis auf Weiteres leider entfallen.

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Enger Austausch mit der Landrätin

„In Meßkirch liegen wir aktuell bei unter 300“, so der Dekan. Er behalte die Inzidenzzahlen jeden Tag im Auge und stehe in enger Absprache mit Landrätin Stefanie Bürkle. Das habe auch schon an Weihnachten gut geklappt. Er wisse um die Verantwortung, aber er wisse auch, wie wichtig den Katholiken der Gottesdienst sei. Ganz besonders jetzt an Ostern, dem höchsten christlichen Kirchenfest.

Hygienekonzept soll Ansteckung verhindern

„Wir werden noch mal genau die Kirchen in der Seelsorgeeinheit Meßkirch-Sauldorf vermessen“, sagt Stefan Schmid. Die Hygiene- und Abstandsregelungen seien ausgefeilt. „Ich teile die heilige Kommunion mit Handschuhen und Mundschutz aus“, erzählt er. Auch Lektoren und Kommunionhelfer schützen sich durch das Tragen von medizinischen Masken. Die Plätze in der Kirche sind eingezeichnet, auf Gesang muss weiterhin verzichtet werden. Ordner kümmern sich um die Gottesdienstbesucher.

Keine Anmeldungen und Reservierungen möglich

Ein Anmeldungsprozess wie in anderen Kirchengemeinden gibt es in der Seelsorgeeinheit Meßkirch-Sauldorf nicht. „Wir haben damit keine gute Erfahrung gemacht. Das Anmeldeverfahren klappt meistens nicht“, begründet der Dekan die Entscheidung. An Weihnachten seien Leute in die Kirche gekommen, die sich gar nicht angemeldet hatten und andere, die sich angemeldet hatten, seien nicht erschienen. „Ihnen ist vielleicht etwas dazwischen gekommen“, so Schmid.

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Dekan Stefan Schmid erklärt die Unterschiede

Die Pfarrgemeinde Wald, dessen Pfarradministator der Dekan aufgrund einer Vakanz ebenfalls ist, habe rund um Weihnachten eine hohe Inzidenz gehabt. „Weil diese Inzidenz aber auf das Ausbruchsgeschehen im Pflegeheim zurückzuführen war, durften wir unseren Gottesdienst feiern“, erklärte Stefan Schmid. Deshalb sei es immer eine individuelle Entscheidung, ob Gottesdienste gefeiert werden können. In Wald können an Ostern die Gottesdienste – mit weniger Besuchern als bisher – gefeiert werden. Er gebe den Gottesdienstbesuchern jetzt für Ostern den Rat, früh genug in die Kirche zu kommen. Er könne nicht garantieren, dass jeder einen Platz erhalte.

Das sagt Erzbischof Stephan Burger

„An Orten, an denen die Inzidenzzahl von 300 überschritten wird, kann auf die Feier der Präsenzgottesdienste verzichtet werden“, hatte Erzbischof Stephan Burger am vergangenen Freitag erklärt. Er verwies dabei auf die Bedeutung der Osterfeierlichkeiten für die Katholiken in der Erzdiözese Freiburg. „Es ist immer eine individuelle Entscheidung“, so Schmid. „Am Palmsonntag hatten wir den Fall, dass mehr Menschen in die Kirche wollten, als erlaubt waren. Ich habe es sehr bedauert, Menschen wegschicken zu müssen“, erzählt der Pfarrer. Er sei dann nach dem Gottesdienst extra vor die Kirche getreten, um wenigstens die Palmen derjenigen zu segnen, die keinen Platz mehr in der Stadtkirche bekommen hatten. Das vergangene Corona-Jahr sei für ihn eine große Herausforderung gewesen.