Schulen und Kindergärten sind seit dem 17. März, also seit gut zwei Wochen, aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus geschlossen. Die Großeltern sollen wegen des hohen Risikos, mit schwerwiegenden Folgen an dem Virus zu erkranken, nicht in die Kinderbetreuung involviert werden und Eltern müssen selbst für die Betreuung der Kinder sorgen.

Für Eltern in systemrelevanten Arbeitsfeldern

Doch was, wenn beide Elternteile arbeiten müssen, ja sogar beide einem systemrelevanten Arbeitsfeld, wie der Medizin oder Pflege, angehören? Einige Städte und Gemeinden haben für solche Fälle für Notbetreuungsplätze gesorgt. Auch die Stadt Meßkirch bietet ein solches Angebot an. „Vier Familien sind derzeit auf unsere Notbetreuung angewiesen und nehmen diese in Anspruch“, berichtet Simone Leukhardt. Sie ist bei der Stadtverwaltung für den Bereich Kinderbetreuung zuständig und Ansprechpartnerin für das besondere Betreuungsangebot während der Corona-Krise. „Die meisten Familien haben es tatsächlich geschafft, die Betreuung selbst zu bewerkstelligen, obwohl es ein großer Umstand für viele Haushalte ist“, sagt Leukhardt weiter. Das Verständnis dafür, dass das Notbetreuungsangebot ausschließlich von Familien in Anspruch genommen werden könne, in denen der alleinerziehende Elternteil oder beide Eltern im Bereich der sogenannten „kritischen Infrastruktur“ beschäftigt sind, sei da. Welche Berufsgruppen dazu gehören, haben die einzelnen Bundesländer festgelegt.

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Kinder können einzeln in Einrichtungen versorgt werden

„Wir dachten zunächst, dass wir eine Notfallgruppe bilden würden“, erklärt Simone Leukhardt. Doch die Stadt hat eine andere Regelung gefunden. Die Kinder werden nicht in einer Gruppe zusammengefasst, sondern können einzeln in den Einrichtungen versorgt werden, in denen sie auch sonst untergebracht sind. „In einer solchen Situation wäre es für die Kinder umso schwerer gewesen, in einer neuen Umgebung und durch fremde Personen betreut zu werden“, sagt die zuständige Mitarbeiterin der Stadt. „Aus pädagogischer Sicht und um keine neuen Kontaktgruppen zu schaffen, was es in Anbetracht der Situation ja zu vermeiden gilt, sind wir froh über die Möglichkeit, die wir den Kindern in ihrem gewohnten Umfeld und mit bekannten Personen bieten können.“

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Kein Bedarf in Leibertingen und seinen Ortsteilen

Auch die Gemeinde Leibertingen ist auf den Notfall vorbereitet. „Wir haben uns Gedanken über ein Notbetreuungsangebot in Leibertingen gemacht und dieses in der Bevölkerung kommuniziert“, bestätigt Hauptamtsleiter Siegfried Müller. In Leibertingen und seinen Ortsteilen bestand jedoch kein Bedarf. Das Angebot hätte eine zentrale Stelle in Leibertingen für die Betreuung vorgesehen, in der die Kinder aus allen drei Einrichtung der Gemeinde gemeinsam und mit einem Rotationsystem der Betreuungskräfte stattgefunden hätte. „Wir haben tatsächlich nicht mit einer großen Anzahl an Kindern gerechnet, da als Voraussetzung für das Angebot festgelegt wurde, dass beider Eltern in einem systemrelevanten Berufsfeld beschäftigt sein müssen“, so Müller.