Zu einer musikalischen Pilgerreise anlässlich des Jakobusfestes lädt das Duo Sabine Lindner und Dominik Schneider am Samstag, 24. Juli, um 20 Uhr in die Stadtkirche Sankt Jakobus ein. Das Pilgern erlebt seit dem Ende des 20. Jahrhundert eine Renaissance: In unserer hektischen Welt suchen unzählige Menschen Ruhe, Lebenssinn und Heilung. Nichts anderes suchten die Pilger in der Vergangenheit. In diesem Jahr kommt dem Jakobusfest eine besondere Bedeutung zu, da der 25. Juli, der Gedenktag des Heiligen, auf einen Sonntag fällt.

Das sogenannte Heilige Jahr wird mit der Öffnung der Heiligen Pforte am 31. Dezember des Vorjahres gefeiert. Als symbolische Handlung für die Anstrengungen des Weges, klopft der Erzbischof von Santiago dreimal mit einem Silberhammer von außen an die Mauer, die den Zugang verschließt. Die Tür bleibt in den folgenden zwölf Monaten geöffnet und dient als Zugang, den die Pilger für den Eintritt in die Kathedrale benutzen.

Gesänge der Jakobspilger

Sabine Lindner und Dominik Schneider beschäftigten sich in einem Semester des Masterstudienganges für Frühe Musik an der Folkwang-Universität Essen mit den Gesängen der Jakobspilger und den ältesten schriftlich überlieferten Dokumenten. Beim sogenannten Codex Callixtinus (1160 bis 1170) mit dem berühmten „Liber St. Jacobi“ handelt es sich um einen reichen Fundus sowohl an historischen Fakten, Legenden als auch Liedern jener Zeit. Genau beschrieben wird darin unter anderem der Pilgerweg zur Grabstätte des Heiligen Jacobus, der zum ersten Apostel- Märtyrer wurde, bis hin nach Santiago de Compostella und es wird vor Gefahren gewarnt, die auf den Pilger lauern. Auch zahlreiche Legenden schmücken den Apostel. So soll ihm die Gottesmutter bei seiner Missionierung Spaniens ihre Hilfe zugesichert haben; seinen Sarg trugen laut Überlieferung die Jakobsmuscheln übers Meer; und viele weitere Mythen kreisen um seine Person. Pilgergesänge der spanischen Klöster des 12. bis 14. Jahrhunderts (unter anderem Huelgas, Llibre Vermell de Montserrat) berichten von all dem und sie erzählen von leuchtenden Sternen, welche Menschen auf ihren Lebenswegen die Richtung weisen.

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Musik umrahmt von Geschichten, Lebenserfahrungen und Meditationen

Ausgewählte Werke aus dem Italienischen Laudario di Cortona besingen ebenfalls die Wege der Menschen, die sich am neu erschienen Stern Christus orientieren und darin ihr eigenes Heil finden möchten. Und schließlich soll Musik die Brücke über die Jahrhunderte sein. Lieder des 21. Jahrhunderts sprechen von Sehnsüchten und Träumen der Menschen unserer Tage, welche sich auf die Reise zum Apostel Jakobus und auch anderen von ihnen verehrten Heiligen machen. Die Musikstücke werden umrahmt von Geschichten, Lebenserfahrungen und Meditationen.

Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten. Es gelten die aktuellen Hygienebestimmungen für Konzerte.