Die Zimmernstadt im Juli, das bedeutet normalerweise, dass sich zahlreiche Touristen in Meßkirch tummeln. „In den vergangenen Jahren konnten wir einen stetigen Zuwachs bei den Übernachtungszahlen verzeichnen“, erläuterte Edith Weber, Leiterin der Tourist-Information, dem SÜDKURIER. Diesen Trend hat die Corona-Pandemie ausgebremst: „Die vergangenen Monate werden ein gewaltiges Loch in die Statistik für 2020 reißen, das steht außer Frage“, schildert Weber. Dennoch sieht sie einen Silberstreifen am Horizont, denn der Übernachtungstourismus laufe seit Lockerung der Auflagen nun langsam wieder an.

Hohe Nachfrage nach Ferienwohnungen in Meßkirch

Vor allem die Nachfrage nach Ferienwohnungen sei derzeit hoch. „Das scheint den Gästen unter den aktuellen Umständen Urlaubstage mit geringen Einschränkungen und einem großen Maß an Sicherheit zu versprechen“, sagt die Tourismus-Fachfrau. Sie schildert, dass die Tourist-Information derzeit viele telefonische Anfragen vor Anreisen bekomme, die sich um die Hygiene- und Sicherheitsauflagen in der Corona-Krise drehen – beispielweise, ob man einen Mundschutz tragen muss.

Keine Online-Reservierung für Campus Galli notwendig

Natürlich wollen viele auch wissen, ob Einrichtungen und Ausflugsziele in der Region geöffnet sind. Und wenn ja, unter welchen Auflagen. „Im Zusammenhang mit Campus Galli werden wir häufig gefragt, ob die Tickets vorab online reserviert werden müssen. Da wir bei Campus Galli durch die Weitläufigkeit aber kaum Einschränkungen haben, was die Besucherobergrenze betrifft, kommen wir hier ohne eine Vorreservierung aus“, erläutert Weber.

Das Team der Tourist-Info mit (von links) Sarah Zenger, Christiane Ter-Nedden, Melanie Kaisner, Edith Weber, Maria Maraponte und Amelie Gößl sieht seit der Lockerung der Auflagen einen Aufwärtstrend bei den Übernachtungszahlen.
Das Team der Tourist-Info mit (von links) Sarah Zenger, Christiane Ter-Nedden, Melanie Kaisner, Edith Weber, Maria Maraponte und Amelie Gößl sieht seit der Lockerung der Auflagen einen Aufwärtstrend bei den Übernachtungszahlen. | Bild: Tourist-Info Meßkirch

Erleichtert berichtet sie, dass alle Gastgeber während der Coronakrise durchgehalten hätten. Meßkirch habe sogar in den vergangenen Wochen einige neue Vermieter hinzugewinnen können, so dass das Angebot an Ferienwohnungen erweitert werden konnte. „Viele Ferienwohnungen hatten in den vergangenen Wochen bereits wieder eine gute Auslastung und der Trend zum Reisen im eigenen Land lässt auf einen guten Sommer hoffen“, ergänzt sie. Die Stimmung sei also gut bei den privaten Vermietern.

Hoher Schaden bei den Hotels und Gaststätten

„Für die Hotels und Gaststätten hat Corona natürlich einen erheblichen Schaden mit sich gebracht“, sagt Edith Weber. Dieser könne durch staatliche Hilfen zwar abgemildert werden, aber die Betriebe würden die Auswirkungen sicher trotz allem noch lange spüren, erklärt sie auf die Frage, wie sie die staatliche finanzielle Unterstützung beurteilt. Die Tourist-Information unterstütze die Beherbergungs-Betriebe, indem sie laufend Infos zu den aktuellen Entwicklungen weitergebe, die sie von den Verbänden erhalte.

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Wie schwierig die Lage für die Hotelbranche derzeit ist, schildert Rita Moll, Chefin des Hotels Adler-Alte Post in Meßkirch, auf Nachfrage des SÜDKURIER. Blickt sie auf das Vorjahr zurück, schätzt sie, dass in diesem Jahr bisher rund 80 Prozent weniger Umsatz gemacht werden konnte.

Urlauber, Reise- und Pilgergruppen fehlen im Hotel

„Uns fehlen die Urlauber, die Reise- und Pilgergruppen“, sagt Moll. Auch die wegen der Corona-Krise gestrichenen Veranstaltungen, wie Hochzeiten im Schloss, bedeuten für das Hotel herbe Verluste. Viele schon länger gebuchte Zimmer würden wieder abgesagt. „Vielen Leuten, die in Kurzarbeit sind, fehlt das Geld für Urlaub in diesem Jahr“, schildert die Hotel-Chefin einen der Gründe.

Bis in den Oktober hinein seien Buchungen, zum Beispiel für Klassentreffen, storniert worden. Sie kann nachvollziehen, dass unter den derzeit gültigen Regeln zu Abstand und Hygiene Menschen ihre Feiern absagen. Auf der anderen Seite weiß die Hotel-Chefin genau, wie wichtig es ist, die Regeln einzuhalten. „Wir müssen sorgfältig handeln, damit sich das ganze Geschehen nicht wiederholt“, betont sie.

Kürzere Öffnungszeiten bei Campus Galli wirken sich auf Hotels aus

Bemerkbar mache sich in Meßkirch derzeit auch, dass die beliebte Klosterstadt Campus Galli nur noch von Freitag bis Sonntag geöffnet hat. Hier fielen Zimmerbuchungen durch die verkürzten Öffnungszeiten weg, bedauert Rita Moll. Ein schnelles Ende der schlechten Situation für Hoteliers sieht sie derzeit nicht: „ich gehe davon aus, dass die derzeitige Situation noch eine Zeitlang so bleiben wird“, blickt sie auf den Rest des Jahres voraus.

Campinggarten in Thalheim ist derzeit gefragt

Positives gibt es dagegen bei Tanja und Markus Klaus vom Campinggarten in Leibertingen-Thalheim zu vermelden. „Wir haben viele Buchungen, am Wochenende sind wir wieder voll“, schildert Tanja Klaus die Lage. Zahlreiche Wohnmobile und Campingwagen reihen sich auf dem Gelände in Thalheim aneinander, das mit idyllischer Landschaft mitten im Grün punktet. „Genau das schätzen unsere Gäste. Viele wandern sämtliche Wege der Umgebung ab. Der Aufenthalt in der Natur steht gerade hoch im Kurs“, berichtet die Campingplatzbetreiberin.

Zahlreiche Buchungen für die anstehenden Sommerferien

Sie und ihr Ehemann Markus Klaus freuen sich darüber, dass seit dem 24. Juni auch das schöne Naturbad beim Campinggarten wieder geöffnet werden konnte. Von 9 bis 13 Uhr sowie von 14 bis 16 Uhr können sich Badegäste dafür ein Ticket buchen. Überall gelten natürlich die aktuellen Abstandsregeln. „Für die Sommerferien habe ich schon zahlreiche Buchungen für den Campingplatz vorliegen“, verrät Tanja Klaus. Es seien aber noch Plätze frei.

Jeder Urlauber hat seinen eigenen Bereich

Das Camping punkte derzeit, weil es den Urlaubern ermögliche, ihren eigenen Bereich zu nutzen, meint sie. In Thalheim seien die Plätze großzügig angelegt, sodass jeder auch vor dem Campingwagen ausreichend Raum hat, um sich frei zu bewegen und trotzdem Abstand zu anderen Gästen zu halten.