Noch ist für manchen der Anblick ungewohnt – Verkaufspersonal und Ladeninhaber in kleinen Einzelhandelsgeschäften mit Mundschutzmasken. Doch sind diese Masken eine der Voraussetzungen dafür, dass kleine und mittelgroße Geschäfte bis 800 Quadratmeter wieder offen sein dürfen. Unter den Händlern und den Kunden in Meßkirchs Geschäften herrschte am Wochenbeginn kurz nach der Wiedereröffnung der Ladengeschäfte in der Innenstadt eine Hoffnung vor: dass es in naher Zukunft ein vollständiges Ende des Ausnahmezustandes geben möge.

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Von einem Normalzustand ist trotz der Öffnung der Innenstadtläden noch lange Zeit nicht zu reden. Friseure und Gastronomen dürfen ihren Service noch nicht oder im Fall der Gastronomen nur begrenzt anbieten. Diejenigen, die schon wieder öffnen dürfen, müssen sich an strenge Hygienevorschriften halten, über deren Einhaltung in Meßkirch ausschließlich die Polizei wacht. Die Stadt verzichtet darauf, durch städtische Mitarbeiter ebenfalls zu kontrollieren, wie Hauptamtsleiter Matthias Henle sagt. Die Zusammenarbeit mit der Polizei habe sich in den vergangenen Wochen als sehr gut erwiesen, lobt der Rathausmitarbeiter.

Infektionsschutzkonzept auf Räumlichkeiten abgestimmt

Gerade der Hygienebereich erfordert die Zusammenarbeit zwischen den öffentlichen Stellen und den einzelnen Geschäftsinhabern. Davon ist Jürgen Fecht überzeugt. Er leitet einen kleinen mittelständischen Elektroinstallationsbetrieb, dessen zweites Standbein Handel und Service von Haushalts- und Unterhaltungsgeräten ist. „Ich habe den Samstag damit zugebracht, das Infektionsschutzkonzept auszuarbeiten“, berichtet der Geschäftsmann. Bei dieser Arbeit konnte der Meßkircher auf Material des Handelsvereins Baden-Württemberg und der Industrie- und Handelskammer zurückgreifen: „Aber das musste ich alles an mein Ladenlokal anpassen“, sagt der Händler zu seiner Zusatzarbeit.

Jürgen Fecht hat für sein Ladengeschäft ein Infektionsschutzkonzept ausgearbeitet und sich dabei an Informationsmaterial der Industrie- und Handelskammer orientiert.
Jürgen Fecht hat für sein Ladengeschäft ein Infektionsschutzkonzept ausgearbeitet und sich dabei an Informationsmaterial der Industrie- und Handelskammer orientiert. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Einige Häuser weiter ist Gabriele Knappe geschäftlich mit ihrem Wäsche- und Kurzwarengeschäft „Hautnah“ zu Hause. Die am späten Montagvormittag im Laden anwesenden Kunden halten den Mindestabstand unaufgefordert ein, einige tragen Mundschutz. Die Geschäftsfrau wird immer wieder durch Telefonanrufe unterbrochen. Die Kunden warten geduldig, bis sie zum Bezahlen an die Reihe kommen. Eine dieser Kundinnen ist Larissa Tuchscherer. Sie schildert ihre Eindrücke so: „Ich bin auf der einen Seite froh, dass die Geschäfte wieder aufmachen können. Andererseits mache ich mir darüber Gedanken, wie es mit der Pandemie weitergeht.“

Kunden wie Larissa Tuchscherer (links) zeigten großes Verständnis für die Einhaltung der neuen Hygienevorschriften, wie hier bei Gabriele Knappes Mundschutz.
Kunden wie Larissa Tuchscherer (links) zeigten großes Verständnis für die Einhaltung der neuen Hygienevorschriften, wie hier bei Gabriele Knappes Mundschutz. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Wesentlich optimistischer blickt Gabriele Knappe in die Zukunft: „Die Verkaufssperre hat Gott sei Dank nur vier Wochen gedauert. Ich denke, wenn sich alle Leute an die Hygienevorschriften halten, wird alles gut.“

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Sie hatte während der Zwangspause einen Lieferservice über das Internet aufgebaut. Diese Dienstleistung wurde allerdings kaum in Anspruch genommen. Vielleicht, so mutmaßt die Händlerin, müsse die Möglichkeit, auch beim örtlichen Einzelhandel über das Netz bestellen zu können, erst noch richtig bekannt werden. Andererseits könne es auch sein, dass die Kunden lieber bei einem der großen Versender ordern.

Blumenhändler macht gute Erfahrungen mit Lieferservice

Mit einem Lieferservice anderer Art hat Thomas Trautwein in den vergangenen vier Wochen gute Erfahrungen gemacht. Der Chef des gleichnamigen Blumenhauses berichtet, dass er deutlich mehr Blumenbestellaufträge zu bearbeiten hatte als sonst: „Viele Kunden haben ihre älteren Verwandten zu Ostern mit einem Blumenstrauß überrascht“, stellt der Geschäftsmann fest.

Verbot von großen Veranstaltungen wie Hochzeitsfeiern mit vielen Gästen belastet Branche

Seine Händlerkollegin Sabine Schulz vom Blumenhaus „Blumen am Stachus“ erzählt, dass der Verkaufsauftakt am Montagvormittag eher schleppend verlief. Sie hofft, die derzeitige Ausnahmesituation werde sich bald normalisieren. Schulz erinnert daran, dass derzeit Hochzeitsfeiern ausfallen und Beerdigungen nur im engsten Familienkreis stattfinden.