Montagmorgen am Martin-Heidegger-Gymnasium in Meßkirch. Matheunterricht bei Heiko Adler. Der Pädagoge hat an der Tafel das Thema der Unterrichtsstunde festgehalten: „Trigonometrie – Berechnungen im Dreieck“ steht dort. Es folgt der Satz des Pythagoras und eine Zeichnung. Nichts Ungewöhnliches also. Und doch hat sich gegenüber früheren Zeiten etwas grundlegend verändert: Heiko Adler schreibt und zeichnet mit einem elektronischen Pencil an einem Aktivboard, einer digitalen Schultafel. Mit ihnen sind alle Klassenräume der Schule ausgestattet.

Aktivboards haben viele Vorteile

Kein Tafeldienst mehr, kein lästiges Reinigen von Kreidespuren auf der grünen Fläche. Das ist der kleine und für Schüler sicherlich schöne Nebeneffekt der neuen elektronischen Tafeln. Viel bedeutender für Schüler und Lehrer indes ist die Möglichkeit, dass Lehrer Heiko Adler am Ende der Stunde alles, was er auf die Tafel gezeichnet und geschrieben hat, einfach abspeichern und in der nächsten Stunde wieder aufrufen und auch den Schülern digital zur Verfügung stellen kann.

Luca Gandion, Aaron Binder, Lisa Eichwald und Indra Zwick an einer Lerninsel auf dem Flur des Martin-Heidegger-Gymnasiums in Meßkirch.
Luca Gandion, Aaron Binder, Lisa Eichwald und Indra Zwick an einer Lerninsel auf dem Flur des Martin-Heidegger-Gymnasiums in Meßkirch. | Bild: Michael Schnurr

„Alle Aktivboards sind mit dem Schulserver verbunden“, sagt Tobias Andelfinger, Schulleiter am Meßkircher Gymnasium. Der Lehrer könne schon vor der Unterrichtsstunde die Inhalte der Stunde an der Tafel vorbereiten und seine Notizen zu Beginn der Stunde aufrufen. „Als Lehrer habe ich alle Unterlagen für die Stunde jederzeit verfügbar und muss sie nicht mehr mitschleppen“, sagt Andelfinger. Durch den Lernanschluss, über den jeder Klassenraum verfüge, könne beispielsweise auch auf Lernvideos oder Hörspiele zugegriffen werden. Früher habe der Lehrer im Unterricht Fernseher, CD-Player oder Beamer eingesetzt. Natürlich ist das Geschriebene nicht in Stein gemeißelt. Der Lehrer kann jederzeit mit dem Pencil Zusätze notieren oder auch Dinge löschen.

Digitalisierung bietet neue Möglichkeiten

„Grundsätzlich hat sich die Form des Unterrichts durch die Möglichkeiten der Digitalisierung nicht verändert“, so Andelfinger. Der schülerzentrierte Unterricht habe schon viel früher zum Alltag gehört. Aber die Digitalisierung biete die Möglichkeit, den Unterricht vielfältiger zu gestalten, sagt er. „Früher mussten wir teure Lexika oder Wörterbücher anschaffen, heute können Schülerinnen und Schüler an Lerninseln im Internet für zehn Minuten recherchieren oder nachschlagen.“ Diese Lerninseln, an denen Computer aufgestellt sind, finden sich an verschiedenen Stellen auf den Fluren der Schule und stehen jedem Schüler frei zur Verfügung.

Digitale Medien vereinfachen den Schulalltag. Das wurde gerade durch die Corona-Pandemie deutlich. Innerhalb von zwei Tagen musste die Schule nach Schließung reagieren und ein E-Mail-Verzeichnis aller Eltern anlegen. So konnten alle Klassen wochenweise mit Aufgaben versorgt werden. Nun rentierte sich, dass die Schule schon früher in den 11. und 12. Klassen mit „Moodle“ gearbeitet hatte, einem virtuellen Klassenraum. „Wir haben das Lernen mit Moodle auf alle Klassen ausgedehnt“, sagt Tobias Andelfinger. Natürlich hätten sich erst alle zurechtfinden müssen, denn „die übliche Einführung und übliche Schulung der Beteiligten war durch Corona nicht möglich“, sagt er.

Es gibt auch Schwachstellen

Deutlich wurden auch Schwachstellen, denn mancher Lehrer oder Schüler saß im „Funkloch“ und konnte allenfalls E-Mails empfangen. Das Resultat: Gegenwärtig werden in der Schule Arbeitsbereiche eingerichtet, die es möglich machen, unter Corona-Bedingungen diejenigen vor Ort zu unterrichten, die zu Hause keinen Internetzugang haben.

Außerdem wurden für zwei Klassen Tablets angeschafft. Auch eine Vertretungs-App ist programmiert worden. Außerdem testet das Martin-Heidegger-Gymnasium gegenwärtig ein elektronisches Klassenbuch. Dieses führt der Lehrer auf dem Tablet.

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