Seit Anfang Mai müssen Bürger, die Sondermüll auf die Deponie in Ringgenbach bringen wollen, eine Datenmatrix mit sich führen, die sie als Gebührenzahler im Landkreis Sigmaringen ausweist. Das führt zu Verwirrungen, denn wer in einer Miets- oder Eigentumswohnung lebt, hat nicht automatisch einen eigenen Mülleimer. Die Abrechnung erfolgt über Hausverwaltungen, an die auch die Gebührenbescheide versendet werden. Die Mieter oder Eigentümer zahlen in den Nebenkosten zwar die Abfallgebühren, haben aber mit der Abrechnung der Müllkosten nichts zu tun.

Kreis sucht Kontakt mit Hausverwaltern

Dieses Problem hat die Kreisabfallwirtschaft in Sigmaringen bereits erkannt. „Wir sind aktuell mit den Wohnungsgesellschaften und Verwaltern der Mehrparteienhäuser in Kontakt, um individuell passende Lösungen zu finden“, sagt Holger Kumpf, Leiter der Kreisabfallwirtschaft Sigmaringen.

Während der Corona-Krise gelten auch auf der Deponie in Ringgenbach besondere Hygienevorschriften.
Während der Corona-Krise gelten auch auf der Deponie in Ringgenbach besondere Hygienevorschriften. | Bild: Julia Lutz

Zwei Lösungen sind für Matrixproblem denkbar

Denkbar seien derzeit zwei Möglichkeiten. Wenn eine Mülltonne gemeinschaftlich genutzt wird, werde dies gewerblich abgerechnet. Will nun ein Bewohner seinen Sondermüll auf die Deponie nach Ringgenbach bringen, müsse er auch den gewerblichen Tarif bezahlen und benötigt somit keine Datenmatrix. Die zweite Möglichkeit sehe vor, dass jeder Haushalt des Objekts satzungsgemäß mit der entsprechenden Anzahl an Personen veranlagt, die in dem Haushalt leben. Jeder Haushalt erhält einen eigenen Gebührenbescheid mit einer Datenmatrix. Mit dieser kann er seinen Müll dann auf der Kreisdeponie anliefern. Die Gemeinschaftstonne würde dann von der Grundgebühr befreit werden. Die Leistungsgebühr, so Holger Kumpf, werde dann über die Nebenkosten umgelegt. „Wir stellen die Lösungen aktuell allen Beteiligten vor und möchten so ermöglichen, dass jeder die für sich vorteilhaftesten Lösungen finden kann“, sagt Kumpf weiter.

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Sperrmüll wird auch in Mengen angenommen

Neben der Deponie in Ringgenbach nimmt seit dem 16. Juni auch der Recyclinghof in Mengen Kleinmengen an Sperrmüll bis zu 1,2 Kubikmetern an. Angenommen werden beispielsweise Gartenmöbel, Skier, Blumentöpfe und alles, was nicht nicht die Restmülltonne passt, aber kein Restmüll ist. Auch hier gilt, dass die Datenmatrix vorgezeigt werden muss. „Wir scannen die Matrix mit dem Handy und buchen den Betrag auf das Veranlagungskonto. Erst dann darf abgeladen werden“, erklärt Holger Kumpf, technischer Werkleiter der Kreisabfallwirtschaft. „Ist die Summe größer als 10 Euro, bekommt man automatisch einen geänderten Gebührenbescheid nach Hause.“ Eine Anlieferung ohne das Vorlegen einer gültigen Datenmatrix oder gegen Bargeld ist nicht möglich, da aus Sicherheitsgründen keine Bargeldkasse mehr in Mengen geführt wird.

Matrix kann bei Kreisabfallwirtschaft ersetzt werden

Restmüll wird nicht angenommen. Noch bis zum 30. Juni kann Sperrmüll zusätzlich bei der Firma Alba zu den Gebühren des Landkreises angeliefert werden. Zu Sperrmüll zählen zum Beispiel Matratzen, Polstermöbel, Gartenmöbel, Teppiche, Linoleum- und PVC Böden, Rollladen aus Kunststoff oder Holz, Koffer, Skier, Spiegel, restentleerte Tanks oder Kanister (rückstandsfrei und längsseits aufgeschnitten), großes und sperriges Spielzeug. Restmüll wird aus hygienischen Gründen nicht angenommen. Insgesamt gilt, dass auch eine Kopie oder ein Foto der Datenmatrix auf dem Handy ausreichen. Weitergeben darf man seine Matrix nicht.

Große Schilder weisen schon an der Abbiegung zur Deponie in der Deponiestraße daraufhin, dass ohne Datenmatrix keine Abfälle abgegeben werden können. Die Fahrzeugschlange reicht oft bis hierhin.
Große Schilder weisen schon an der Abbiegung zur Deponie in der Deponiestraße daraufhin, dass ohne Datenmatrix keine Abfälle abgegeben werden können. Die Fahrzeugschlange reicht oft bis hierhin. | Bild: Julia Lutz

Bei Verlust wird Datenmatrix ersetzt

Wer seine Matrix verliert, erhält bei der Kreisabfallwirtschaft eine neue Matrix, die einem QR-Code gleicht. Damit mit der alten Matrix kein Missbrauch betrieben werden kann, wird diese bei Verlust durch die Behörde gesperrt.

Auf Nachfrage erklärt Holger Kumpf, dass sich die Sperrmüllanlieferungen wieder auf dem Vorjahresniveau bewegen. „Da viele Bürger die Zeit des Shut-Downs und während der anschließender Feiertagen genutzt haben um daheim aufzuräumen, hatten diese im Anschluss wohl einen gewissen Nachholbedarf. Aktuell scheint sich die Menge jedoch wieder auf dem Vorjahresniveau einzupendeln“, so Kumpf gegenüber dieser Zeitung.

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