Es ist ein Jubiläum ohne Jubiläumsfeier: Am 19. Oktober 1995 gründete sich im Gasthaus Adler in Meßkirch die Museumsgesellschaft. Sie blickt heute auf ihr 25-jähriges Bestehen zurück. Der Verein hatte es sich damals zur Aufgabe gemacht, das kulturelle Leben in Meßkirch zu bereichern. „Damals war Meßkirch eine Kulturbrache“, sagt Armin Heim lachend, der zu Beginn Vorsitzender war und es heute wieder ist. Zufällig hätten Uta Mahler-Kraus und er unabhängig voneinander das Gefühl gehabt, Meßkirch benötige einen Verein, der sich um Kultur und Historie kümmern. „Man kann es sich nicht vorstellen, aber damals gab es in Meßkirch und Umgebung kulturell einfach gar nichts“, sagt Heim im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Das habe sich in den vergangenen 25 Jahren radikal geändert. Heute gelte Meßkirch mit der Kreisgalerie, dem Schlosskeller und dem Schloss als „kultureller Hotspot“ im Kreisgebiet.

Verein wurde in der Gaststätte Holzwurm gegründet

In der Gaststätte Holzwurm trafen sich heute vor 25 Jahren Armin Heim, Uta Mahler-Kraus, Hermann Müller, Margit Haas und Eva Vonberg und gründeten den Verein, der das kulturelle Leben in der Region verändert hat. Mit Infoständen machte die zunächst kleine Gruppe auf den Verein aufmerksam und wuchs auf bis zu 70 Mitglieder an. Das erste Konzert fand dann im Martinsaal im Dezember 1995 mit „Carusos Onkel“ statt, einer A-cappella-Formation. Der Erfolg motivierte die Gruppe zu heimatkundlichen Exkursionen. „In den ersten Jahren habe ich bis zu 70 Exkursionen durch die Heimat angeboten“, erinnert sich Heim. Diese führten auf den Spuren von Martin Heidegger, Conradin Kreutzer oder Abraham a Sancta Clara durch die Region, beschäftigten sich aber auch mit historischen Gebäuden. Mundartdichter und Autoren wurden zu Lesungen eingeladen, Historiker zu Vorträgen und im Martinsaal fanden Kabarett und Konzerte statt. Im März 1996 wurde in den Räumen der katholischen Pfarrbücherei die Heimatbibliothek eröffnet, die damals bereits 100 Titel umfasste. „Wir waren damals eine tolle Clique, die sehr agil war“, sagt Heim. Bis heute seien fast die selben Personen im Verein aktiv, „allerdings sind wir alle natürlich 25 Jahre gemeinsam gealtert“.

Schlosskeller wurde für Veranstaltungen umgebaut

Ein großer Meilenstein sei die Renovierung des Schlosskellers gewesen, der am 11. Januar 1998 nach zweijähriger Aus- und Umbauphase eröffnet wurde. Seitdem fanden dort fast jeden Monat Veranstaltungen statt. Darunter auch einige legendäre Feste privater Natur. „Ich erinnere mich auch gerne an die großen Veranstaltungen in der Stadthalle zurück“, sagt Heim. Künftig soll es aber bei der Kleinkunstbühne bleiben. Mit nur 15 aktiven Mitgliedern könnte man nicht mehr stemmen.

Armin Heim war vor 25 Jahren der Vorsitzende der Museumsgesellschaft und ist es heute wieder.
Armin Heim war vor 25 Jahren der Vorsitzende der Museumsgesellschaft und ist es heute wieder. | Bild: Julia Lutz

Bis heute hat der Verein zwei Standbeine: Einerseits beschäftigt sich die Museumsgesellschaft mit dem kulturellen Leben in der Heidegger-Stadt, andererseits widmet sie sich der Heimatpflege. Schon im November beabsichtigte der Verein, das Heimatmuseum neu zu gestalten. Daraus ist bis heute allerdings nichts geworden. „Corona macht uns die Neugestaltung des Museums nicht leichter“, sagt Armin Heim. Die Stadt müsse sparen und hätte auch im Kulturbereich den Rotstift angesetzt. Nicht gespart wird aber bei den Meßkircher Heimatheften, die von der Museumsgesellschaft seit 25 Jahren herausgegeben werden und viele Fans haben.

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