Bis zu 93 Prozent Umsatzsrückgänge bereiten den beiden Reisebüros in der Heidegger-Stadt derzeit massive Sorgen. Die beiden Fachkräfte im Volksbank-Reisebüro sind wie andere Mitarbeiter auch in Kurzarbeit. Sigrid Sattek kann ihr Reisebüro derzeit nur weiterführen, weil sie als Rentnerin mit der monatlichen Ruhegeldüberweisung eine feste finanzielle Basis hat. Doch nicht nur die Einnahmen aus den Monaten seit Beginn der Pandemie sind für die Geschäftsfrau eingebrochen. „Ich musste sämtliche bereits seit November erhaltene Provisionen an die Veranstalter zurückzahlen“, bedauert die Meßkircherin. Alles in allem sieht sich Sattek in einer Reihe mit den rund 9000 deutschen Reisebüros, die allesamt mehr oder weniger unter ähnlichen Folgen der Pandemie zu leiden haben.

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Schon einige Fälle von vor Ort geschlossenen Hotels

Es werden allerdings immer noch Pauschalreisen in den Süden gebucht. Gern gebuchte Ziele seien die Balkanstaaten, die Kanaren und besonders Griechenland. Die Reisefachfrau beobachtet aber einen, wie sie wertet, „schlimmen Trend“ mancher Anbieter. Schon in einigen Fällen wären die gebuchten und bezahlten Hotels überhaupt nicht offen gewesen. Die betroffenen Urlauber hätten ohne finanziellen Ausgleich auf billigere Hotels ausweichen müssen. Sattek: „Überbuchungen hat es schon immer gegeben. Aber bisher wurden die Gäste auf gleichwertige oder sogar teurere Hotels umgebucht, ohne dass sie einen Aufpreis bezahlen mussten.“ Für die Reisevermittlerin kommt deswegen eine weitere Tätigkeit hinzu. Sie prüft im Interesse ihrer Kunden, ob das angebotene Hotel wirklich offen ist. Das bedeute unbezahlte Mehrarbeit.

Innerdeutsche Ziele sind stark gefragt

Monika Blender ist eine der beiden Fachfrauen für Urlaubsreisen im Volksbank-Reisebüro. Auch sie beobachtet einen spürbaren Umsatzrückgang. Blender sieht sich aber außerstande, eine Prozentzahl zu nennen. Glücklicherweise kämen immer noch Kunden, allerdings hätten sich die Wunschziele coronabedingt geändert. Ihre Kunden interessieren sich hauptsächlich für Urlaubsmöglichkeiten in Österreich oder Italien. Stark zugenommen, so die Reisefachfrau, habe die Nachfrage nach innerdeutschen Zielen. „Die Wunschgebiete der Urlauber aus unserer Region sind Ziele an der Nord- und Ostsee und in Bayern.“ In der Stiefelrepublik sind Süditalien, die Toskana und die oberitalienischen Seen gefragt. Viele Sonnenhungrige fahren mit dem Auto in den Süden und buchen bei Monika Blender nur die Unterkunft. Die Nachfrage nach Südtirol setzt erfahrungsgemäß erst im Herbst ein. Das könnte dieses Jahr genauso sein, hofft Monika Blender