Der wegen der Corona-Pandemie aufgeschobene Abriss des Conrad-Gröber-Hauses wird jetzt in Angriff genommen. Die Baugenehmigung für das neue St. Martin-Zentrum der Caritas, das das Conrad-Gröber-Haus als Alten- und Pflegeheim ersetzt, sieht zwingend einen Abriss des Altbaus vor. Beide Baukörper wären zu massiv an dieser Stelle. Dem Abriss hatte der Meßkircher Gemeinderat schon zugestimmt. Doch dann gab es eine coronabedingte Pause, denn der Landkreis wollte das leerstehende Alten- und Pflegeheim nutzen, um im Ernstfall hier Corona-Patienten mit leichten Symptomen unterbringen zu können. Dies sahen die Planungen von Landrätin Stefanie Bürkle im Frühjahr vor.

„Lage im Kreis erfreulicherweise entspannt“

„Wir hatten den Abriss des Conrad-Gröber-Hauses verschoben. Hintergrund war die Anfrage des Landkreises Sigmaringen, im Bedarfsfall während der Corona-Pandemie auf unsere Einrichtung zurückgreifen zu können. Nachdem sich die Situation in unserem Landkreis erfreulicherweise entspannt hat, konnten wir mit den Verantwortlichen des Landratsamtes Sigmaringen eine Klärung herbeiführen, mit dem Ergebnis, dass das Conrad-Gröber-Haus nun nicht mehr benötigt wird. Wir werden nun unsere Pläne wieder weiterverfolgen können, zumal ja in der Baugenehmigung für unsere neue Einrichtung St. Martin zwingend vorgegeben ist, dass ein Abriss zu erfolgen hat,“ teilt Alexander Sperl vom Caritasverband für das Dekanat Sigmaringen-Meßkirch auf Anfrage des SÜDKURIER mit.

Nach Angaben von Sperl würden jetzt die Ausschreibungen beziehungsweise die Vergabegespräche für den Abriss stattfinden. Nach den bisherigen Planungen soll im Laufe des Julis der Auftrag vergeben werden, der Abriss soll dann voraussichtlich Anfang August beginnen. Nach den Planungen der Fachleute werde dieser aller Voraussicht nach etwa zwei Monate dauern. „Aus diesem Grund haben wir nun damit begonnen, den Altbau leer zu räumen. Wir haben jetzt noch ungefähr fünf Wochen Zeit, wir wollten frühzeitig beginnen, um später nicht in zeitlichen Druck zu kommen,“ so Sperl.

Nachbarn werden informiert

„Uns ist bewusst, dass ein solcher Abriss natürlich auch zu einem gewissen Maß Belästigungen mit sich bringen kann. Gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort werden wir uns bemühen, diese möglichst klein zu halten. Unsere unmittelbaren Nachbarn werden wir selbstverständlich auch noch direkt informieren, wenn endgültig feststeht, an welchem Tag die Arbeiten beginnen,“ teilt Sperl auf Anfrage des SÜDKURIER weiter mit.

Falls der Kreis das Conrad-Gröber-Haus genutzt hätte, um Corona-Patienten unterzubringen, hätte die Caritas keine Miete verlangt. Der Landkreis hätte nur nötige Versicherungen bezahlen müssen. Da das Gröber-Haus bisher als Alten- und Pflegeheim genutzt wurde, wäre es relativ leicht gewesen, im Fall der Fälle hier Corona-Patienten unterzubringen.

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