Woher die Auszeichnung „Badischer Geniewinkel“ stammt und wie alt sie ist, lässt sich nicht mehr genau nachvollziehen. Vielleicht animierte das Berühmtwerden des Philosophen Martin Heidegger dazu, über weitere schillernde Persönlichkeiten der Vergangenheit nachzudenken. Zumindest schreibt Wilhelm Schussen bereits im Jahr 1933 in „Der Schwabenspiegel“, einer Wochenschrift der „Württemberger Zeitung“ einen Artikel zum Thema „Aus der Genieluft von Meßkirch“.

Auswahl von berühmten Persönlichkeiten

Dass der Begriff nicht aus der Luft gegriffen ist, sondern ihm zahlreiche prominente Personen Substanz geben, das beweist die Aktion der Meßkircher Tourist-Information unter der Organisation von Edith Weber. Eine Auswahl der berühmten Persönlichkeiten, die in Meßkirch und Umgebung geboren wurden, aufgewachsen sind oder gelebt haben und noch leben, ist auf eine unterhaltsame und ansprechende Weise in den Schaufenstern präsentiert. Sie lädt die Meßkircher Bevölkerung sowie die Touristen auf eine interessante Entdeckungsreise ein.

Alleinstellungsmerkmal für die Stadt

Die Idee, den badischen Geniewinkel für touristische Zwecke zu nutzen, geht auf Amelie Mutschler (vormals Gößl) zurück, die während ihres Studiums in der Tourist-Information den Praxis-Anteil absolvierte und für ihre Bachelor-Arbeit ein Thema suchte. Schnell wurde klar, dass der Begriff als Namenszusatz von Meßkirch sinnvoll ist und genügend Substanz besitzt, um ihn als Alleinstellungsmerkmal der Stadt in die Öffentlichkeit zu bringen, erklärte Edith Weber bei einem Rundgang mit allen am Projekt beteiligten Personen. Daraufhin begannen Workshops, um eine kreative und auch innovative Umsetzung zu beratschlagen.

Ausführliche Informationen über QR-Code

Seit Beginn der Sommerferien ist das Ergebnis zu erleben. Plakate, Informationswürfel und Bilder gestalten auf attraktive Weise die Schaufenster der Innenstadt. Es sind Wissens-Appetithappen mit zahlreichen Abbildungen, die das Interesse anregen. „Wir wollten einen Überraschungsmoment liefern“, erklärt Edith Weber. Ist die Neugier dann geweckt, stehen QR-Codes sowie die neu eingerichtete Seite auf der Webseite der Stadt Meßkirch zur Verfügung, die einen ausführlichen Lebenslauf oder weitgehende Informationen bereitstellen.

Steffi Dunaiski, Fan und Freundin von Anita und Alexandra Hofmann, probiert am Fenster des Bürgerbüros mit ihrem Smartphone aus, ob das Musikvideo der musikalischen Schwestern über den QR-Code schon abzurufen ist.
Steffi Dunaiski, Fan und Freundin von Anita und Alexandra Hofmann, probiert am Fenster des Bürgerbüros mit ihrem Smartphone aus, ob das Musikvideo der musikalischen Schwestern über den QR-Code schon abzurufen ist. | Bild: Michelberger, Isabell

Über die QR-Codes erhält man beispielsweise ein Video von Anita und Alexandra Hofmann oder eine Lesung von Martin Heidegger. Die Texte auf den Plakaten und Würfel geben einen anregenden Eindruck von der Persönlichkeit sowie von ihrem Wirken. Es macht Spaß, über die badischen Genies zu lesen, was der Stadtführerin Andrea Braun-Henle und dem Kulturwissenschaftler Armin Heim zu verdanken ist. Ihr profundes Wissen um die Meßkircher Geschichte und die flotte Schreibe machen das Entdecken der Persönlichkeiten zum Vergnügen.

Eröffnungsrunde mit Anita Hofmann und Arnold Stadler

Den Akteuren des Projekts gefiel beim ersten Rundgang zum „Badischen Geniewinkel“ das Ergebnis in den Schaufenstern ausgesprochen gut. Von links: Sarah Zenger, Michaela Schmid (verdeckt), Armin Heim, Arnold Stadler, Mathias Bank, Anita Hofmann, Steffi Dunaiski, Edith Weber, Amelie Mutschler, Arne Zwick und Andrea Braun-Henle.
Den Akteuren des Projekts gefiel beim ersten Rundgang zum „Badischen Geniewinkel“ das Ergebnis in den Schaufenstern ausgesprochen gut. Von links: Sarah Zenger, Michaela Schmid (verdeckt), Armin Heim, Arnold Stadler, Mathias Bank, Anita Hofmann, Steffi Dunaiski, Edith Weber, Amelie Mutschler, Arne Zwick und Andrea Braun-Henle. | Bild: Michelberger, Isabell

Monatelange Vorarbeit war nötig, um Schaufenster, Internet-Auftritt und Broschüre zu gestalten. Dass sich diese aufwendige Arbeit gelohnt hat, davon waren alle Beteiligten, die am ersten Rundgang teilnahmen, absolut überzeugt. Neben Bürgermeister Arne Zwick und den Vertreterinnen der Tourist-Information gehörten sowohl die Text-Autoren als auch Michaela Schmid vom Stadtbauamt, der Vorsitzende des Gewerbe- und Handelsvereinigung Meßkirch, Mathias Bank, sowie die Meßkircher beziehungsweise Raster Persönlichkeiten Arnold Stadler und Anita Hofmann zu der Eröffnungsrunde. In den kommenden Wochen werden an verschiedenen Fenstern noch Zitate der Meßkircher Genies angebracht.

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