Paulina Hain, die die Kinderkrippe Sonnenschein der Stadt Meßkirch leitet, kann jetzt alles dafür vorbereiten, dass es ab Herbst dieses Jahres eine zweite Gruppe für Kleinkinder geben wird. Der Meßkircher Gemeinderat machte den Weg dafür frei. Denn nach den Daten und Fakten, die Simone Leukhardt von der Stadtverwaltung dem Gremium präsentiert hatte, gibt es eine Warteliste von Eltern, die einen Krippenplatz suchen.

Zehn weitere Plätze für Kinderkrippe

Mit der zusätzlichen Gruppe in der Kinderkrippe Sonnenschein werden weitere zehn Plätze für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren geschaffen. Betreut werden die Kinder von 7 bis 13.30 Uhr. Damit könne der Nachfrage im nach den Sommerferien beginnenden Kindergartenjahr entsprochen werden. Nach Darstellung von Simone Leukhardt, der städtischen Expertin für Kindergartenfragen, reiche das Angebot an Plätzen für Kinder, die älter als drei Jahre sind, bis ins Jahr 2022 aus. Hilfreich sei, dass ab September kommenden Jahres der neue, achtgruppige Kindergarten, der gerade nahe des Schulzentrums gebaut wird, bezugsfertig sein soll.

Bereits bei der Einrichtung der Kinderkrippe Sonnenschein war eine mögliche Erweiterung mit bedacht worden. Die Krippe wurde im vergangenen Jahr im ehemaligen Gebäude der Zeugen Jehovas an der Heimradstraße eingerichtet. Rund eine halbe Million Euro hatte die Stadt investiert. Im Januar dieses Jahres wurde sie in Betrieb genommen.

Zwei zusätzliche Stellen für Erzieherinnen

Im Entwurf des Haushaltsplans für dieses Jahr ist die zweite Krippen-Gruppe noch nicht eingeplant, wie Bürgermeister Arne Zwick vor dem Gemeinderat sagte. Für diese zusätzliche Gruppe müssten zwei Erzieherinnen eingestellt werden. Während die Personalkosten noch im Finanzetat verankert werden müssten, wurde von der Stadt bereits eine Lösung gefunden, was das Mobiliar anlangt. Es sollen Möbel genutzt werden, die später für den Kindergarten-Neubau neben dem Schulzentrum vorgesehen sind. Reiche insgesamt das Angebot an Plätzen für Kinder unter drei Jahren nach dem Bezug des Neubaus aus, dann soll die zweite Gruppe der Krippe Sonnenschein samt Mobiliar in den neuen Kindergarten umziehen.

Starker Zuwachs im Ortsteil Rohrdorf

Offen gelassen wurde während der Sitzung des Gemeinderats, ob auch im Meßkircher Ortsteil Rohrdorf weitere Plätze für eine Kinderbetreuung geschaffen werden müssen. Hier stiegt die Zahl der Kinder bis 2022 sehr deutlich an. Die räumlichen Kapazitäten des dortigen Kindergartens seien aber bereits jetzt absolut ausgereizt. Im Rohrdorfer Kindergarten St. Christophorus, der auch von Kindern aus den Ortsteilen Heudorf und Langenhart besucht wird, gibt es aktuell 40 Plätze. Bis Juli 2022 wird der Zahl der Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren aus den genannten drei Meßkircher Ortsteilen auf 68 steigen.

Im September 2021 soll der neue achtgruppige Kindergarten der Stadt Meßkirch, der in Nachbarschaft zum Meßkircher Schulzentrum entsteht, bezogen werden können.
Im September 2021 soll der neue achtgruppige Kindergarten der Stadt Meßkirch, der in Nachbarschaft zum Meßkircher Schulzentrum entsteht, bezogen werden können. | Bild: Dieterle-Jöchle, Manfred

Auf die Frage von Gemeinderätin Birgitta Amann (Freie Wähler), wo zusätzliche Plätze in Rohrdorf geschaffen werden sollen, sagte Bürgermeister Zwick, dass die Verwaltung zunächst abwarten werde, ob sich ein Bedarf nach zusätzlichen Plätzen dauerhaft einstelle. Dann werde entschieden, ob und wie reagiert werde. Es gebe einen intensiven Austausch mit der Leitung des Rohrdorfer Kindergartens. Simone Leukhardt hatte im Rahmen ihrer Präsentation der Kindergarten-Daten gesagt, dass Eltern aus den Meßkircher Ortsteilen ihre Kinder auch in Kindergärten in der Kernstadt betreuen lassen würden. Es war während der Sitzung auch heraus zu hören, dass sich die Stadtverwaltung nach den Sommerferien des kommenden Jahres einen Effekt durch den neuen städtischen Kindergarten beim Schulzentrum erhofft.

Debatte um Waldkindergarten Wurzelzwerge

Die zukünftige Unterstützung des von einem Verein getragenen Waldkindergarten Wurzelzwerge sorgte für eine längere Debatte im Gemeinderat. Gegen einen Bau einer Schutzhütte, die das WC-Gebäude des alten Freibades ersetzen soll, stimmte ein großer Teil der CDU-Fraktion. Doch die Mehrheit des Gemeinderats genehmigte eine entsprechende Planung. In einer Sitzung im Juli wird sich der Gemeinderat nochmals mit dem Waldkindergarten beschäftigen. Dann soll über eine Beteiligung der Stadt an den laufenden Betriebskosten in Höhe von rund 97 Prozent endgültig entschieden werden. Das Konzept und die Hintergründe dafür hatte Bürgermeister Zwick vorgestellt. Statt der geforderten zusätzlichen Stelle für den Waldkindergarten wird der private Trägerverein nach dem Willen der Verwaltung und des Gemeinderats nur eine 450-Euro-Stelle bekommen.

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Vielfältiges Angebot für Kinder

Das Betreuungsangebot für Kinder ist in der Stadt Meßkirch sehr vielfältig:

  • Angebot und Nachfrage: Die Stadt bietet für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren 304 Plätze in Form von Regelbetreuung, verlängertem Vormittag und Ganztagsbetreuung in sieben Kindertageseinrichtungen an. Die Platzkapazitäten für das laufende Kindergartenjahr 2019/20 sind nach den Angaben der Stadt noch nicht ausgeschöpft, es gibt im Kindergarten im Schloss sowie in Rengetsweiler noch freie Plätze. Auch der Waldkindergarten habe noch zwei Plätze frei. Für den katholischen Kindergarten in Rohrdorf und die Kindertagesstätte Kunterbunt in Meßkirch gibt es aktuell eine Warteliste, da Eltern ihre Kinder speziell in diese Einrichtungen bringen möchten. Das Angebot des verlängerten Vormittags wird in der katholischen Kita St. Raphael angeboten – hierfür gibt es eine Warteliste. Die Ganztagsbetreuung in den Kitas Kunterbunt und St. Raphael ist voll belegt, für St. Raphael gibt es eine Warteliste.
  • Die Gebühren richten sich danach, wie viele Kinder in der Familie leben: Für eine Betreuung von Kindern im Alter von einem bis zu zwei Jahren in einer Krippe reicht die Spanne von 286 bis 57 Euro im Monat. Die zuletzt genannte Summe wird verlangt, wenn vier und mehr Kinder in der Familie leben. Dauert die Betreuung in einer Krippe bis zu 44 Stunden, bewegen sich die Gebühren für ein- bis zweijährige Kinder zwischen 419 und 84 Euro. Für einen normalen Platz im Kindergarten sind zwischen 128 und 22 Euro zu zahlen.