Der ehemalige Sigmaringer Landrat erläuterte den Finanzierungsplan für die Scheune sowie die weiteren Ziele. Die zügige und einstimmige Wiederwahl der bisherigen Mitglieder des Vorstandes zeigte, wie groß das Vertrauen der Mitglieder in ihr Führungsteam ist.

"Das ist unser großes Projekt", schilderte Gaerte den Bau der Scheune, die innerhalb der nächsten Jahre entstehen soll. Da der Verein als Bauherr auftritt, musste er sich sowohl um die Genehmigungen als auch um die Finanzierung kümmern. Es sei gelungen, aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) des Landes Baden-Württemberg einen Zuschuss von drei Fünftel der veranschlagten Kosten zu erhalten. Der Freundeskreis möchte 30 000 Euro beisteuern, die er in Raten über drei Jahre hinweg dem Bau zukommen lässt. Nun gehe es darum, Eigenkapital zu sammeln und die Ausgaben möglichst zu minimieren. Bei der finanziellen Kalkulation dürften Spenden nicht mit einbezogen werden, bekräftigte Kassiererin Silke Mayer. Diese seien zwar äußerst wichtig und hilfreich, doch deren Höhe sei variabel.

Um die anstehenden Projekte gut realisieren zu können, wünschte sich das Vorstandsteam mehr Mitglieder für den Freundeskreis. Es seien zwar 35 Neuzugänge im vergangenen Jahr zu verzeichnen gewesen, doch wäre ein größerer Anstieg wünschenswert, denn die stark wachsenden Besucherzahlen signalisierten deutlich das Interesse an Campus Galli. In der aktuellen Saison werden 90 000 Besucher erwartet. Die stellvertretende Vorsitzende, Verena Scondo, regte an, dass an Tagen mit Hochbetrieb wie an Sonntagen Mitglieder als Ansprechpartner auf der Baustelle zur Verfügung stehen.

Als weitere positive Entwicklung konnte Gaerte auf die begleitende Kulturreihe hinweisen, von der die Region und die Gastronomie profitierten. Er nannte dabei die Führungen mit dem Wandermönch (Michael Skuppin). "Das Geld hierfür haben wir vom Förderprogramm Leader erhalten, die Idee kam aber von uns", berichtete der Vorsitzende stolz.

Wie Meßkirchs Bürgermeister Arne Zwick bestätigte auch der Leader-Vorsitzende Heinrich Güntner dem Vorstandsteam eine hervorragende Arbeit. "In Anbetracht der Komplexität des Vorhabens dürfen wir froh darüber sein, dass es so gut läuft", bekundete Güntner. Der Freundeskreis leiste eine ganze Menge. Auch die Veranstaltungen mit den Schauspielern seien gut. Sie hätten Wirkung in die Region hinein. "Die Kulturreihe bewirkt dort etwas, wo Menschen auf den Tourismus setzen", betonte Güntner. Je bekannter das Projekt werde, desto leichter sei es, zu Mitgliedern zu kommen. "Wenn das Projekt in den Köpfen verankert ist, auch weiter draußen, sind dauerhafte Sponsoren zu finden", schloss er und wünschte dem Verein, dass es so weitergeht.

In drei Wochen reisen 38 Mitglieder des Vereins nach Guédelon, um sich die Fortschritte dort anzusehen. Sie wollen aber auch einen Blick darauf werfen, was nicht gut gelungen ist, um dies in Meßkirch zu vermeiden.

Der Vorstand des Freundeskreises setzt sich wie folgt zusammen: Dirk Gaerte (Vorsitzender), Verena Scondo (Stellvertreterin), Siegfried Blust (Stellvertreter), Silke Mayer (Kassiererin), Jana Schnall (Schriftführerin), Joachim Buuk (Kassenprüfer), Günter Schäuble (neuer Kassenprüfer für Jeanette Fleckenstein) sowie die Beiräte Insa Bix, Andrea Braun-Henle, Alexandra Gössl, Rüdiger Hillenbrand, Harry Knoll und Helmut Weißhaupt.

 

Chronik der Baustelle gibt einen Eindruck von den Arbeiten im Campus Galli

Seit dem Jahr 2013 gibt der Freundeskreis Karolingische Klosterstadt jedes Jahr eine Chronik heraus, welche die Aktivitäten der vorangegangenen Saison dokumentiert.

In den Chroniken sind jeweils wissenschaftliche Aufsätze zum Frühmittelalter sowie zu verschiedensten Themen, die das Kloster und das politische und gesellschaftliche Leben in jener Zeit betreffen, enthalten. Während die ersten Bände noch die mühevollen, aber höchst engagiert angegangenen Aktivitäten veranschaulichen, um das Projekt in Gang zu bringen, lässt sich anhand der Folgejahre eine prosperierende Entwicklung des Campus Galli verfolgen.

Die Bild-Impressionen von der Baustelle in der aktuellen Chronik 2018 schildern beredt, wie viel Leben mittlerweile dort herrscht: Kindergruppen beim Werkeln mit Lehm, die Schafschur, das Entstehen eines Schuhs durch Strohflechten, Schnitzarbeiten an der Holzkirche, das Entstehen der Friedhofsmauer und Eindrücke von den Aktionstagen mit Bierbrauen und Löffelschnitzen.

Wie viel wissenschaftliches und pädagogisches Potenzial das Projekt Karolingische Klosterstadt bietet, führen die zehn Beiträge in der Chronik 2018 vor Augen. Darin beschäftigt sich beispielsweise der Archäologe und Bauforscher Tilmann Marstaller mit der wissenschaftlichen Herleitung der hölzernen Chorschranke in der Holzkirche. Der Autor Manfred Bomm erzählt von der Lesung seines Krimis, in dem Campus Galli eine zentrale Rolle spielt. Schulleiterin Sigrid Weißhaupt berichtet von Schülererfahrungen auf dem Campus und Michael Skuppin von seiner Rolle als Wandermönch.

Karolingische Klosterstadt Meßkirch. Dokumentation einer Zeitreise auf dem Campus Galli, herausgegeben vom Freundeskreis Karolingische Klosterstadt Meßkirch – Campus Galli e.V., Chronik 2018, Band 6, Gmeiner-Verlag, 9,90 Euro.