Am Schießstand der Privilegierten Schützengilde Meßkirch im Sandbühlweg ist Sicherheit oberste Maxime für die aktiven Schützen. "Sicherheit" lautet auch das Kommando etwa am Kurzwaffenschießstand, auf das hin alle Schützen ihre Waffen sichern und ablegen, um dann gemeinsam in den Schießstand hinein zu den Zielscheiben zu gehen, um diese zu bergen und auszuwerten.

"Als Sportschütze ist es für mich in erster Linie sehr wichtig, zu einer inneren Ruhe zu finden um ganz bei mir selbst zu sein, um das Ziel zu fixieren und dann den Schuss optimal in den Ring zu bekommen", beschreibt der stellvertretende Vorsitzende, Manfred Abbieri, die notwendige Konzentration vor jeder einzelnen Schuss. Dabei sei es besonders wichtig, seine eigene Atmung wahrzunehmen und zu kontrollieren.

 

Hier spricht Manfred Abbieri im Video über den Schießsport:

 

 

Jugendtrainer Berthold Strehl, der aktuell drei Jugendliche in die Kunst des Sportschießens einführt, hätte sehr gerne etwas mehr junge Schützen im Verein. "Ausgebildet wird ausschließlich mit Luftdruckwaffen, die vom Verein zur Verfügung gestellt werden", sagt Strehl. "Unsere Jugendlichen benötigen also zunächst keine eigene Waffe". Beim Training in der Luftgewehrhalle werden 30 Schuss in etwa einer Stunde auf eine Scheibe in zehn Meter Entfernung abgegeben und anschließend die Treffer (Ringe) ausgewertet. "Neulinge schießen anfänglich ohne Wertung, denn da kommt es erst einmal darauf an, ein Gefühl für die Waffe zu entwickeln, Sicherheitsstandards kennen zu lernen und einen eigenen Rhythmus, besonders auch für die Atmung, zu finden", erklärt Strehl. Jugendliche trainierten auch stets unter Aufsicht und niemals alleine.

Im Langwaffenschießstand kommen Kleinkalibergewehre (KK) zum Einsatz. Dort seien Sicherheit, Disziplin und Ruhe stets oberstes Gebot, erklärt KK-Schütze Hermann Mühlherr. "Wir haben keinen Waffenschein, sondern eine Waffenbesitzkarte, auch WBK genannt", sagt Mülherr. "Wir dürfen also in der Öffentlichkeit keine Waffe führen, aber unser Sportgerät in einem geschlossen Behältnis von zu Hause zur Sportstätte und umgekehrt transportieren."

Sportschützen müssen gegenüber dem Landratsamt den Nachweis erbringen, mindestens 18 mal im Jahr einen Wettkampf bestritten oder an der Waffe trainiert zu haben.
Sportschützen müssen gegenüber dem Landratsamt den Nachweis erbringen, mindestens 18 mal im Jahr einen Wettkampf bestritten oder an der Waffe trainiert zu haben. | Bild: Winfried Klein

Sportschützen müssen gegenüber dem Landratsamt regelmäßig den Nachweis erbringen, mindestens 18 mal im Jahr einen Wettkampf bestritten, beziehungsweise an der Waffe trainiert zu haben. "Wir Meßlkircher Schützen erhöhen diese Minimalanforderung sogar auf zwei Mal im Monat, also 24 mal pro Jahr", hebt Vorsitzender Manfred Gommeringer hervor. Dafür werden Wettbewerbe auf Vereinsebene ausgeschrieben. Dort können sich Schützen für die Kreis- oder Landesmeisterschaft, im besten Falle sogar die Deutsche Meisterschaft qualifizieren. Daneben gibt es so genannte Rundenwettbewerbe, bei denen der Verein gegen einen anderen im Umkreis von maximal 30 Kilometer Entfernung antritt.

Um die Schießanlage, die regelmäßíg durch die Behörde überprüft und abgenommen wird, stets in Ordnung zu halten, gibt es für die Vereinsmitglieder zahlreiche Arbeitseinsätze über das Jahr. Jährlich wird ein Schützenkönig gekürt, das ist aktuell eine Schützenkönigin, nämlich Ina Abbieri.

Fürst stellt im Jahr 1737 Urkunde aus

Geschichte:

Die Privilegierte Schützengilde Meßkirch existiert laut einer Urkunde seit dem 8. Juni 1737, mit der Fürst Ferdinand zu Fürstenberg den Bürgern das Privileg zu schießen verlieh. Bis 30. September 1972 war die Schützengilde eine Abteilung des Turnvereins, von da an traten die Schützen als eigenständiger Verein auf.

Disziplinen:

  • Luftgewehr stehend (freihändig) mit handelsüblichen Geschossen (Diabolo) Kaliber maximal 4,5 Millimeter, Entfernung 10 Meter.
  • Luftgewehr mit Auflage, gleiche Munition wie freihändig, Entfernung 10 Meter.
  • Kleinkalibergewehr Standard, Einzellader mit Randfeuerpatronen 5,5 Millimeter (Kaliber 22) im Dreistellungskampf – je ein Drittel liegend, kniend und stehend, Entfernung 50 Meter.
  • Perkussionspistole (Vorderlader), Originale oder deren Nachbau, freistehend, mit fabrikmäßig hergestelltem Schwarzpulver und Weichmetallgschossen als Rundkugeln, Entfernung 25 Meter.
  • Gebrauchspistole und Revolver, freistehend, in den Kalibern 9 Millimeter, 38, 357 Magnum, 44 Magnum, 45 ACP, jeweils als separate Disziplin, handelsübliche Munition, Entfernung 25 Meter.
  • Luft- oder CO2-Pistole Kaliber 4,5 Millimeter, stehend, freihändig, Entfernung 10 Meter.

 

Kontakt

Vorsitzender der Priviligierten Schützengilde von 1737 ist Oberschützenmeister Manfred Gommeringer, Telefon 0 75 52/14 86. Informationen im Internet: www.schuetzengilde-messkirch.de