Mit übergroßer Freude reagierte das Erzbischöfliche Bauamt Konstanz, Pfarrer Stefan Schmid und die Seelsorgeeinheit Meßkirch-Sauldorf, der Stiftungsrat sowie der Bauförderverein St. Martin auf die großzügige Spende von 150 000 Euro der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), die wiederum einen Großteil ihres Geldes von der Lotterie Glücksspirale erhält. Wolfgang Meinhardt vom Ortskuratorium Villingen-Schwenningen der DSD sowie Frank Eisele, Geschäftsführer der Toto-Lotto Regionaldirektion Süd GmbH, überreichten am Dienstag den symbolischen Scheck über den Betrag, mit der die Reinigung der Kirchenraumschale finanziert werden soll.

Renate und Wolfgang Meinhardt von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (von rechts) sowie Lotto-Regionaldirektor Frank Eisele überreichten Pfarrer Stefan Schmid in der St. Martinskirche einen symbolischen Scheck über die Spende von 150 000 Euro.
Renate und Wolfgang Meinhardt von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (von rechts) sowie Lotto-Regionaldirektor Frank Eisele überreichten Pfarrer Stefan Schmid in der St. Martinskirche einen symbolischen Scheck über die Spende von 150 000 Euro. | Bild: Michelberger, Isabell

„Das ist ein wertvoller Tag für Meßkirch und ein grandioser Betrag für uns“, freute sich Pfarrer Stefan Schmid über die 150 000-Euro-Spende der DSD. Ebenso drückte Bürgermeister Arne Zwick seine Freude darüber aus, dass in Bezug auf die Kirchenrenovierung „überörtliche Hilfe“ eingetroffen sei. „Die Kirche spielt eine wichtige Rolle in der Stadt und bildet zusammen mit dem Schloss ein tolles Ensemble“, erklärte er. Als er in Meßkirch als Bürgermeister angefangen habe, sei der Zustand des Kircheninnenraums noch viel besser gewesen. „Es ist erschreckend, wie schnell sich der Zustand verschlechterte“, gab er zu bedenken.

Das könnte Sie auch interessieren

Die St. Martinskirche gehöre zu den über 320 Projekten, welche die DSD dank Spenden, Erträgen ihrer Treuhandstiftungen und Mittel der Glücksspirale allein in Baden-Württemberg fördere, führte Wolfgang Meinhardt, Ortskurator in Villingen-Schwenningen, aus.

Mitglieder der Seelsorgeeinheit Meßkirch-Sauldorf, des Stiftungsrats sowie des Baufördervereins St. Martin im Gespräch mit den Spendern, mit Bürgermeister Arne Zwick sowie den Mitarbeiterinnen des Erzbischöflichen Bauamts Konstanz und den Handwerkern.
Mitglieder der Seelsorgeeinheit Meßkirch-Sauldorf, des Stiftungsrats sowie des Baufördervereins St. Martin im Gespräch mit den Spendern, mit Bürgermeister Arne Zwick sowie den Mitarbeiterinnen des Erzbischöflichen Bauamts Konstanz und den Handwerkern. | Bild: Michelberger, Isabell

Von der Glücksspirale war Lotto-Regionaldirektor Frank Eisele nach Meßkirch gekommen, um zusammen mit Wolfgang Meinhardt Pfarrer Stefan Schmid den symbolischen Scheck zu überreichen. Vertreter und Vertreterinnen der Seelsorgeeinheit, des Erzbischöflichen Bauamts, des Baufördervereins St. Martin sowie einige Handwerker nahmen an der feierlichen Überreichung teil. Da mit der Spende die Reinigung der Raumschale finanziert werden soll, erläuterte Restaurator Raymond Bunz die innovative Technik, die er mit seiner Firma entwickelt habe und welche bestandsschonend funktioniere.

Das könnte Sie auch interessieren

„Es ist eine besondere Situation, hier sein zu können“, erklärte der Restaurator, da das Verfahren, das in der St. Martinskirche angewandt werde, weitgehend von seiner Firma geprägt worden sei. Trotzdem er bereits einige Kircheninnenräume gereinigt habe, sei das Verfahren immer noch in der Pilotphase. „Die weißen Stellen sind für uns kein großes Problem“, erklärte Raymond Bunz. Es seien die Fresken und der plastische Stuck, bei denen größte Vorsicht geboten sei, um nichts von den Originalen abzutragen und zu beschädigen.

Das könnte Sie auch interessieren

Es werde nichts überstrichen, sondern nur gereinigt, betonte der Restaurator, der mit seinem Team, bestehend aus der Kirchenmalermeisterin Claudia Coenen und der Mitarbeiterin Corinna Babutia, bereits vor Ort ist. Der Schmutz auf der Oberfläche der Raumschale werde mit einer Art kleinen Radiergummis abgetragen. Dazu bläst er Latexgranulat mit einem Durchmesser von zwei bis drei Millimeter auf die Wand. Der Druck, mit dem die Kügelchen auftreffen dürfen, hänge von der jeweiligen Oberfläche ab. An einer Stelle an der Decke und am Fenster hatte er bereits eine Probereinigung durchgeführt, was an der Helligkeit zu erkennen ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Der Hubträger, mit dem er zu jeder Stelle der Raumschale gelangt, ist ein Prototyp, den Raymond Bunz speziell für diese Aufgaben herstellen ließ. Am Tragekorb sind Lampen befestigt, welche die Arbeitsfläche beleuchten. Mit dem Tragekorb könne er sogar in die Empore hineinfahren. „Wir bewegen uns fast virtuell im Raum“, beschreibt er das Gefühl, sich mit diesem Korb zu bewegen. Die Reinigung habe jedoch nichts mit den Baumaßnahmen in der Kirche zu tun, sondern diese seien eher hinderlich. Die Methode könne zu jeder Zeit angewandt werden und sei wiederholbar im Gegensatz zu einem Übermalen, das irgendwann auf Kosten der Originalität gehe, erklärte Restaurator Raymond Bunz.