Wilder Müll auf Äckern, Wiesen und in Wäldern sorgt nicht nur für einen hässlichen Anblick, sondern stellt vor allem eine Umweltverschmutzung und Gefahr für Haus- und Wildtiere dar. Spaziergänger und Hundebesitzer, die mit ihren Vierbeinern auf Feld- und Wiesenwegen unterwegs sind, ärgern sich über Plastikfolien und -säcke, Alufolien und Ähnliches, das am Wegesrand und in Wiesen verstreut liegt. Sogar Säcke mit Küchenabfällen lassen sich zuweilen entdecken, in denen Essensreste vergammeln. Hunde, die solche Hinterlassenschaften naturgemäß für interessant halten, laufen Gefahr, vergiftet zu werden.

Bei einem Spaziergang auf dem hoch gelegenen Weg zwischen Meßkirch und Igelswies zeigt Jutta Groß-Engelmann alle paar Meter auf Müllhinterlassenschaften, die links und rechts des Weges verstreut liegen. Nach Silvester lagen zusätzlich Reste von Böllern an den Wegrändern, berichtet sie. An einer anderen Stelle finden sich abgefackelte Äste und Sprühdosen. "Man kann sich nur über das mangelnde Umweltbewusstsein wundern", erklärt sie. Am Waldrand habe sie auch Hausmüll mit Hähnchenknochen entdeckt.

Direkt im Wald kann man den eigenartigsten Müll entdecken.
Direkt im Wald kann man den eigenartigsten Müll entdecken.

Noch schlimmer erging es Familie Hopp, deren Hund wegen einer Vergiftung eingeschläfert werden musste. "Mittlerweile wissen wir, dass es Rattengift war, was unseren Hund tötete", erzählt Kathrin Hopp. Das müsse irgendwo ausgelegen haben, denn ihr Appenzeller-Mischling sei ansonsten nirgends frei herumgelaufen. Er müsse das Rattengift beim Spazierengehen gefressen haben. "Das Leiden des Hundes mitzuerleben, war für uns alle so schrecklich, dass ich jetzt keinen Hund mehr haben möchte", berichtet die vierfache Mutter. Auch ihr Mann bestätigt, dass der wilde Müll auf den Acker- und Wiesenflächen ein Ärgernis darstelle. Plastikteile würden dadurch in das Tierfutter gelangen und könnten die Tiere schädigen, sogar auch töten. Als weiteres Problem spricht Johannes Hopp den Hundekot an, über den Keime ins Tierfutter gelangen könnten.

Beim Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband (BLHV) ist der wilde Müll ebenfalls ein Thema, bestätigte Holger Stich. Die Landwirte versuchen zwar, diesen zu entfernen, doch bei einer größeren Fläche bedeute dies ein enormer Aufwand. "Wir weisen zwar über verschiedene Medien immer wieder darauf hin, die Landschaft nicht durch wilden Müll zu verschmutzen", erklärte Stich, doch viel Wirkung zeige dies bisher nicht.

"Im Wald beziehungsweise am Waldrand nimmt der wilde Müll zu", meint Revierförster Siegbert Arzt. Vor allem Behältnisse für To-go-Lebensmittel, Weinflaschen und Haushaltsmüll würden auf illegale Weise entsorgt. Aber auch Windeln, Katzenstreu oder Bauschutt in kleinen Mengen kippen manche Mitbürger rücksichtslos in den Wald. Gerade Küchenabfälle stellen für die Waldtiere ein Gefahrenpotenzial dar, da sich über die vergammelten Lebensmittel Tierseuchen verbreiten könnten, erklärt der Revierförster.

Säcke voller Müll, illegal am Waldrand entsorgt.
Säcke voller Müll, illegal am Waldrand entsorgt.

"An Waldparkplätzen und an gut befahrbaren Waldwegen nahe den Kreisstraßen fällt der meiste Müll an", berichtet Erich Schlegel vom Bauhof der Stadt Meßkirch. Dort lägen zwei bis drei Müllsäcke. Altreifen würden ebenfalls häufig im Wald abgeladen. "Einmal fand ich 17 Reifen auf einmal", beschreibt der Bauhofleiter. Die Bauhof-Mitarbeiter fahren zwar eine fixe Tour durch den Stadtwald, doch alles könnten sie dabei nicht entdecken. Wenn jemand etwas sieht, könne er den Bauhof informieren, der holt den Müll ab.

Alle äußerten ihr Unverständnis über diese Form der Umweltverschmutzung, zumal die legalen Entsorgungskosten gering seien. Doch bleibe die Hoffnung, dass die Bevölkerung einen Sinn dafür entwickle, rücksichtsvoller mit ihrer Umwelt umzugehen, um deren Schönheit zu erhalten, aber auch um Rücksicht auf die Tiere zu nehmen.

An der B313 zwischen Meßkirch und Krumbach liegen Müllsäcke.
An der B313 zwischen Meßkirch und Krumbach liegen Müllsäcke.

 

Kosten

Die Kreisabfallwirtschaft wendete 2017 8681,94 Euro auf, um den wilden Müll einzusammeln. Im Jahr 2016 beliefen sich diese Ausgaben auf 12 469,90 Euro.

Gebühren bei der Entsorgungsanlage Ringgenbach, Haus- und Sperrmüll: größere Mengen – 96,50 Euro pro Tonne (1000 kg), Kleinmengen bis 40 Kilo: 4,50 Euro, 40 bis 100 Kilo: 9 Euro, bis 200 Kilo: 18 Euro, alles je Anlieferung.

Auto- und Motorradreifen mit/ohne Felgen: 1,30 Euro pro Stück

Sortenreine Altstoffe: Keine Gebühr bei haushaltsüblichen Kleinmengen

Informationen im Internet: www.landkreis-sigmaringen.de/abfallwesen/Kosten-und-Gebühren/Entsorgungsanlagen