Martina Eisele ist seit April vergangenen Jahres bei der Stadt für die Integration zuständig. „Mir sind aber nicht nur Geflüchtete ein Anliegen“, sagt sie. Beim Thema Integration denke sie an alle Menschen, die nach Meßkirch gekommen sind, um hier eine neue Heimat zu finden. „Integration geht uns alle an“, lautet ihr Credo. Und in der Zimmernstadt gibt es noch mehr Leute, die so denken und auch bereit sind, etwas dafür zu tun. Es haben sich Arbeitskreise und Gruppen gebildet und laut Martina Eisele kann man davon ausgehen, dass sich in nächster Zeit eine ganze Menge bewegen wird.

Martina Eisele ist die städtische Integrationsbeauftragte.
Martina Eisele ist die städtische Integrationsbeauftragte. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Die Stadt hat dafür bereits eine Bürgerwerkstatt abgehalten. Wie im SÜDKURIER berichtet, wird es schon bald eine ehrenamtlich organisierte Begegnungsstätte geben. Und dann steht nun noch die diesjährige Interkulturelle Woche an, die im Landkreis Sigmaringen vom 22. September bis 20. Oktober in zahlreichen Orten stattfindet – auch in Meßkirch.

Khaled Alsaleh und Louay Hindi erzählen von ihren Erfahrungen

„Ist doch klar, dass wir da dabei sind“, sagt Eisele, die zwei Veranstaltungen organisiert hat. So geht es am Freitag, 4. Oktober, um 19.30 Uhr im Seminarraum im Schloss um das Thema Integration. Wie kann man Menschen aus fernen Ländern integrieren? Die beiden Syrer Khaled Alsaleh und Louay Hindi reisen aus Freiburg an. Sie werden über ihre Flucht berichten, aber auch über die drei Jahre, in denen sie jetzt in Deutschland vielfältige Erfahrungen gesammelt haben. Sie lassen die Zuhörer teilhaben an ihrem Ankommen und Einleben, berichten über die aktuelle Situation in Syrien und wollen auch Mut machen, beschreibt Eisele.

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Die gebürtige Meßkircherin Sylvia Fall wird den Abend moderieren, bei dem laut der Integrationsbeauftragten gezeigt werden soll, dass Eingliederung gelingen kann. Sylvia Fall arbeitet schon seit einigen Jahren in Emmendingen als Integrationsbeauftragte und hat die beiden Syrer bei Ihrem Ankommen in Deutschland begleitet. Khaled Alsaleh und Louay Hindi wurden 2017 mit dem 3. Platz beim BigFM-Integrationspreis Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Gemeinsam kochen und Kontakte knüpfen

Gemeinsam kochen, gemeinsam essen und dabei Kontakte knüpfen, darum geht es am Dienstag, 8. Oktober, von 18 bis 20 Uhr in der Schulküche der Realschule. Güllü Sahin und Safure Seyrek vom türkisch-islamischen Kulturverein Diyanet und die Flüchtlingshilfe Meßkirch laden zu diesem Abend ein, der auf jeden Fall ein Ergebnis haben wird: Gaumenfreuden mit leckeren Dingen, die man zu Hause dann auch nachkochen kann. „Oder gleich mitnehmen“, empfiehlt die Integrationsbeauftragte mit einem Schmunzeln. Dazu muss man aber entsprechende Behälter mitbringen. Bis zum 30. Oktober sollte man sich bei Eisele anmelden (Kontaktdaten unten). Die Teilnahme ist übrigens kostenlos.

Bei einem Kochabend lernen Teilnehmer die türkische Küche kennen.
Bei einem Kochabend lernen Teilnehmer die türkische Küche kennen. | Bild: privat

Wie zu erfahren war, soll im kommenden Jahr auch wieder ein Sprachkurs stattfinden. Im aktuellen Kurs stellen übrigens EU-Ausländer die Mehrheit, die das Bildungsangebot auch selbst bezahlen müssen, informiert Eisele. Sie habe die Erfahrung gemacht, dass die Gebühren aber kein Hemmnis für die Teilnahme seien. „Die Erkenntnis, dass ohne Sprache Integration nur sehr schwer möglich ist, hat sich längst durchgesetzt“, sagt sie.

Anmeldung zum Kochabend per Telefon unter 0 75 75/206 64 oder E-Mail an: martina.eisele@messkirch.de