Der Tag des offenen Denkmals stand unter dem Thema "Entdecken, was uns verbindet" und legte den Schwerpunkt darauf, welche ausländischen Einflüsse nach Deutschland einströmten und welche hiesigen sich im Ausland niederschlugen.

Viele Besucher nutzen Gelegenheit

Historiker Werner Fischer ging bei seinen Führungen im Schloss sowie in der Nepomuk-Kapelle in der St.-Martinskirche auf diesen Aspekt ein. Viele Besucher nutzten an diesem besonderen Sonntag die Gelegenheit, die historischen und architektonischen Höhepunkte der Stadt zu bestaunen.

Historiker Werner Fischer führte anlässlich des Tags des offenen Denkmals eine größere Gruppe in die Nepomuk-Kapelle in der Meßkircher St.-Martinskirche.
Historiker Werner Fischer führte anlässlich des Tags des offenen Denkmals eine größere Gruppe in die Nepomuk-Kapelle in der Meßkircher St.-Martinskirche. | Bild: Isabell Michelberger

"Die Nepomuk-Kapelle ist ein gutes Beispiel dafür, wie große Kunst durch internationale Zusammenarbeit entstand", erläuterte Fischer den knapp 30 Teilnehmern der Führung. Giovanni Gaspare Bagnato (1696-1757), dessen Vater aus dem Tessin stammte, habe sich an der italienischen Kunst orientiert. Er plante 1732 die Rundkapelle auf einem achteckigen Grundriss. Ursprünglich habe die Kapelle einen gelben Außenputz erhalten mit roten Streifen – Bagnatos Markenzeichen. Der damals berühmteste Deutschordensarchitekt habe neben der Johann-Nepomuk-Kapelle ebenso den Hofgarten, die Remise und das heutige Herz-Jesu-Heim geplant.

Prächtige Innengestaltung

Für die prächtige Innengestaltung sorgten die Brüder Cosmas Damian Asam (Maler) und Egid Quirin Asam (Stukkateur). Der Maler Cosmas Damian habe in Italien studiert und von dort die Umsetzung des indirekten Lichts aufgenommen, das die Marienvision des Johannes Nepomuk in Alt-Bunzlau beleuchtet, welche im Altarbild dargestellt ist, führte Fischer aus. Die Brüder Asam hätten meistens mit Bagnato zusammengearbeitet. In vielen Kirchen Süddeutschlands und Österreichs hätten sie Zeugnisse ihrer hohen Kunstfertigkeit hinterlassen.

Zuhörer lauschen Ausführungen

Die Gäste erfuhren Details zu Johann Nepomuk, weshalb er verehrt wurde und wie seine Reliquien nach Meßkirch gelangten. Darüber hinaus erklärte der Historiker die Baugeschichte der Kapelle sowie das Bildprogramm. Die Zuhörer lauschten gebannt den Ausführungen, sodass die Zeit wie im Nu verging und die meisten zur folgenden Führung in das Schloss weiterzogen.