„Zsombors Reisen“ war das Konzert überschrieben, das es am Sonntag gab. Mit diesem Titel erinnerte die Stadtkapelle daran, dass ihr Dirigent Zsombor Rethy fast wöchentlich eine Reise von rund 1000 Kilometern auf sich nimmt, um pflichtbewusst die Proben der Jugend- und der Stadtkapelle zu leiten. Die Familie des Dirigenten lebt in Ungarn. Das besondere Engagement von Zsombor Rethy würdigte unter anhaltendem Beifall zum Abschluss des Konzertabends, der Vorsitzende der Stadtkapelle, Armin Mayer.

Mehr als 30 Jugendliche aus Heudorf, Menningen, Meßkirch und Rohrdorf bilden die Jugendkapelle Meßkirch – sie eröffneten den Konzertabend in der Stadthalle unter der Leitung von Zsombor Rethy mit „Flight of the Thunderbird“ sehr effektvoll. Und mit „The Millennium Song“ von Kees Vlak schufen sie eine harmonische Klangfülle. Bei den Stücken „Highlights from the Jungle Book“ und „60‘s Rock Mix“ brachte die Jugendkapelle die modernen Rhythmen sehr gut zum Ausdruck. Unter viel Beifall und einer weiteren Zugabe verabschiedete sich die Jugendkapelle von der Bühne.

Mit seinem Taktstock führte Zsombor Rethy die 64 Musikerinnen und Musiker der Stadtkapelle punktgenau und sicher durch den Abend. Das Orchester widmete sich „Atlantis„, der sagenumwobenen Insel, die innerhalb eines Tages im Meer versunken sein soll. Sehr bewegt, vom Largo bis zum Allegro, die Wellen des Meeres verdeutlichend, agierte hier das tiefe Blech. Stürmische Akkorde durchzogen die verschiedenen Register der Stadtkapelle.

„Mit ‚Zsambors Reisen‘ kommt etwas Großes auf uns zu,“ sagten Marion Schatz und Uli Lipp, die gekonnt durchs Programm führten. Gespielt wurde ein Musikstück unter dem Originaltitel Gullivers Travels aus einem Fantasy- und Abenteuerfilm, der sich im Bermudadreieck abspielt und wo die Bewohner des Landes Liliput nur wenige Zentimeter groß sind. Das Orchester schuf mit seinem sehr gefühlvollen musikalischen Zusammenspiel ein Klangbild, das die fantasievollen Geschehnisse zwischen Gulliver und den Liliputanern vor Augen führte. Munter ging es mit dem bekannten Medley von Leonard Bernstein „Selections from West-Side-Story“ weiter, ein musikalischer Genuss, der alle Elemente und Register der Stadtkapelle zu einem großartigen Klangkörper zusammenschweißte. Mit viel Gefühl wurde das Medley zu Gehör gebracht – das Publikum feierte die Stadtkapelle stürmisch. Mit „Frank Sinatra Classics“ gab es ein weiteres bekanntes Medley. Unwillkürlich wippten viele Füße der Besucher im Takt, als vom gut besetzten Stadtorchester die Melodien „New York, New York„ und „My Way“ sehr effektvoll dargeboten wurden. Alle Register der Stadtkapelle machten dieses Medley zu einem weiteren Höhepunkt des Abends. Eine Überraschung gab es mit „Highway to Hell“, von ACDC arrangiert. Ein modernes Stück, bei dem die E-Gitarre von Peter Fischer die Hauptrolle spielte und das Publikum zum Mitklatschen bewegte. Die Besucher forderten sogleich eine Zugabe.

Günther Groß (rechts) wurde im Rahmen des Jahreskonzerts der Meßkircher Stadtkapelle vom Vorsitzenden Armin Mayer zum Ehrenvorsitzenden der Kapelle ernannt.
Günther Groß (rechts) wurde im Rahmen des Jahreskonzerts der Meßkircher Stadtkapelle vom Vorsitzenden Armin Mayer zum Ehrenvorsitzenden der Kapelle ernannt. | Bild: Karl Mägerle

Im Rahmen des Konzerts in der Meßkircher Stadthalle gab es noch einen großen Augenblick für ein Mitglied der Stadtkapelle: Günther Groß hat sich seit seinen Jugendjahren ab 1965 der Musik verschrieben. Er wurde nun aus den Reihen der aktiven Musiker verabschiedet. Günther Groß spielte rund 55 Jahre in der Meßkircher Stadtkapelle. Armin Mayer, der Vorsitzende der Kapelle, sagte, dass Groß in den vergangenen 55 Jahren seinem erlernten Instrument, dem Schlagzeug, treu geblieben sei. Er habe sich daneben stark ehrenamtlich in der Stadtkapelle engagiert. Mehr als zehn Jahre war er Vorsitzender des Vereins. Günther Groß wurde der Titel Ehrenvorsitzender verliehen. Er nahm diese Auszeichnung sichtlich gerührt und unter starkem Beifall des Publikums von Armin Mayer entgegen. In seiner Rückschau brachte der Geehrte die Jahre in Erinnerung, die nicht immer ganz einfach gewesen seien. Während dieser Zeit spielte er unter 12 Dirigenten das Schlagwerk. Zu Ehren von Günther Groß spielte die Stadtkapelle zusammen mit der Jugendkapelle den „ Marsch Castaldo“.