Zwick legt dabei Wert darauf, dass es sich dabei um ein niederschwelliges Angebot handeln soll, mit dem nächtliche Ruhestörungen oder Vandalismus abgestellt werden sollten. Es sei dagegen nicht die Absicht der Stadtverwaltung, Jugendlichen den Aufenthalt im öffentlichen Raum zu verbieten. Dabei sei die Problematik an sich schon seit Jahren bekannt. Im süßen Winkel bei der Bäckerei Liebich neben dem Marktbrückle oder am roten Platz bei der Schule in der Kreutzer-Straße gebe es zu nächtlicher Stunde teils massive Ruhestörungen, sodass Anwohner kein Auge zubekämen. Dazu habe es in der Vergangenheit auch mit der Polizei Gespräche gegeben – allerdings, ohne dass es zu einer Änderung in der Sache gekommen sei. Deshalb habe die Verwaltung nun die Initiative ergriffen auch unter dem Aspekt, die Innenstadt wohnenswerter zu machen. Die Einstellung eines Sozialarbeiters, räumt Zwick ein, wäre eine andere Möglichkeit gewesen, das Problem zu adressieren. Allerdings, stellt er fest: "Es gibt ja schon den Jugendtreff und die Jugendlichen, die es betrifft, gehen dort nicht hin."

Seitens der Polizeidirektion in Konstanz verweist Markus Sauter darauf, dass der Einsatz privater Sicherheitsdienste in solchen Fällen seitens der Polizei zwiespältig gesehen werde. Dabei sei klar, dass die Polizei mit den privaten Diensten zusammenarbeite aber das Gewaltmonopol liege nach wie ausschließlich bei der Polizei. Mitarbeiter von Sicherheitsdiensten hätten in diesem Sinne nur ein Jedermannsrecht und dürften strafrechtlich relevante Vorfälle nicht in Eigenregie verfolgen. Im konkreten Fall könne das beispielsweise bedeuten, dass ein Missetäter bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden dürfe, aber es zu keiner Durchsuchung der betreffenden Person kommen dürfe. Auch eine Feststellung der Identität falle ausschließlich in den Aufgabenbereich der Polizeibeamten und dürfe durch Angestellte eines privaten Sicherheitsunternehmen nicht vorgenommen werden. "Wenn das Sicherheitsgefühl der Bürger andererseits durch einen solchen Sicherheitsdienst gestärkt wird, ist dagegen nichts einzuwenden", stellt er fest und hebt hervor, dass es dabei auch wichtig sei, dass die betreffenden Mitarbeiter des Unternehmens eine entsprechende Ausbildung haben. Seitens der Meßkircher Polizei attestiert Postenleiter Egon Hafner dem beauftragten Dienst, redlich unterwegs zu sein. Bei der Polizei sei die Personaldecke landesweit recht dünn und insofern habe das seine Berechtigung. Auf die konkrete Situation in Meßkirch angesprochen sagt Hafner, dass es hier aktuell keine Vorkommnisse gebe. Anders sei dies im vergangenen Jahr gewesen, als es an der Kreutzerschule zu mehreren Beschädigungen gekommen war. "Wenn sich bestimmte Cliquen zusammentun, dann zieht sich das durch den Sommer hin. Aber derzeit ist es in der Stadt ruhig."

Rückblende

Bei vier Gegenstimmen hatte der Gemeinderat im April die Einführung einer City-Streife beschlossen. Diese soll nun von Mai bis Oktober unterwegs sein. Dabei sollen zwei Mann an fünf Tagen in der Woche für jeweils eine Stunde in der Innenstadt Präsenz zeigen. Diese Zeit von insgesamt fünf Stunden in der Woche ist dabei flexibel einsetzbar. die Kosten für den Auftrag bezifferte die Verwaltung in der Probephase auf 8500 Euro. Nach dem Dafürhalten der CDU-Ratsfraktion, soll nach dem Ende des Probelaufs überlegt werden, ob der Auftrag verlängert werden soll oder nicht und ob es zu einer Ausweitung des Auftrags eine Grundlage gibt. Anders wurde die Angelegenheit seitens der SPD beurteilt. Durch einen privaten Sicherheitsdienst werde das falsche Signal gesetzt. Bürgermeister Arne Zwick hatte festgehalten, dass die Stadtverwaltung mit der Beauftragung eines privaten Sicherheitsunternehmens ein politisches Versagen auffange, das in den vergangenen Jahren im Land gemacht wurde und der Polizei vor Ort sei in dem Zusammenhang überhaupt kein Vorwurf zu machen sei, da diese eine hervorragende Arbeit leisteten. (mos)