Spaß am Fahrradfahren, sich an der Natur erfreuen und erleben, was es alles Neues gibt. Das sind die gemeinsamen Interessen der Radfahrfreunde aus Meßkirch und Ostrach. Mit dem Namenszug „Wassertreter“ auf ihren blau-grünen Radlershirts bringen sie zum Ausdruck, dass ihre Fahrten entlang von Flüssen – von der Quelle bis zur Mündung führen, erklärt Claus Ketels, ein Mitorganisator der jährlichen Fahrten.

Touren im Frühjahr festgelegt

An die 9500 Kilometer wurden in den vergangenen Jahren geradelt. Und es sollen noch mehr werden, wie Ketels lachend betont. Die einzelnen Jahrestouren sind zwischen 600 und 650 Kilometer lang. Doch in diesem Jahr war es eine Baden-Württemberg-Radtour, die nach 760 Kilometern endete und mit einem täglichen Schnitt im Radsattel bei 85 bis 110 Kilometern lag. Die Tour wurde wie immer schon im Frühjahr in Absprache mit den weiteren sechs Gruppenmitgliedern von Klaus Schäfer aus Ostrach festgelegt.

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Abseits von Bundesstraßen ging es auf Radwegen und wenig befahrenen Landstraßen zum ersten großen Halt mit Übernachtung nach Ulm. Am Folgetag ging es zunächst auf dem Jagstweg Richtung Ellwangen, weiter nach Rothenburg, Wertheim am Main und über Öhringen, Richtung Heilbronn Stuttgart, über Betzingen, Honauer Steige bis Engstingen, dann entlang der Lauchert bis Sigmaringendorf. Der Abschluss war in Krauchenwies.

Erste gemeinsame Tour vor 15 Jahren

Vor 15 Jahren wagten die Radlerfreunden die erste gemeinsame Tour, die an die Saar und die Mosel führte, sagt Claus Ketels. Auch im folgenden Jahr war es die kleine Radlergruppe, die in den heimatlichen Gefilden entlang des Neckars ihre Freude fand, obwohl in der festgelegten Woche rund 650 Kilometer zu bewältigen waren. Für 2007 ging die Fahrt von der Quelle des Mains bis nach Mainz entlang des Bier- und Weinfränkischen Uferlandes, wie sich Steffen Heymann noch gerne erinnert.

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Denn neben dem Gepäck zwischen zehn und zwölf Kilogramm ist auch die Wetterlage mitbestimmend für die vorgesehenen Streckenabschnitte. Wichtig ist und war den Radlern immer die abendliche Einkehr mit Übernachtung, dazu gehören auch eine erfrischende Dusche und ein kräftiges Essen, wie Matthias Beyer hervorhebt. Im Jahre 2010 gab es eine Ausnahmetour, die von „See zu See“ führte. Vom Bodensee Richtung Königssee. Es war eine Route voller Naturschönheiten durch das Allgäu, an herrlichen Alpenseen vorbei, mit Höhen und Tiefen, welche die Radler gut meisterten.

Bergfahrten erfordern besondere Leistung

Touren führten teils auch bis Norditalien, etwa 2015 zur Etschquelle ab dem Reschenpass mit einem Abstecher an den Gardasee und weiter bis Verona an der Etsch und Ostiglia am Po in Norditalien. Die Bergfahrten waren immer eine besondere Leistungsetappe, so im Jahr 2017, wie Klaus Schäfer erwähnt. „Wir starteten unsere Rheintour in Andermatt/Schweiz auf 1445 Metern Höhe, über den Oberalpass mit 2048 Metern ging es ins Quellgebiet des Rheins, wobei wir die 600 Höhenmeter in knapp einer Stunde und 30 Minuten schafften. Es war eine einzigartige Fahrt in den Schweizer Bergen, die wohl Energie und Ausdauer verlangte und uns bis nach Offenburg führte.“

Am Rhein von Offenburg bis Duisburg

Den Rhein entlang fuhren sie laut Steffen Heymann ein Jahr später, es ging von Offenburg bis Duisburg. „Natürlich galt es nicht nur die Strecke zu bewältigen, es waren auch die Besonderheiten der Städte und Dörfer, die uns wie bei jeder Fahrt interessierten.“ Auch die Vielfalt der Natur genossen die Radfahrer und legten den einen oder anderen kurzen Halt ein.

Wenig Schweiß im Flachland

Die Fahrt 2018 führte von Duisburg nach Hoeck/Holland. Die Radler bewältigten die knapp 650 Kilometer Flachland mit wenig Schweiß. Entlang der Donau führten im Jahre 2012 und 2013 zwei Etappen mit insgesamt mehr als 1500 Kilometern. Die Strecke von Donaueschingen bis Sigmaringen (100 Kilometer) ist die Traingsstrecke der Wassertreter. So führte der erste Fahrtabschnitt von Sigmaringen bis nach Melk (800 Kilometer). Im Jahr 2013 fuhren sie die restlichen 650 Kilometer an der Donau entlang bis nach Budapest.

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Die Radlergruppe hatte sich zwischenzeitlich leicht verändert und ist in einheitlichen T-Shirt unterwegs. „Es gibt immer einen besonderen Austausch, wenn die Leute erfahren, dass wir aus dem badischen Ländle kommen, wobei wir auch gerne unsere Stadt Meßkirch, als den badischen Geniewinkel, in Erwähnung bringen“, sagt Steffen Heymann.